Sauberes Trinkwasser ist ein rares und wertvolles Gut. Auch wenn in der westlichen Welt die Trinkwasserversorgung ausgezeichnet ist, haben viele Menschen ein schlechtes Gewissen, wenn sie an den verschwenderischen Umgang mit dem kühlen Nass denken. Soll man das aufwendig gereinigte Leitungswasser für die Toilettenspülung, die Waschmaschine, die Autowäsche oder für den Garten benutzen? Das muss nicht sein. Mit einem Regenwassertank steht genügend Regenwasser für diese Aufgaben zur Verfügung. Das spart Geld und schont die Umwelt.

Martina Gloor

Die Zahlen sind erschreckend: Fast 150 Liter Wasser verbraucht ein Schweizer pro Tag. Mehr als 40 Liter werden die Toilette runtergespült. Auch für den Garten werden noch immer jeden Tag pro Kopf 15 Liter Trinkwasser verbraucht. Das ist eine grosse Ressourcenverschwendung. Das Trinkwasser wurde zuvor aufwendig geklärt und gesäubert. Und das nur, um dann in der Toilette zu verschwinden?

Tatsächlich, schätzen Experten, kann in einem normalen Haushalt rund die Hälfte des Trinkwasserverbrauchs eingespart werden, wenn nicht das saubere Trinkwasser, sondern schlicht und einfach Regenwasser für gewisse Anwendungen verwendet wird. In puncto Sauberkeit ist beim Regen nichts zu bemängeln. Das Wasser, das kostenlos vom Himmel fällt, kann bedenkenlos in vielen Bereichen eingesetzt werden: für die Toilettenspülung, zum Wäschewaschen, bei der Autoreinigung und natürlich im Garten.

Auf den gewohnten Komfort müssen Sie dennoch nicht verzichten. Trinkwasser muss dafür nicht vergeudet werden. Tatsächlich macht sich die Regenwassernutzung nicht nur beim guten Gewissen bemerkbar. Ganz konkret messbar sind die Vorteile im Geldbeutel. Denn jeder Liter Trinkwasser, der nicht verschwendet wird, schont die Haushaltskasse. Denn jeder Liter Trinkwasser, der aus der Wasserleitung kommt, kostet bares Geld. Wenn Sie nun einen grossen Teil des Leitungswassers durch Regenwasser ersetzen, fällt auch die monatliche Rechnung von Ihrem Versorgungsunternehmen dementsprechend geringer aus. Bis zu 45 Prozent kann der Leitungswasserverbrauch reduziert werden, wenn stattdessen Regenwasser zum Einsatz kommt. Es lohnt sich, über die Regenwassernutzung als ergänzende Wasserversorgung nachzudenken.

Regnet es genug?

Wer sich für mit der Regenwassernutzung auseinandersetzt, wird den Regen bald mit anderen Augen sehen. Anstatt sich nach trockenem Wetter zu sehnen, wird jeder Regentropfen begrüsst, weil damit die Wasservorräte aufgefüllt werden können. Doch wie gross müssen die Vorräte eigentlich sein, um immer genügend Wasser zu haben? Diese Frage antwortet der Regenwasserkalkulator.

Auf der Internetseite des Regenwasserkalkulators wählen Sie zuerst den Kanton aus, in dem Sie leben. In einem zweiten Schritt fragt der Kalkulator genauer nach und bittet Sie um die Angabe der nächsten Wetterstation. Anhand der Messdaten dieser Station ermittelt der Rechner für Ihren Wohnort, mit welchen Regenmengen Sie rechnen müssen. Es folgen einige Anfragen zu der Dachfläche und Form Ihrer Immobilie. Daraus errechnet die praktische Webseite schliesslich, wie viel Liter Regen Sie in einem bestimmten Zeitraum auffangen können.

In einem weiteren Schritt müssen Sie schliesslich einige Angaben zum Wasserverbrauch machen, damit der Kalkulator berechnen kann, wie gross der Regenwassertank sein sollte. Mit all diesen Informationen sind sie bestens gerüstet, um endlich in die Regenwassernutzung einzusteigen. Sie werden sich wundern, wie schnell sich das rechnet. Die Kosten für den Regenwassertank haben sich bereits nach kurzer Zeit durch den geringeren Trinkwasserverbrauch amortisiert.

 

Symbolbild von Steve Buissinne auf Pixabay