Die Sucht ist schon lange kein Problem mehr, das nur in ärmeren Gesellschaftsschichten zu finden ist. Ebenso ist es keine Randerscheinung. Dabei sind mit dem Begriff der Sucht per se nicht nur Abhängigkeitserkrankungen definiert. Viel mehr sammeln sich darin alle missbräuchlichen sowie riskanten und abhängigen Verhaltensmuster. Dies bezieht sich auf legale sowie illegale Suchtmittel, aber auch nicht stoffgebundenes Verhalten. Hierzu zählt der unverhältnismässige Internetgebrauch, Spielsucht oder ganz klassisch das Glücksspiel. Ebenso gibt es eine Vielzahl eher „seltsamer Süchte“. Dennoch sind in vielen Fällen dramatische Schicksale bezeichnend für das persönliche Leben mit einer ausgeprägten Sucht.

Martina Gloor

Diese zieht alles in ihren Bann und betrifft ebenso die nächsten Angehörigen wie die eigene Familie sowie das Umfeld. So ist es nicht selten, dass Freunde und Kollegen ebenso betroffen sind, wie der Süchtige selbst. In diesem Kontext darf nicht vergessen werden, dass die Abhängigkeitserkrankungen nicht „einfach“ eine Sucht sind. Es sind schwere chronische Erkrankungen, die in den meisten Fällen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen und einem früheren Ableben einhergehen.

Gesundheitsschäden durch die Sucht

Schaut man sich die reinen Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums an, zeigen sich aufgrund der Drogen und Suchtmittel weitreichende Folgen. Diese sind sozialer, gesundheitlicher und nicht zuletzt volkswirtschaftlicher Natur. So sind in Deutschland von mehr als 82 Millionen Menschen, mehr als 14 Millionen abhängig von Nikotin und rauchen regelmässig. Ebenso erschreckend zeigt sich die Abhängigkeit vom Alkohol. Hier liegen offizielle Schätzungen bei mehr als 1,8 Millionen Menschen, die dem Gebrauch verfallen sind. Überraschenderweise liegt die Zahl derer, die medikamentenabhängig sind, bei mehr 2,3 Millionen Menschen.

Im Bereich der illegalen Drogen wie Kokain oder Heroin, aber auch Cannabis, scheinen rund 600.000 Menschen betroffen zu sein. Auch im Glücksspiel zeichnet sich ein Wachstum ab, denn hier ist die Zahl der Betroffenen bei 500.000 und steigend. Ähnliches zeigt sich in der exzessiven Nutzung des Internets. Hier zeigen mehr als 560.000 Menschen ein abhängiges Verhalten, das sich negativ auf das persönliche Leben auswirkt.

Wie geht man gesellschaftlich am besten mit dem Thema um?

Das Ziel muss es sein, Drogen und Sucht zu reduzieren oder ganz zu vermeiden. Dabei hilft Prävention, wie beispielsweise die Aufklärung. Hierdurch kann die Sensibilität dem Thema gegenüber erhöht werden. Ebenso muss es ausreichend Beratungs- sowie Behandlungsangebote geben. Dabei ist es wichtig, die Sucht ernst zu nehmen. Nicht nur von dem Betroffenen selbst, sondern auch von seinem Umfeld. Doch auch das Umfeld muss Massnahmen bieten, um die Situation des Süchtigen zu stabilisieren – gesundheitlich als auch sozial. Damit werden die nötigen Voraussetzungen geschaffen, um dem Betroffenen später einen Ausstieg zu ermöglichen.

 

Symbolbild von guenther gumhold / pixelio.de

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