Dank eines aufmerksamen Bürgers konnte die Kantonspolizei Solothurn am Sonntagnachmittag, 26. Januar 2020, zwei mutmassliche Betrüger anhalten. Diese werden verdächtigt, sogenannte «Skimming»-Delikte begangen zu haben. Die beiden Rumänen wurden für weitere Ermittlungen festgenommen.

Kapo SO

In den letzten Monaten gingen in verschiedenen Kantonen immer wieder Anzeigen bei der Polizei ein, wonach bei diversen Personen Gelder von deren Konten abgebucht worden waren. Es stellte sich heraus, dass dies mittels sogenanntem Skimming geschehen sein musste. Beim Skimming werden durch Betrüger die Daten der Bank- oder Kreditkarte der Karteninhaber auf eine andere Karte kopiert. In der Folge werden dann mit dieser Kartenkopie Geldbezüge getätigt oder sie werden als Zahlungsmittel benutzt. Bei diversen Einkäufen und Einkaufsversuchen in Geschäften und Tankstellen konnten Videoaufnahmen der Täterschaft sichergestellt werden. Im Laufe der Ermittlungen zeigte sich, dass es sich jeweils um die gleiche Täterschaft handelt.

Am Sonntag, 26. Januar 2020, meldete sich der Betreiber eines Tankstellenshops aus Solothurn bei der Kantonspolizei Solothurn und teilte mit, dass er in seinem Shop soeben die mutmasslichen Täter wiedererkannt habe. Diese haben versucht, mit einer falschen Bankkarte zu bezahlen. Unverzüglich leitete die Polizei eine Fahndung nach dem beschriebenen Fahrzeug ein, mit welchem sich die Täterschaft vom Shop entfernt hatte und kurz darauf konnte das Auto durch eine Polizeipatrouille angehalten werden.

Die beiden Rumänen im Alter von 46 und 48 Jahren wurden für weitere Ermittlungen vorläufig festgenommen und befinden sich derzeit in Untersuchungshaft.    

Was ist Skimming?

Als Skimming bezeichnet man das Manipulieren von Kartenautomaten (Geldautomaten, Billettautomaten, Zahlungsterminals usw.). Ein Kartenlesegerät, welches durch die Betrüger an den Kartenautomaten angebracht wurde, speichert die Magnetstreifendaten und gleichzeitig spioniert die angebrachte Tastaturattrappe oder eine installierte Minikamera den PIN-Code aus. Für den Karteninhaber sind diese Manipulationen praktisch nicht erkennbar, da die Apparaturen täuschend echt aussehen und die Kameras so klein sind, dass sie kaum bemerkt werden. Hat die Täterschaft die Karteninformationen erlangt, fertigt sie damit eine Kopie der Karte an und bezieht in der Folge Geld ab dem Konto der Karteninhaber.

Wie kann ich mich gegen Skimming schützen?

  • PIN-Code verdeckt eingeben: Geben Sie an allen Kartenautomaten Ihren PIN-Code verdeckt ein. Verdecken Sie Ihre Zahlen-Eingabe mit der anderen Hand oder mit Ihrem Portemonnaie. Achten Sie darauf, dass Sie niemand dabei beobachtet.
  • Keine Ablenkung: Lassen Sie sich beim Geldabheben nicht ablenken. Fordern Sie aufdringliche Personen auf, Abstand zu halten. Lassen Sie sich nicht in ein Gespräch verwickeln und nehmen Sie keine Hilfe unbekannter Personen in Anspruch, wenn zum Beispiel Ihre Karte im Automaten feststeckt.
  • Bauchgefühl ernst nehmen: Vertrauen Sie auch am Kartenautomaten Ihrer Intuition: Wenn Ihnen ein Automat manipuliert vorkommt oder Sie sich am Automaten unwohl fühlen, weil zum Beispiel dubiose Personen in der Nähe sind, jemand Sie anspricht oder Ihnen zu nahe kommt, brechen Sie den Bezahl- oder Geldabhebevorgang unverzüglich ab.
  • Verdacht melden: Falls Sie einen manipulierten Automaten entdecken, informieren Sie den Automatenbetreiber. Ausserhalb der Bürozeiten wenden Sie sich an die Polizei über die Notrufnummer 117. Sie helfen so mit, weiteren Schaden zu vermeiden.

 

Symbolbild von teguhjati pras from Pixabay

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