Mein letzter Beitrag zum Thema „Attacken auf den Finanzplatz Schweiz“ und Konsequenzen für private Anleger hat in der Leserschaft diverse Fragen aufgeworfen, zu denen ich gerne wie folgt Stellung nehmen möchte:

Maximilian Reimann

Basler Kantonalbank als schwärzestes Schaf

Ich hatte zur Vorsicht bei Investments in Aktien und PS von Schweizer Banken gemahnt, dabei die Kantonalbanken nicht ausgenommen und als Beispiel auf die Basler Kantonalbank verwiesen. Ein Leser schreibt, man dürfe nicht alle Kantonalbanken in den gleichen Topf zu diesem schwärzesten aller „KB-Schafe“ werfen. Nun, vor zwei Jahren strotzte auch die Basler KB noch vor Stärke. Seither ist nicht nur ihr Börsenkurs massiv abgesackt, sondern bspw. auch derjenige der St.Galler KB. Gut gehalten haben sich hingegen die Kurse der Waadtländer, Walliser und Luzerner KB. Nicht unerwähnt bleiben soll aber auch die Tatsache, dass die Kantonalbanken von Solothurn und Appenzell Ausserrhoden wegen selbstverschuldeter Misswirtschaft Mitte der 90-er Jahre gar untergegangen sind.

Einlegerschutz bei Konten auf zwei Raiffeisenbanken

Ein Leser, der Spargelder auf zwei verschiedenen Raiffeisenbanken parkiert hat, frägt sich, ob er nun über getrennte Sicherheitsgarantien von 2 x 100‘000 Franken verfügt. Der Gesetzestext lautet bekanntlich auf 100‘000 Franken pro Kopf und Bank. Entscheidend ist, ob es sich bei den Raiffeisenbanken um rechtlich selbständige Genossenschaften oder um Niederlassungen der Dachzentrale in St.Gallen handelt. Zu letzteren gehören bspw. die jungen Niederlassungen in grossen Städten wie Zürich, Basel, Bern oder Winterthur; da gibt es nur die einmalige Garantie, wobei alle geschützten Einlagen addiert werden. Die meisten der rund 300 Raiffeisenbanken sind hingegen selbständige Institute und verfügen über einen eigenständigen Einlegerschutz. Man beachte aber, dass viele Kleinst-Raiffeisenbanken zu grösseren Einheiten fusioniert haben oder ein Fusionsprozess im Gang ist.

Unilever nicht einmal in CH kotiert…

Schliesslich wundert sich ein Leser darüber, dass ich in meinem Hinweis auf solide Aktienwerte auch den britisch-niederländischen Konzern Unilever erwähnt hätte, der nicht einmal in der Schweiz kotiert sei. Offensichtlich hat er übersehen, dass erstens gar nicht von „Schweizer Aktien“ die Rede war, und zweitens im globalisierten Börsenzeitalter die Kotierung nicht mehr die gleiche Bedeutung hat wie früher. Zudem sind Schweizer Blue Chips wie Nestle oder Novartis bereits mehrheitlich in ausländischem Besitz und erwirtschaften in der Schweiz selber nur einen geringen Anteil ihres Weltumsatzes. Unilever selber verfügt immerhin mit der Knorr-Lusso-Sais-Gruppe in der Schweiz über ein wichtiges Standbein.

25.07.2013 | 2624 Aufrufe

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