Der Kantonale Gewerbeverband (KGV) beansprucht für sich, die Interessen der solothurnischen KMU-Wirtschaft zu vertreten. So weit so recht. Wer diesen Anspruch allerdings für bare Münze nimmt, kommt ob der Wahlempfehlung des KGV nicht aus dem Staunen heraus. Da werden Staatsangestellte empfohlen, Verbandsfunktionäre, Angestellte von öffentlich-rechtlichen Unternehmen und unzählige Nichtselbständige.

von Marlis Häberli, KMU-Unternehmerin, Subingen

Nichts gegen all diese Berufsgruppen. Nur: Über die Herkunft ihres Zahltags Ende Monat müssen sich all diese Personen keine grossen Gedanken machen. Im Gegensatz zu vielen Kandidaten, die unternehmerisch oder freiberuflich tätig sind, aber ohne Empfehlung des KGV auskommen müssen. Dies, obwohl sie viele Arbeitsplätze geschaffen haben und jeden Monat dafür kämpfen müssen, ihre Verpflichtungen gegenüber ihren Angestellten, Kunden und Lieferanten einhalten zu können.

Aber das war wohl nicht das Kriterium, um vom KGV empfohlen zu werden. Wohl eher der blinde Gehorsam gegenüber dem KMU-Missionar Bigler. So wäre wohl auch Michael Leysinger – hätte er für den Kantonsrat kandidiert – vom KGV nicht empfohlen worden, obschon er für die Solothurner KMU-Wirtschaft mehr getan hat, als alle Empfohlenen zusammen.

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