Das Komitee «Pro Verkehrsanbindung Thal» erhält gewichtigen Zuwachs: Die Oensingen-Balsthal-Bahn (OeBB) tritt per sofort dem Komitee bei. «Ohne die Verkehrsanbindung Thal kann sich der öffentliche Verkehr im Thal nicht weiterentwickeln», sagt OeBB-VR-Präsident Thomas Fluri. Deshalb will das Bahnunternehmen sich im Komitee an vorderster Front engagieren. Was den Volksauftrag der Gruppe «Läbigi Klus» betrifft, der im November im Kantonsrat behandelt wird, so lehnt das Komitee diesen mit Nachdruck ab. 

Komitee "Pro Verkehrsanbindung Thal"

Nach Jahren des Werweissens und Planens liegt er vor: Ein vernünftiger Vorschlag, wie die Region Thal besser ans Verkehrsnetz angeschlossen und der Engpass auf der Strasse durch die Klus beseitigt werden kann. Die Verkehrsanbindung Thal bietet genügend Kapazität für die Motorfahrzeuge, sichere Wege für Fussgänger und Radfahrer, sie berücksichtigt den Landschaftsschutz, bezieht den öV mit ein – und das zu einem tragbaren Preis. Kurzum: Es muss alles dafür getan werden, dass dieses Projekt realisiert wird.

Deshalb haben sich alle Gemeindepräsidenten des Thals, jener von Oensingen sowie weitere Personen aus Politik und Wirtschaft im Komitee «Pro Verkehrsanbindung Thal» zusammengetan. Für sie ist klar: Das Projekt VA Thal ist ausgereift. Nach Solothurn 2008 und Olten 2013, wo Umfahrungen für insgesamt rund 400 Millionen Franken gebaut wurden, ist nun ihre Region dran. Jetzt ist es an der Zeit, das Thal und Gäu vom Verkehr zu entlasten.

ÖV im Thal kann sich nicht entwickeln

Das Komitee erhält nun gewichtigen Zuwachs: Auch die OeBB tritt ihm per sofort bei. Im Verwaltungsrat der privaten Eisenbahngesellschaft hat man die VA Thal eingehend geprüft, differenziert diskutiert und kam letztlich mit Überzeugung zu folgendem Schluss: Ohne Realisierung dieses Grossprojektes kann sich der öffentliche Verkehr im Thal nicht entwickeln. Insbesondere folgende Punkte sprechen aus Sicht der Bahnverantwortlichen für eine Umsetzung des Vorhabens ohne weitere Verzögerungen und in der nun vorliegenden Form:

  • Mit der Verkehrsanbindung Thal kann der öV in der Region Thal gesichert und zu Gunsten der Benutzer weiterentwickelt werden. Bereits heute kann der öV nicht mehr alle Anschlüsse in Oensingen und Balsthal gewährleisten und verliert an Attraktivität.
  • Die VA Thal setzt Anreize, die der Umwelt zugutekommen. Der Langsamverkehr und ein Umsatteln aufs Velo werden attraktiver und auch bedeutend sicherer.
  • Ohne VA Thal verliert das Thal als Wohn- und Wirtschaftsregion weiter an Bedeutung. Niemand nimmt gern in Kauf, jeden Tag viel Zeit im Stau zu verbringen. Die Folge dieser unhaltbaren Situation: Es zieht niemand mehr ins Thal, immer mehr Pendler ziehen weg.
  • Die VA Thal ist eine sinnvolle Ergänzung des öV und beschert den 14‘000 Thalerinnen und Thalern zusammen mit Bus und Bahn eine umfassende Verkehrsanbindung mit ausreichender Kapazität.

Für die Verantwortlichen der OeBB ist klar: Eine solche günstige Chance kommt nie mehr, eine bessere Alternative zum aktuellen Projekt zu finden ist unmöglich. Aus diesem Grund tritt die Bahn dem Komitee «Pro VA Thal» bei und will sich darin aktiv einbringen und engagieren. «Dieser erfreuliche Beitritt der OeBB in unser Komitee zeigt, wie richtig und wichtig unser Kampf für die Verkehrsanbindung Thal ist», kommentiert Stefan Müller-Altermatt, Nationalrat aus Herbetswil und Co-Präsident des Komitees, diese gewichtige Unterstützung.

Volksauftrag ist abzuschmettern

Eine dezidierte Meinung hat das Komitee «Pro VA Thal» auch zum Volksauftrag, den die Gruppe «Läbigi Klus» um Fabian Müller eingereicht hat. Im Rahmen einer mehrwöchigen Testphase hätte die Bahnschranke bei der Thalbrücke in Balsthal zu den verkehrsreichen Zeiten am Abend geöffnet bleiben müssen. Anstelle des Bahnverkehrs sollte während dieser Zeit die Verbindung mit einem Busbetrieb gewährleistet bleiben. Auf diese Weise wollen die Initianten herausfinden, ob die Staubildung in der Klus direkt mit der geschlossenen Bahnschranke zu tun hat. Der Regierungsrat wie auch die Umwelt-, Bau- und Wirtschaftskommission des Kantonsrats (Umbawiko) kamen bei der Behandlung des Volksauftrags zum einzig naheliegenden Schluss: Die vorgeschlagene Testphase sei weder zweck- noch verhältnismässig und bringe keine neuen Erkenntnisse. Er stützt sich bei seiner Beurteilung auf die Studie, die mittels elektronischer Verkehrssimulation gemacht wurde.

Dass «Läbigi Klus» der Regierung unterstellt, die Computersimulation mit falschen Zahlen zu füttern und behauptet, auf der Durchfahrt durch die Klus habe in den letzten sieben Jahren keinerlei Verkehrszunahme stattgefunden, ist aus Sicht des Komitees schlicht falsch: Der Verkehr durch die Klus hat in den letzten fünf Jahren nachweislich zugenommen! Es ist dabei jedoch zu berücksichtigen, dass die Abendspitze aktuell nicht zunimmt – oder präziser: nicht zunehmen kann, weil die Autobahn A1 und auch die Hauptstrassen um Oensingen herum am Abend extrem stark belastet sind. Nach dem Ausbau der Autobahn A1 zwischen Härkingen und Luterbach ist damit zu rechnen, dass die Abendspitze durch die Klus zunimmt und sich die Situation verschärft.

Laut Erhebungen der OeBB, welche diese nun natürlich auch ins Komitee «Pro VA Thal» einbringt, haben zwei Drittel aller Benützer des öffentlichen Verkehrs den Bahnhof Balsthal respektive die Weiterfahrt in Richtung Mümliswil oder Holderbank als Ziel. Die schlechte Verlässlichkeit des ÖV-Angebots während der Testphase würde dazu führen, dass viele verärgerte Passagiere auf das Auto umsteigen würden. Die Versuchsphase wäre also sogar kontraproduktiv.

Die OeBB hat ganz klare Vorstellungen

Die OeBB hat ganz klare Vorstellungen bezüglich Zukunft: Sie möchte zusammen mit den PostAuto das Angebot im öV in der Region Thal ausbauen, insbesondere zu den Pendlerzeiten. Dieser Ausbau ist jedoch nicht möglich, wenn zusätzliche PostAuto-Kurse im Stau stehen. Auch ein ¼ Stundentakt der OeBB ist zwar im Sinne der öV-Benutzer, kann jedoch im Sinne des Gesamtverkehrs ohne eine entsprechende neue strassenseitige Verkehrsanbindung des Thals nur schwer realisiert werden.

Die OeBB hat sich auch Gedanken gemacht bezüglich einer Endstation der Bahnlinie in der Thalbrücke und dies auch mit PostAuto diskutiert. Fazit: Dazu fehlt dort schlicht der Platz! Wo in der Thalbrücke sollen vier Buskanten entstehen, die behindertengerecht sind, über hundert Fahrräder abgestellt werden können und bis zu 30 Autos Parkplätze finden? Zudem würden alle Ein- und Umsteiger irgendwann die Hauptstrasse queren wollen, was automatisch wiederum zu Warteschlangen führt.

 

Bild: Jetzt setzt sich auch die OeBB an vorderster Front für die Realisierung der Verkehrsanbindung Thal ein und tritt dem Komitee «Pro VA Thal» bei: Die beiden Co-Präsidenten des Komitees, Pierino Menna (ganz links) und Stefan Müller-Altermatt (ganz rechts) heissen OeBB-VR-Präsident Thomas Fluri (2.v.l.) und OeBB-Geschäftsführer Markus Schindelholz in ihren Reihen willkommen. (Foto zVg.)

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