Wenn nicht neue und unverbrauchte Kräfte auf den Plan treten, findet ab Freitag, 3. Mai, die letzte Brocante des Wangner Vereins Malima statt. Auch für das legendäre Stübli mitten im Dorf dürfte schon bald das letzte Stündlein schlagen: Es soll bis Juni nächsten Jahres geräumt und dann im Rahmen einer grossen Feier geschlossen werden.

mgt. 

Während mehr als drei Wochen, vom 3. Mai bis zur Finissage am 26. Mai, stellt der Verein Malima ein weiteres Mal im ehemaligen Postgebäude in Wangen aus. Das besondere an dieser Brocante: Es wird mit grosser Wahrscheinlichkeit die letzte sein. Denn die treibende Kraft des Vereins in diesem Bereich und eine der Vereinsgründerinnen, Madeleine Hersperger, ist mittlerweile 75-jährig – und hat nicht mehr die Kraft, noch länger in der ersten Reihe zu stehen. Sie und ihr Mann Peter spüren die Strapazen der jahrelangen Schlepperei. «Bis zu 50 Mal jährlich waren wir mit unserer Ware an Flohmärkten oder Brocanten. Das merkt man natürlich irgendwann», sagt Madeleine Hersperger. Zwar hat sie sich nach einer geeigneten Nachfolge umgeschaut, bloss: Niemand hat die Zeit oder scheint sie aufbringen zu wollen, um in ihre Fussstapfen zu treten. Handkehrum kriegt sie von überall her zu hören, sie dürfe keinesfalls aufhören mit ihrer guten Sache. Doch just dies hat sie vor – «ohne schlechtes Gewissen», wie sie betont.

Schon jetzt steht deshalb der Termin, an welchem der Verein Malima seinen Laden im Dorf offiziell und mit einer grossen Feier schliessen will: Der 27. Juni 2020. Ab Frühjahr nächsten Jahres will man mit dem Ausverkauf beginnen mit dem Ziel, dass die drei Räume im Parterre der Liegenschaft künftig beispielsweise wieder als Atelier gebraucht werden können. Den Verein selber will man laut Madeleine Hersperger noch einige Jahre bestehen lassen. Einfach so lange, sagt sie, bis die jetzigen Schülerinnen und Schüler ihre Schulzeit absolviert haben.

Seit vielen Jahren nämlich unterstützt der Verein Malima ein Schul- und Aufbauprojekt im westafrikanischen Benin. «Hilfe zur Selbsthilfe auf der Basis persönlicher Beziehungen» lautet das Motto der Organisation. Die finanziellen Mittel werden durch verschiedene Aktivitäten erwirtschaftet, beispielsweise durch den Betrieb des Brockenhauses, des besagten Malima-Stüblis, das nun geschlossen werden soll.

Auch Aerni und Candio

Doch jetzt steht erst einmal die Brocante im Fokus der unermüdlichen Schafferin und ihrer Helferinnen und Helfer. Ausgestellt werden ab 3. Mai Bilder von Christoph R. Aerni und Roman Candio. Aber auch Antiquitäten, Raritäten, Kuriositäten, tausende alte Ansichtskarten à einen Franken, Briefmarken, Alben und Einzelstücke können bestaunt werden und gibt es käuflich zu erwerben. All dies sei nur möglich dank den vielen Helferinnen und Helfern, ohne die gar nichts ginge, und dank Livio Conz, der die ehemalige Post praktisch kostenlos zur Verfügung stelle, betont Madeleine Hersperger.

Und falls das Wunder geschieht und sich jemand bei ihr meldet, der ihre Arbeit weiterführen will – ihr grösster Traum ginge in Erfüllung. «Falls jemand dazu bereit ist, kann er oder sie jederzeit übernehmen!»

www.malima.ch

Brocante Wangen, vom 3. bis 26. Mai, im ehemaligen Postgebäude neben Desserthaus Wälchli, Dorfstrasse 47 (Eingang Schmiedgasse): Öffnungszeiten täglich von 10 bis 18 Uhr. Die Vernissage findet am Freitag, 3. Mai, um 19 Uhr statt.

 

Foto: Initiantin Madeleine Hersperger im Ausstellungsraum und vor Bildern von Christoph R. Aerni. (Bild zVg.)

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