Im Frühjahr 2019 hat sich der zehntausendste Auslandschweizer im Aargauer Stimmregister eingetragen. Lucien André Perrinjaquet aus Gontenschwil hat bereits den letzten Abstimmungssonntag genutzt, um von der Ferne aus an der eidgenössischen Abstimmung teilzunehmen. Die Stimmabgabe des knapp 40-jährigen Wynentalers, der heute in Brasilien lebt, ist via Kanton Aargau ins nationale Schlussergebnis eingeflossen. Die Auslandschweizerinnen und -schweizer bilden im Kanton Aargau aufgrund der Anzahl Stimmberechtigten die viertgrösste Stimmgemeinde.

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Letzten Sonntag stimmten die Aargauerinnen und Aargauer über zwei eidgenössische Vorlagen ab: Das Bundesgesetz über die Steuerreform und die AHV-Finanzierung (STAF) sowie die Umsetzung der EU-Waffenrichtlinie im Schweizer Waffenrecht. Ein Teil der Stimmen stammt aus allen Herren Ländern: Von den nun über 10'000 Auslandschweizerinnen und Auslandschweizern, die im Kanton Aargau registriert sind und somit das Recht haben, per Briefpost oder E-Voting an eidgenössischen Abstimmungen teilzunehmen, sind die meisten in Deutschland, Frankreich, den USA und Italien wohnhaft, verteilen sich jedoch insgesamt auf über 120 Länder.

10'000. stimmberechtigter Auslandschweizer lebt in Brasilien

Mit über 10'000 registrierten Stimmberechtigten bilden die Auslandschweizerinnen und -schweizer im Kanton Aargau die viertgrösste Stimmgemeinde hinter Aarau, Wettingen und Baden. Damit beträgt der Anteil der im Ausland lebenden stimmberechtigten Aargauerinnen und Aargauer gut zwei Prozent.

Mitte Februar registrierte sich Lucien André Perrinjaquet als der zehntausendste Auslandschweizer im Aargauer Stimmregister. Der ursprünglich in Gontenschwil aufgewachsene, bald 40-jährige Lehrer und Ofenbauer wanderte zu Beginn dieses Jahrs nach Curitiba, Brasilien, aus. Dabei lässt er es sich nicht nehmen, sein politisches Mitspracherecht weiter auszuüben, neu aber per E-Voting: "Natürlich habe ich an den Abstimmungen vom 19. Mai 2019 teilgenommen, das habe ich in der Schweiz schon immer gemacht und es ist ein Recht, um das uns viele beneiden. Dank der frühzeitigen Zustellung der Abstimmungsunterlagen durch den Kanton Aargau wäre auch eine briefliche Abstimmung noch möglich gewesen." Doch nicht all seine Lehrerkollegen aus der Schweiz, die mit ihm in Curitiba unterrichten, haben die Gelegenheit, überhaupt abzustimmen: "Da ihre Unterlagen erst wenige Tage vor der Abstimmung in Curitiba eintreffen und in ihren Kantonen kein E-Voting möglich ist, bleibt ihnen eine politische Mitsprache versagt."

E-Voting als wichtigster Stimmkanal für Auslandschweizerinnen und -schweizer

Seit neun Jahren führt der Kanton Aargau erfolgreich E-Voting-Urnengänge für die bei ihm registrierten Auslandschweizerinnen und -schweizer durch. Rund zwei Drittel der Stimmenden nutzen dieses Angebot, Tendenz steigend. E-Voting hat sich somit als wichtigster Stimmkanal für die im Aargau registrierten im Ausland lebenden Schweizerinnen und Schweizer etabliert.

 

Foto: Lucien Perrinjaquet aus Gontenschwil erkundet auf eigene Faust Brasilien - und stimmt von dort aus ab. (Bild zVg.)

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