Die Sonntags-Zeitungen schmelzen wie Schnee an der Frühlingssonne. Nach der "Schweiz am Sonntag" gibt's nun auch die gedruckte Ausgabe der "Ostschweiz am Sonntag" nicht mehr. Der Sonntag wird vom Überangebot an Druckerschwärze befreit. Die Meinungshoheit gewinnen am Sonntag zunehmend die Internet-Zeitungen.

von Martina Gloor

Die gedruckte Ausgabe der "Ostschweiz am Sonntag" erscheint nur noch bis Ende Oktober. Danach wird der Titel ausschliesslich als E-Paper fortgeführt, wie die NZZ-Mediengruppe am Dienstag mitteilte. Bei den NZZ Regionalmedien kommt es dadurch zu fünf Kündigungen, vier weiteren Mitarbeitenden wird eine frühzeitige Pensionierung angeboten. «Die NZZ Regionalmedien sparen damit die hohen Druck- und Vertriebskosten ein, ohne beim publizistischen Angebot Abstriche zu machen», wird erklärt. Ein Personalabbau bei der Publizistik sei nicht vorgesehen.

Erst kürzlich hat AZ Medien seine "Schweiz am Sonntag" aufgegeben. Sie erscheint jetzt unter dem Namen "Schweiz am Wochenende", jedoch nicht mehr am Sonntag, sondern am Samstag. Da die meisten Abonnenten der "Schweiz am Wochenende" auch Abonnenten einer Tageszeitung von AZ Medien (z.B. Aargauer Zeitung, Solothurner Zeitung, Oltner Tagblatt usw.) sind, wurden sie ganz einfach um eine Zeitungsausgabe beraubt. Denn die "Schweiz am Wochenende" ersetzt ihnen ihre bisherige Samstagsausgabe. Der Leserschaft versuchte AZ Medien dieses offensichtliche "Buebetrickli" als Mehrwert zu verkaufen. 

Der NZZ Verlag ist mit der Einstellung der Print-Ausgabe von "Ostschweiz am Sonntag" wesentlich ehrlicher gegenüber der Leserschaft. 

 

Bild: Logo OaS Archiv

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