Das Internet ist längst zum zentralen Faktor unseres Alltags geworden. Mehr als 80 Prozent der Bevölkerung in der Schweiz nutzen bereits die Dienste des World Wide Webs und noch immer ist ein jährlicher Zuwachs zu erwarten. Weniger bekannt ist dagegen die geschätzte Dauer, die jeder Eidgenosse Tag für Tag im Internet verbringt. Gerade aus diesem Grund war es uns wichtig, den Blick auf diesen besonderen Aspekt zu lenken.

Martina Gloor

Natürlich handelt es sich an dieser Stelle um Schätzungen, die nicht das genaue Nutzungsverhalten darstellen. Stattdessen wurde eine repräsentative Gruppe der Bevölkerung ausgewählt, welche möglichst genaue Angaben zu ihrem persönlichen Nutzungsverhalten machen sollte. Inwiefern diese Angaben am Ende der exakten Wahrheit entsprechen, lässt sich nicht überprüfen.

Tatsächlich stieg die angegebene Nutzungsdauer des Internets im Jahr 2017 auf stolze 149 Minuten an. Etwa zweieinhalb Stunden werden demnach im Durchschnitt für die Verwendung des Internets angesetzt. Bereits der Blick auf die verschiedenen Geräte, die dabei von Bedeutung sind, liefert ein differenziertes Bild. Auf der einen Seite sinkt die Bedeutung der intensiven Nutzung am normalen Desktop immer mehr. Vor allem die weite Verbreitung des Smartphones sorgte jüngst dafür, dass immer mehr Menschen einen intensiven Zugriff auf das Internet pflegen. Auch unterwegs spielt das World Wide Web eine immer wichtigere Rolle. Erst aufgrund dieser Basis war es überhaupt möglich, die hohe Nutzungsdauer von zweieinhalb Stunden pro Tag zu erreichen.

Wie wird das Internet genutzt?
Doch welche Inhalte spielen nun aus der Sicht der Schweizer eine besonders große Rolle? Nach wie vor spielt die Kommunikation dabei eine wesentliche Rolle. Dabei ist nicht nur an die E-Mails zu denken, die morgens im Büro versendet werden. Hinzu treten vor allem die sozialen Netzwerke, deren Bedeutung in diesen Tagen nicht zu unterschätzen ist. Sie spielen eine immer wichtigere Rolle im Bereich der sozialen Kommunikation und nehmen aus diesem Grund zurecht einen wichtigen Platz in dieser Aufzählung ein. Auf der anderen Seite wird auch die Kommunikation über das Smartphone mehr und mehr über das Internet abgewickelt. Netzwerke wie WhatsApp tragen ebenfalls dazu bei, dass die Kommunikation zur wichtigsten Nutzungsart in den Augen der Schweizer geworden ist.

Die Unterhaltung durch Spiele
Weiterhin spielt die persönliche Unterhaltung mit Blick auf das Internet eine große Rolle. Die Gaming-Gemeinschaft ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Viele Spiele sind inzwischen für einen Online-Multiplayer ausgelegt, bei dem der direkte Kontakt zu anderen Spielern auf der ganzen Welt hergestellt werden kann. Jede Stunde im Spiel, die in erster Linie der jüngeren Generation zuzuschreiben ist, führt damit auch zu einer weiteren Stunde der Internetnutzung.

Doch nicht nur unterhaltende Angebote spielen in diesem Rahmen eine bedeutende Rolle. Auf der anderen Seite kommt dem Spiel um Echtgeld eine immer grössere Bedeutung zu. Der reale Einsatz ist in vielen Online Casinos möglich, wo Spielautomaten und klassische Tischspiele angeboten werden. Da immerhin jeder fünfte Schweizer, nach eigenen Angaben, bereits den Blick in ein Online Casino wagte, ist auch dieser Punkt nicht zu unterschätzen. Auch auf Webseiten wie dieser hier, die einen Vergleich der Angebote erlauben, wird dementsprechend Zeit verbracht.

Die Welt des Online-Shoppings
Nicht nur in der Weihnachtszeit können wir auf einen ganz besonderen Aspekt der Internetnutzung blicken. Denn dann spielt der Kauf von Produkten eine wichtige Rolle. in der Zeit von Amazon und Co. genießen wir die Möglichkeit, eine Vielzahl an Produkten mit nur wenigen Klicks in unseren Warenkorb zu legen. Mehr als zwei Drittel der Schweizer haben sich dieser Mittel bereits bedient. Rund ein Drittel der Bevölkerung kann sogar zu den wahren Intensivnutzern in der Welt des Online-Shoppings gezählt werden.
In der Summe kommt einerseits die klare Bereicherung der Verbraucher zum Tragen, welche die Entwicklung des Online-Handels mit sich brachte. Nie zuvor ist es möglich gewesen, sich Produkte mit einem derart großen Komfort selbst liefern zu lassen. Auf der anderen Seite muss der Blick ebenso auf die Kehrseiten dieses Trends gelenkt werden. Denn wie in anderen Ländern leidet in der Schweiz der Einzelhandel in besonderer Weise unter dem neuen Trend. Denn durch die Tatsache, dass sich immer mehr Menschen für den digitalen Kauf entscheiden, sinken die Umsätze in vielen Geschäften, was als klare Kehrseite der Medaille angesehen werden muss.

Der Konsum pornografischer Inhalte
Ein Aspekt der Nutzung, der von zentraler Bedeutung ist, wird zumindest in der offiziellen Darstellung gerne fallen gelassen. Denn für mehr als die Hälfte der Schweizer spielt sogleich der Konsum pornografischer Inhalte eine Rolle beim Zugriff auf das World Wide Web. Da jeder mit wenigen Klicks auf entsprechende Seiten zugreifen kann, war es folglich ein Leichtes für die Plattformen, ihren Anteil am Markt zu sichern. Hinzu kommt die Tatsache, dass das Angebot meist kostenlos zur Verfügung steht, wodurch es in den Augen vieler Nutzer noch attraktiver erscheint. In der Gesamtheit gibt es also durchaus Gründe, weshalb der Pornokonsum mit in die Darstellung der eigentlichen Nutzung des Internets aufgenommen werden sollte. Nur so ist eine der Wahrheit entsprechende Darstellung der Internetnutzung möglich.

Die Recherche im Internet
Vor allem in der Anfangszeit wurde die klassische Recherche zu den Hauptzwecken des Internets gezählt. In diesen Tagen waren viele vom stetigen Zugriff auf vielseitige Inhalte begeistert, wie ihn nur das Internet zu bieten hatte. Die absolute Zeit, welche wir für diese Art der Nutzung einsetzen, hält sich im praktischen Alltag jedoch stark in Grenzen. In der Summe fallen nur etwa zehn Prozent der Zugriffe in der Schweiz auf dieses Thema. An und für sich bedeutet dies noch nicht, dass es sich um eine wichtige Recherche im eigentlichen Sinn handelt. Stattdessen wird in vielen Fällen dem bekannten News-Flash Rechnung getragen. Durch die vielen einzelnen Informationsstücke, die wir bei unserem Gang durch den digitalen Raum vor Augen geführt bekommen, ist es oft nicht mehr möglich, sich ein ganzheitlich zutreffendes Bild zu bestimmten Themen zu machen. Die Internetsuche nach der neuesten Trainerentlassung im Fußball wird deshalb ebenso in den Unterpunkt der Recherche gezählt.

Der Zugriff auf mediale Inhalte
Das Internet als Sammelplatz verschiedener Medien ist bei dieser Betrachtung nicht zu vernachlässigen. Zumindest zwölf Prozent der Zugriffe fallen auf verschiedene Plattformen, welche Musik, Bilder und Videos zur Verfügung stellen. Der Zuwachs der vergangenen Jahre ist in erster Linie dem großen Erfolg von Plattformen wie Spotify oder YouTube zuzuschreiben. Diesen Anbietern ist es gelungen, einen großen Teil ihrer Kunden zu binden und sich selbst eine sehr differenzierte Zielgruppe aufzubauen. Diese ist ebenfalls dafür verantwortlich, dass der mediale Zugriff zuletzt wieder an Bedeutung gewonnen hat.

Nach eigenen Angaben schätzen die Nutzer aus der Schweiz vor allem die Vielfalt des Angebots, wie es ihnen im Internet zuteil wird. Am praktischen Beispiel lässt sich leicht erkennen, wo der große Vorteil des Online-Zugriffs liegt. Denn in keiner anderen Kartei wäre es so leicht möglich, passende Inhalte zu finden, die den eigenen Anforderungen entsprechen. So können selbst komplexe Suchen, die in einem Offline-System schnell an ihre Grenzen stoßen würden, schon nach wenigen Minuten zu dem gewünschten Erfolg führen.

Die zukünftige Bedeutung des Internets
Viele Experten haben sich bereits zu der Frage geäußert, wie sich die Nutzung des Internets in den kommenden Jahren gestalten könnte. Dem allgemeinen Konsens lässt sich leicht entnehmen, dass eine weitere Steigerung der Bedeutung ansteht. Diese wird nicht zuletzt im Zuge der Digitalisierung und Vernetzung eintreten. Bereits die Fortentwicklung des Smart Homes spielt dabei eine entscheidende Rolle. Schon in den kommenden Jahren sollen immer mehr Prozesse des Alltags zentral in unseren eigenen vier Wänden gesteuert werden. Der Zusammenschluss der verschiedenen Systeme ist natürlich nur auf der praktischen Grundlage des Internets möglich. Somit könnte es rund um die Uhr dafür verantwortlich sein, dass der Zugriff auf die passenden Inhalte gelingt. Aus einer zeitlich begrenzten Nutzung, wie wir sie noch in diesen Tagen analysieren können, würde von diesem Moment an eine nicht endende Nutzung entstehen. Denn ganz unabhängig von den persönlichen Aktionen würden sich die verschiedenen Geräte des Hauses selbst mit dem Internet verbinden und somit ohne eigenes Zutun verschiedene Aktionen in die Wege leiten.

Eine Erhöhung der zukünftigen Nutzungszeit ist aber noch aus weiteren Gründen sehr wahrscheinlich. So könnte sich zum Beispiel das Fernsehen immer mehr zu einer internetbasierten Form entwickeln. Schon heute ist es vor allem die junge Generation, welche nicht mehr an die Sendezeiten der einzelnen Programme gebunden sein möchte. Moderne Streamingdienste nutzten diesen Anspruch aus, um ihre Kunden mit einem auserlesenen Angebot zu beglücken, welches sogar rund um die Uhr zur Verfügung steht. Auch dadurch ist von einer weiteren Steigerung der Bedeutung auszugehen.

Eine gelungene Infrastruktur
Immer wieder wird in anderen Ländern Europas über einen schlechten Ausbau des Internets geklagt. Der Fokus der staatlichen Investitionen lässt sich klar in anderen Bereichen des öffentlichen Lebens verorten, weshalb viele von einer klaren Unterschätzung des Internets sprechen. In der Schweiz wurde dagegen schon früh darauf geachtet, den Fortschritt des Internets zu unterstützen, um dadurch die heimische Wirtschaft zu stärken. Dies zeigt sich zum Beispiel darin, dass es in allen Kantonen flächendeckend möglich ist, in den Genuss der schnellen Verbindung zu kommen. Schon in den kommenden Jahren soll der Ausbau des Breitbands folgen, mit dessen Hilfe ein noch schnellerer Zugriff möglich ist.

Weiterhin ist beim Blick auf den infrastrukturellen Fortschritt auch das Einbeziehen des mobilen Angebots von Bedeutung. Immer mehr Menschen nutzen ihre Smartphones und Tablets dazu, um sich an jedem Ort ins Internet einzuloggen. Während andere Länder hier immer wieder über Abbrüche der Verbindung und langsame Ladezeiten zu klagen haben, unterstützt die einheitliche Regelung der Schweiz die Bemühungen der Nutzer in voll umfänglicher Weise. Besonders im Rahmen der digitalen Ökonomie, die in den kommenden Jahren weiter an Bedeutung gewinnen wird, ist ein solch sachlicher Blick von Bedeutung. Ansonsten könnte die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts darunter leiden, was es in jedem Fall zu verhindern gilt.

Zusammenfassung
In der Summe zeichnet sich beim Blick auf die Nutzungsdauer des Internets in der Schweiz also ein typisches Bild ab. Obwohl sich ein Zugriff von zweieinhalb Stunden täglich zunächst als besonders intensiv präsentiert, gliedert er sich bestens in die Statistiken anderer Länder ein. Die jeweiligen Nutzungsarten entsprechen mit ihren Anteilen an der Gesamtzeit ebenfalls dem allgemeinen Durchschnitt. In den Mittelpunkt zu rücken ist dagegen der digitale Fortschritt, wie ihn die Schweiz zuletzt schaffen konnte. Hier ist ein klarer Vorsprung zu anderen Ländern zu erkennen, der in baldiger Zukunft von Bedeutung sein könnte. Entscheidend dafür ist, dass auch in diesen Tagen die positive Entwicklung des World Wide Webs weiter unterstützt und nach vorn gebracht wird.

 

Symbolbild von S. Hofschlaeger / pixelio.de