Für Bürgerinnen und Bürger mit einem Anliegen an das Departement Gesundheit und Soziales (DGS) ist eine Mailbox eingerichtet worden. Eingehende Meldungen werden ernst genommen und weiterverfolgt. Bürgerinnen und Bürger mit einem Anliegen an das DGS können sich unter der Mailadresse Mailbox.DGS@ag.ch direkt bei Regierungsrätin Franziska Roth melden. "Mir ist wichtig, dass die Bevölkerung Gehör findet bei uns", erklärt die Departementsvorsteherin, "es darf nicht sein, dass sich jemand von Mitarbeitenden unseres Departements nicht ernstgenommen fühlt oder sogar aufläuft und Anliegen nicht weiterverfolgt werden."

DGS

Hintergrund der "Mailbox"-Massnahme ist der sexuelle Missbrauch einer Patientin durch einen Psychiater. Das Opfer hatte sich im April 2016 an den Kantonsarzt gewandt, kurz nachdem der fehlbare Psychiater eine Selbstanzeige eingereicht hatte.

Der Kantonsarzt ordnete ein forensisches Gutachten über den Psychiater an und verzichtete aufgrund der Begutachtung des Gutachters auf eine Massnahme. Die Patientin reichte daraufhin im Oktober 2016 eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft ein. Das Bezirksgericht Aarau verurteilte den fehlbaren Psychiater im Dezember 2017 zu einer bedingten Geldstrafe, zu einer Busse sowie zu einer Entschädigungszahlung an das Opfer. Zudem wurde angeordnet, dass er während zweier Jahren keine weiblichen Patienten therapieren darf. Das DGS ordnete nach der Verurteilung die gleiche Massnahme an.

Der neue Psychiater der betroffenen Patientin reichte in ihrem Auftrag im Mai 2018 beim DGS eine Aufsichtsbeschwerde ein, die zu keinen weitergehenden Massnahmen führte.

Regierungsrätin Franziska Roth traf sich letzte Woche mit dem Missbrauchsopfer und liess sich aus erster Hand über den Fall informieren.

Abläufe und Prozesse sollen verbessert werden

Um bei der departementsinternen Aufarbeitung des Falles erkannte Schwachstellen verbessern zu können, ordnete Franziska Roth eine Untersuchung der Abläufe und Entscheidungsprozesse an. Dies mit dem Ziel, dass sich ein solcher Fall im Departement nicht wiederholen kann.

Regierungsrätin Franziska Roth betont, dass es Aufgabe der rund 400 Mitarbeitenden des Departements für Gesundheit und Soziales sei, für die Bürgerinnen und Bürger da zu sein. Die Anliegen der Bevölkerung müssen ernstgenommen und weiterverfolgt werden.

Die Mailadresse Mailbox.DGS@ag.ch wird vorerst bis Ende 2019 in Betrieb bleiben. Die Sichtung allfällig eingehender Anliegen nimmt die Departementsvorsteherin zusammen mit dem Generalsekretär und der Leiterin Kommunikation vor.

 

Foto: RR Franziska Roth (ag.ch)

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