Obwohl die Bevölkerung wächst, nehmen die Detailhandelsumsätze in der Schweiz ab. Sie sind im September 2018 im Vergleich zum Vorjahr nominal um 2,3% gefallen. Dies ist der stärkste Rückgang seit Dezember 2016. Saisonbereinigt sind die nominalen Detailhandelsumsätze gegenüber dem Vormonat um 1,6% zurückgegangen. Dies zeigen die provisorischen Ergebnisse des Bundesamtes für Statistik (BFS).

BFS / red.

Die realen, ebenfalls um Verkaufs- und Feiertagseffekte bereinigten Detailhandelsumsätze sind im September 2018 im Vorjahresvergleich um 2,7% gefallen. Die reale Entwicklung berücksichtigt die Teuerung. Gegenüber dem Vormonat sind die realen Detailhandelsumsätze saisonbereinigt um 1,6% zurückgegangen.

Detailhandel ohne Tankstellen

Bereinigt um Verkaufs- und Feiertagseffekte verzeichnete der Detailhandel ohne Tankstellen im September 2018 gegenüber September 2017 einen Rückgang des nominalen Umsatzes von 2,8% (real –3,0%). Der Detailhandel mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren verbuchte eine Abnahme der nominalen Umsätze von 1,1% (real –2,4%), während der Nicht-Nahrungsmittelsektor ein nominales Minus von 4,2% registrierte (real –3,9%). Saisonbereinigt notierte der Detailhandel ohne Tankstellen im September gegenüber dem Vormonat einen nominalen Umsatzrückgang von 1,8% (real –1,8%). Der Detailhandel mit Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren verzeichnete einen nominalen Umsatzrückgang von 1,2% (real –1,6%). Der Nicht-Nahrungsmittelsektor registrierte ein nominales Minus von 1,9% (real –2,0%).

Grund: zu hohe Preise!

Gründe für den Umsatzrückgang im Schweizer Detailhandel sind die zu hohen Preise. Sie führen dazu, dass Schweizerinnen und Schweizer vermehrt im Ausland oder in ausländischen Internet-Shops einkaufen. Amazon, Aliexpress, Wish & Co. vermelden gewaltige Zuwachsraten bei Kunden mit Schweizer Kreditkarten. Analysten gehen davon aus, dass sich dieser Trend verstärken wird. Denn die Kunden werden preissensibler und recherchieren mittlerweile auch kleinste Anschaffungen zuerst im Internet.

Schweizer haben sich für Online-Shopping eingerichtet

Zudem steigt die Menge der Schweizer Kunden, die sich für Online-Einkäufe eingerichtet hat, sei es mit einer Prepaid-Kreditkarte, eigens für Online-Einkäufe, mit einem Paypal-Konto für die Bezahlung übers Internet oder mit einem Postfach bei einem grenznahen Paketdienst, um Lieferkosten zu sparen. Solche Kunden verzichten immer häufiger auf den Gang in Einkaufszentren oder Warenhäuser und somit auf zeitraubende Staus und die mühsame Suche nach meist kostenpflichtigen Parkplätzen. 

 

Symbolbild von Benjamin Thorn / pixelio.de

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