522'000 Hunde in der Schweiz, 1,66 Millionen Katzen, dazu unzählige Nager, Fische, Reptilien und Vögel und anderes Kleingetier. Eine stolze Anzahl, die verständlich aufzeigt, dass folglich die Ausgaben für Heimtierfutter einen ordentlich hohen Posten ausmachen. Die Entwicklung führt seit Jahren kontinuierlich nach oben, wie eine Hochrechnung des Instituts Statista aussagt. 

von Martina Gloor

Millionenbeträge für Heimtierfutter - reiner Luxus?
Es sind auf den ersten Blick grosse Zahlen, die sich beim Betrachten der Statistiken auftun. Waren es 2010 noch 375 Millionen Euro, die ausgegeben wurden, so belief sich der Umsatz im Jahr 2016 auf 502 Millionen Euro. Für das Jahr 2021 sieht das Statistikinstitut eine Summe von 593 Millionen Euro voraus. Das klingt zunächst enorm, rechnet man aber die Ausgaben auf über zwei Millionen Katzen und Hunde, auf zwei Millionen Fische und einer geschätzten Gruppe von 200'000 bis 500'000 Nager und anderen Haustieren um, sind es geringe Beträge, die für ein einzelnes Haustier an industriell hergestelltem Futter statistisch anfallen. Sie reichen sicher nicht einmal aus, die Tiere halbwegs zu ernähren. Denn gleichzeitig errechnet das Institut einen Absatz von 17 kg pro Tier und Jahr, wobei hier Hunde und Katzen in der Schweiz gemeint sind. Das wären pro Tag keine 50 g, hier werden die meisten Hunde und Katzenhalter bereits schmunzeln. 

Bessere Qualität hat einen höheren Preis
Wie kommt es nun zu dieser Ausgabensteigerung, die unabhängig von der statistischen Futtermenge sicher eintreffen wird? Neben der allgemeinen Erhöhung der Lebenshaltungskosten sind die Ansprüche der Verbraucher ausschlaggebend. Es wird immer mehr Wert auf qualitativ hochwertiges Futter gelegt. Seriöse Produzenten passen sich diesem veränderten Verbraucherverhalten an. Oft haben die Zutaten für Katzen- und Hundefutter heutzutage Lebensmittelqualität oder stammen aus Biobetrieben. Aufwendigere Verfahren zur Herstellung tragen dazu bei, die Qualität der Rohstoffe weitgehend zu erhalten. Dazu kommen zahlreiche Varianten an Spezialernährung für unsere Vierbeiner. Auch die wird immer häufiger gekauft, denn Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien sind bei Hunden und Katzen leider im Vorrücken. Wer seinen Hund beispielsweise getreidefrei füttern muss oder will, greift zwangsläufig tiefer in die Tasche, denn hier entfällt ein kostengünstiger Futterzusatz. 

Bewusster Einkauf nützt Haustieren und der Natur
Die Kosten für den einzelnen Tierhalter lassen sich sicher auch in den nächsten Jahren auf ein vernünftiges Level bringen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis zu überprüfen ist ein erster Schritt. Dieses Kriterium regelmässig zu hinterfragen führt auf einen guten Weg, einerseits seinem Haustier in Sachen Futter gerecht zu werden und andererseits die Ausgaben im Rahmen zu halten. Aus ökologischer Sicht rentiert sich auch die Betrachtung, ob regionalen Produkten nicht der Verzug gegenüber Fertigfutter aus Übersee gegeben werden sollte. Weniger Transportkosten bedeuten mehr Geld für Qualität und regionale Produzenten und zudem mehr Schutz für die Artenvielfalt anderer Tiere. Deren Wohl sollte uns ebenso am Herzen liegen.

 

Bild: Screenshot petsexpert.ch

 

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