Im zweiten Wahlgang der solothurnischen Ständeratswahlen gab es keine Überraschung. Ständerat Roberto Zanetti (SP) kann weitere vier Jahre im Stöckli politisieren. Sein Herausforderer, Nationalrat Christian Imark (SVP), holte sich einen Achtungserfolg. Bereits im ersten Wahlgang wiedergewählt wurde Ständerat Pirmin Bischof (CVP).

Martina Gloor

Wer die Städte Olten, Solothurn und Grenchen sowie den gesamten "oberen Kantonsteil" und weite Teile des Niederamts, für sich gewinnen kann, gewinnt üblicherweise einen Ständerats-Wahlkampf im Kanton Solothurn. So geschehen bei diesem zweiten Wahlgang vom Sonntag. Roberto Zanetti machte 61.03 Prozent Stimmen, bei einer Wahlbeteiligung von 39.32 Prozent. Mit anderen Worten: Zanetti wurde auch massiv von Wählenden anderer Parteien als "seiner" SP unterstützt. 

Herausforderer Christian Imark schaffte mit 38.97 Prozent einen Achtungserfolg. Das ist weit mehr, als seine Partei, die SVP, überhaupt Wähleranteile im Kanton hat. Auch er muss also viele Stimmen von Wählenden anderer Parteien erhalten haben. Doch der Unterschied zu Roberto Zanetti zeigt, auf eine grosse bürgerliche Unterstützung konnte sich Imark nicht verlassen. Vor allem in den eher konservativen Gemeinden im Schwarzbubenland, Gäu und Thal sowie in wenigen SVP-Hochburgen im Niederamt, wurde Imark gewählt. Ansonsten aber blieb die "Landkarte" nach der gestrigen Wahl mehrheitlich "Zanetti-Rot" (s. Grafik). 

Die Solothurner Ständeratswahlen 2019 sind damit zur Wiederholung von 2015 geworden. Wie vor vier Jahren wurde Ständerat Pirmin Bischof im ersten Wahlgang bestätigt. Wie vor vier Jahren verpasste Ständerat Roberto Zanetti das absolute Mehr knapp. Und wie vor vier Jahren gewinnt Zanetti schliesslich im zweiten Wahlgang das Duell gegen den bestgewählten SVP-Nationalrat. 2015 war das Nationalrat Walter Wobmann, dieses mal Nationalrat Christian Imark.

Einmal mehr ist es den Bürgerlichen (FDP, CVP und SVP) im Kanton Solothurn also nicht gelungen, im zweiten Wahlgang dem bürgerlichen Kandidaten in den Ständerat zu verhelfen. Im Gegenteil: Viele Bürgerliche gaben offensichtlich Roberto Zanetti die Stimme - oder blieben der Wahl fern. So scheiterte der Angriff von Christian Imark aufs Stöckli an der mangelnden bürgerlichen Unterstützung. 

 

Grafik: so.ch

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