Die VCS-Sektion Solothurn kritisiert die vom Regierungsrat vorgelegte Botschaft zur «Kreditvorlage Umfahrung Klus». Die Kosten von 74-Millionen Franken sind unverhältnismässig und die Belastungen für das betroffene Wohnquartier Gutenfluh in Balsthal wurden zu wenig berücksichtigt.

VCS SO

Der Regierungsrat hat die Kreditvorlage zur Umfahrung Klus zu Handen des Kantonsrats verabschiedet. Die VCS-Sektion Solothurn wird sich weiterhin gegen dieses 74-Millionen Franken teure Mammutprojekt wehren. «Wir sind überzeugt, dass das Umfahrungsprojekt unverhältnismässig und zu teuer ist», sagt Heinz Flück, Vorstandsmitglied des VCS Solothurn.

Die Absurdität des Projekts zeigt auch folgende Berechnung auf: Der Regierungsrat führt die abendliche Hauptverkehrszeit, in welcher es regelmässig zu stockendem Kolonnenverkehr kommt, als Hauptargument auf. Gemäss Lothar Bürgi, Gesamtprojektleiter für die Umfahrung Klus, liegt das Problem hauptsächlich bei der Ortsdurchfahrt Klus, welche nur eine Durchfahrtskapazität von rund 1’000 Fahrzeugen pro Stunde ermögliche. Der darauffolgende Kreisel mit einer Kapazität von rund 1’300 Fahrzeugen pro Stunde reiche hingegen aus. Wir sprechen also von einer fehlenden Kapazität von rund 300 Fahrzeugen pro Stunde. Bei rund zwei Stunden Hauptverkehrszeit sind das insgesamt 600 Fahrzeuge. Und für diese 600 Fahrzeuge wird nun ein 74-Millionen Franken teures Mammutprojekt aus dem Boden gestampft. Damit würde verteilt auf die nächsten 20 Jahre jede einzelne Fahrt mit zusätzlichen Fr. 25.– subventioniert!

Der VCS ist zudem nach wie vor überzeugt, dass eine Verkehrslösung ohne Bahnschranke sehr viel günstiger käme. Die Schranke ist heute zur fraglichen Zeit 4 Mal pro Stunde geschlossen. Ohne diesen Stauverursacher würde sich die Kapazität der Strasse wesentlich erhöhen.

Balsthaler Quartier wird brutal zerschnitten

Der VCS kritisiert weiter, dass das Problem mit der neuen Umfahrungsstrasse nur verschoben wird. Erstens wird das heute ruhige Guntenfluhquartier von der neuen Strasse zerschnitten und für die zahlreichen bisherigen Bewohnerinnen und Bewohner würde der Lärmgrenzwert ohne spezielle schalldichte Fenster plötzlich massiv überschritten. «Wo jetzt noch Kinder auf der Quartierstrasse spielen, werden 3 Meter hohe Schallschutzwände, Lärm und Abgase den Alltag prägen», so Flück.

Zweitens wird der LKW-Transitverkehr durchs Thal attraktiver und es ist mit einer Zunahme des bereits heute problematischen Schwerverkehrs zu rechnen. Drittens wird die heute bereits durch Lärm und Abgase belastete Strasse durch das Zentrum von Balsthal mit deutlich steigendem Verkehr rechnen müssen (gemäss Kanton mindestens 0.6 Prozent Zunahme pro Jahr). Doch der Kanton hat bisher kein Konzept, wie er die Balsthalerinnen und Balsthaler vor diesem bald einmal unerträglichen Zustand schützen will. Somit droht dem Zentrum Balsthal eine ähnliche Entwicklung wie in den letzten Jahrzehnten im Städtchen Klus.

Der VCS fordert ein umfassendes und nachhaltiges Konzept, um die Mobilitätsbedürfnisse der Zukunft abdecken zu können, ohne die Probleme nur von einem Ort in den nächsten zu verschieben. Zudem sollten solche langfristigen Projekte zwingend auf ihre Klimatauglichkeit hin geprüft werden. Bei diesem überrissenen Bauprojekt mit Tunnel und Brücke sowie mit dem Betrieb der Strasse muss dies hinterfragt werden.

 

Bild: Modell der Umfahrung Klus (vom VCS SO zVg.)

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