In der eigenen Gemeinde in den eigenen vier Wänden möglichst lange leben – das ist das Ziel von "Wohnen im Alter". Das Aargauer Departement Gesundheit und Soziales zeigt im gleichnamigen Handbuch, worauf es bei der Planung ankommt.

DGS

Die Lebenserwartung von Frau und Mann steigt, und viele ältere Menschen fühlen sich körperlich fit und agil. Hinzu kommt, dass sich in den nächsten 10 bis 20 Jahren die Babyboomer-Generation mit der Frage zu beschäftigen hat, wie sie künftig wohnen möchte. Viele hegen den Wunsch, in den eigenen vier Wänden wohnen zu bleiben. Dies stellt Städte und Gemeinden vor gewaltige Herausforderungen. Aber auch die Immobilienbranche ist gefordert, denn zu oft schätzt sie Pensionierte noch klischeehaft ein.

Wie soll man künftig mit dem Wohnen im Alter umgehen, und welche Impulse sollte die öffentliche Hand beim Wohnungsbau, der Quartierentwicklung und den Versorgungsangeboten setzen, damit sie den Bedürfnissen der älteren Menschen gerecht wird? Diese Frage und vieles mehr wird jetzt im neuen Handbuch "Wohnen im Alter" beantwortet. Der Ratgeber, der sich vor allem an die Verantwortlichen in den Gemeinden richtet, wurde von der Fachstelle Alter und Familie des Departements für Gesundheit und Soziales (DGS) entwickelt.

Gut gefragt

Wer als Gemeinderätin oder Gemeinderat Verantwortung übernimmt, möchte sich gut informieren, bevor er oder sie eine Entscheidung trifft. Die richtigen Fragen zu stellen, ist hierbei entscheidend. Jedes der acht Hauptkapitel des neuen Handbuchs enthält eine Sammlung mit den wichtigsten Fragen, die man einem möglichen Investor oder einer bauwilligen Trägerschaft stellen sollte. Ein Beispiel zum Kapitel 5, wo es um die Finanzierung neuer Bauten geht: "Würde ein anderer Wohnungsspiegel ein Angebot für ein breiteres Publikum ermöglichen?" Eine andere Frage aus dem Kapitel 2, Wohnformen und Trägerschaften: "Was ist die optimale Rechtsform der Trägerschaft?"

Im zweiten Beispiel wägt der beigezogene Fachautor, Ruedi Weidmann, die Vor- und Nachteile der verschiedenen Trägerschaften sorgsam ab und stellt sie übersichtlich in einer Tabelle dar, sodass jede Leserin und jeder Leser den Vergleich herstellen und sich ein eigenes Urteilfällen kann.

Hilfreiche Fallbeispiele aus der Praxis

Die Praxisbeispiele im Kapitel 9 sind eine wahre Fundgrube für alle, die sich für das Wohnen im Alter interessieren. Die Vielfalt der Schattierungen zwischen "Zu Hause mit Spitex" und "Pflegeheim" ist beeindruckend. Die Beispiele aus dem Kanton Aargau und der übrigen Schweiz sollen dazu anregen, über die bekannten Lösungen hinauszudenken.

Ökologisch und darum digital

Das Departement Soziales und Gesundheit hat sich entschieden, das Handbuch ausschliesslich digital anzubieten. Das spart Druckkosten. Der grosse Vorteil zeigt sich im täglichen Gebrauch, wenn nach einem bestimmten Stichwort gesucht wird. Eine kleine aber nützliche Navigationshilfe am oberen Rand jeder Seite lässt einen jederzeit zur letztgelesenen Seite oder zum Inhaltsverzeichnis springen.

Das Handbuch kann unter www.ag.ch/wohnenimalter kostenlos heruntergeladen werden.

 

Bild: Ausschnitt aus Broschüre (zVg.)

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