Im EU-Land Zypern sollten Spareinlagen und Gelder der Altersvorsorge teilweise enteignet und zur Abwendung des Staatsbankrottes herbeigezogen werden. Bis anhin in einem zivilisierten Land unvorstellbar und in der Schweiz völlig ausgeschlossen!

Maximilian Reimann

Es liegt auf der Hand, dass mein heutiger Artikel nicht um die Ereignisse in Zypern herumkommt. Zumindest möchte ich diese zum Anlass für einen Quervergleich mit der Schweiz nehmen. Wäre es also denkbar, dass sich das Schweizervolk eines schönen Tages vor die Alternative gestellt sieht, entweder Zwangsabgaben auf Bankeinlagen und die Altersvorsorge zu akzeptieren oder den Staat bankrott gehen zu lassen? Sowohl das eine als auch das andere ist ausgeschlossen!

Eigene Währung – keine Diktate von aussen

Die Schweiz gehört nicht zur EU und verfügt über eine eigene solide Landeswährung. Ja diese ist derart solid, dass sie von der Nationalbank seit anderhalb Jahren mit Milliardeneinsätzen gegenüber dem schwachen Euro stabilisiert wird. Das tut die Schweiz aber eigenmächtig. Ein Diktat aus Brüssel, wie es nun insbesondere Zypern seitens der Euro-Finanzminister über sich ergehen lassen muss, ist ausgeschlossen. Niemand kann uns von aussen zu Zwangsmassnahmen verpflichten. Schon gar nicht, weil das Volk ohnehin das letzte Wort darüber hätte.

Effiziente Schuldenbremse

Eine existenzbedrohende Staatsverschuldung, wie wir sie in diversen EU-Ländern haben,  ist in der Schweiz wegen der Schuldenbremse ausgeschlossen. Diese ist vom Volk im Jahre 2001 mit 85 % angenommen worden und hat sich inzwischen zu einem weltweit anerkannten Erfolgsmodell entwickelt. Einnahmen und Ausgaben müssen sich fortan im Gleichgewicht halten. Mehrausgaben auf Grund schlechter Konjunkturlage sind zwar zugelassen. Diese müssen in den Folgejahren aber kompensiert werden. Die Schuldenbremse hat gar dazu geführt, dass die Schweiz ihre Staatsverschuldung um rund 20 Mia. Franken reduzieren konnte.

Einlegerschutz, der den Namen verdient

Zu einem „staatlichen Bankraub“ dürfte es in einem zivilisierten Land grundsätzlich nie kommen. Im Falle Zypern hatten sich die Euro-Finanzdirektoren ursprünglich aber dennoch dazu hinreissen lassen und viel Vertrauen verspielt. Was letztlich daraus resultiert, weiss ich zur Stunde, wo ich diese Zeilen schreibe, noch nicht. Im Vordergrund steht eine Zwangsabgabe von 20 % auf Bankguthaben über 100‘000 Euro. So etwas ist bei uns völlig ausgeschlossen. Im Gegenteil, mit dringlichem Bundesbeschluss vom 20.12.2008 ist in der Schweiz der Einlegerschutz von 30‘000 auf 100‘000 Franken pro Kunde und Bank erhöht worden. Er umfasst sämtliche Spar-, Einlage- und Vorsorgegelder sowie Kassenobligationen.

Der Schutz von Depotwerten

Und wie sicher sind bei uns die in einem Bankdepot gehaltenen Werte wie Aktien, Obligationen, Edelmetalle oder Anlagefonds? Auch diese Werte können von Dritten nicht angetastet werden. Selbst beim Zusammenbruch der Depotbank sind sie nicht gefährdet, denn sie werden von der Bank nur verwaltet, würden nicht in die Konkursmasse fallen, sondern verbleiben im Eigentum des Kunden. Anders wäre es nur, wenn der Kunde ordentliche Obligationen oder strukturierte Produkte der konkursiten Bank im Depot hätte. Nur da wäre die Rückzahlung gefährdet.

28.03.2013 | 2364 Aufrufe

Kommentare

Avatar
Sicherheitscode