Kanton Solothurn: Dritthöchste Kriminalitätsbelastung der Schweiz
- Admin
- vor 4 Tagen
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Kürzlich wurden die Kriminalitätsstatistiken veröffentlicht. Dabei zeigte sich: Der Kanton Solothurn rutscht ab. Er wird zum "Bermuda-Dreieck" der Deutschschweiz. Die Zahl der Gewaltdelikte hat im Kanton Solothurn zwar abgenommen, die Vermögensdelikte nehmen aber massiv zu (Einbrüche, Einschleichdiebstähle, Diebstahl usw.). Die Bearbeitung dieser Delikte führt zu einer hohen Arbeitsbelastung der Polizei und bindet Ressourcen, die zur Bekämpfung der Kriminalität oder für die Prävention notwendig wären. Der Kapo Solothurn fehle schlicht das nötige Personal für eine Besserung der Situation, ist der Personalverband Polizei Kanton Solothurn (PPKS) überzeugt.
Personalverband Polizei Kanton Solothurn (PPKS) / Redaktion soaktuell.ch

Bezüglich der Kriminalitätsbelastung sei der Kanton Solothurn, verglichen mit den anderen Kantonen, auf dem unrühmlichen dritten Platz. Gleichzeitig reihe sich der Kanton Solothurn bezüglich Polizeidichte (also Anzahl Polizistinnen und Polizisten pro Tausend EinwohnerInnen) auf dem 22. Platz ein. Ein krasses Ungleichgewicht, welches nicht zu rechtfertigen sei, schreibt der PPKS.
Die Schreibarbeit durch die vielen Delikte, zusammen mit dem tiefen Stellenetat bei der Kantonspolizei Solothurn, führe dazu, dass die Polizistinnen und Polizisten auf der Strasse fehlen würden, was wiederum Einfluss auf das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen habe. Die Frustration der Bevölkerung wegen den vielen Delikten (z.B. Fälleler, Einbrüche, Nordafrikaner-Delinquenz usw.) ist spürbar. Nicht selten werde diese an den Polizistinnen und Polizisten in der Alarmzentrale oder auf den Polizeiposten ausgelassen, schreibt der PPKS.
Positiv zu sehen sei, dass sich immer noch viele junge Menschen für den Polizeiberuf interessieren würden. Der Nachwuchs sei engagiert und motiviert, müsse aber zuerst ausgebildet werden. Fehlen die erfahrenen Mitarbeitenden, weil sie den Beruf frühzeitig verlassen haben oder in ein anderes Polizeikorps wechseln, führt dies dazu, dass die jungen Mitarbeitenden nichts mehr von ihnen lernen können. Dies generiert hohen Druck und Unsicherheit im Berufsalltag. Die jungen Polizistinnen und Polizisten sind somit grossem Stress ausgesetzt. Die Gefahr, dass sie rasch wieder aus dem Beruf aussteigen, obwohl dieser ihnen eigentlich sehr gut gefällt, ist gross.
Seit Jahren weise der PPKS wir auf den tiefen Stellenetat der Kapo Solothurn im Vergleich mit anderen Kantonen hin. Jetzt bekommt der Kanton langsam die Quittung dafür und die Bevölkerung muss die Folgen höherer Kriminalität tragen. Unverständlich sei, dass es trotzdem immer noch kantonale Politiker und Politikerinnen gäbe, welche sich regelmässig gegen eine Stellenaufstockung bei der Polizei aussprechen. Es seien oft die gleichen, die lauthals fordern, mehr gegen die hohe Kriminalität zu machen.
Als Kantonsrätin wusste ich bis zur Veröffentlichung der Kriminalitätsstatistik nicht, dass in unserem Kanton die Kriminalität von Asylbewerbern oder illegal anwesenden Personen aus Maghreb-Staaten ein so grosses Problem darstellt. Die Polizei informierte fast nie über solche Delikte. während im Kanton Aargau täglich Meldungen über solche Taten und entsprechende Festnahmen veröffentlicht werden. Aufgrund der bisherigen Kommunikation der Kapo Solothurn gingen wir davon aus, dass dies im Kanton Solothurn kein grosses Problem sei. Nun zeigt die Statistik etwas ganz anderes.