Die Delegierten der SVP Aargau entschieden sich gestern Mittwochabend deutlich für Andreas Glarner als neuen Parteipräsidenten. Der Nationalrat aus Oberwil-Lieli erhielt 201 Stimmen, Grossrat Rolf Jäggi 106. Der bisherige Kantonalpräsident, Nationalrat Thomas Burgherr, wurde verabschiedet. 

Martina Gloor

Vor seiner Wahl in den Nationalrat war Andreas Glarner Gemeindeammann, politisierte im Grossen Rat und war jahrelang Fraktionschef der SVP-Grossratsfraktion.

Die Wahl von Andreas Glarner zum Parteipräsident darf auch als Richtungsentscheid der SVP Aargau gewertet werden. In seiner Ansprache sagte Glarner, dass vieles schief laufe, weshalb sich die SVP Gehör verschaffen müsse. Und das erreiche sie nicht, indem sie lieb, nett und beliebig austauschbar kommuniziere. Die Partei müsse kritische Themen wie beispielsweise den Sozialmissbrauch oder die Zuwanderung angehen und Klartext reden.

Zahlreiche Delegierte nutzten die Möglichkeit, für einen der beiden Kandidaten Stimmung zu machen. Dabei wurde Andreas Glarner als Macher und brillanter Redner gelobt, Grossrat Rolf Jäggi, als stiller Schaffer und Brückenbauer bezeichnet. 

Mit der Wahl des kämpferischen Nationalrats Andreas Glarner zum Präsident setzt die SVP Aargau ein Zeichen. Ob dies die Präsidentensuche der SVP Schweiz beeinflusst, bleibt offen. Fakt ist: In den letzten Jahren hat die SVP landesweit ihre Rolle als Themensetzerin eingebüsst, an Kampfkraft verloren und damit auch Medienpräsenz an andere Parteien abgegeben. Das dürfte sich mindestens im Aargau nun wieder ändern. 

 

Foto: Andreas Glarner (Bild zVg.)

 

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