49 Prozent mehr Nutzer meldet das US-amerikanische à-la-carte Fernsehen Netflix im dritten Quartal 2017 (im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Vorjahr). 4,5 der 5,3 Millionen Neukunden wurden im Ausland angelockt. Netflix rechnet weiterhin mit ungebremstem Zuwachs.

Netflix / red. 

Bis Ende September schauten sich weltweit 109 Millionen Menschen Filme und Serien über das seit 2014 auch in der Schweiz präsente Streaming-Portal an, wie aus den am Montagabend publizierten Geschäftszahlen hervorgeht.

Auch finanziell brillierte der Konzern: Die Erlöse konnte er im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent auf 3 Milliarden US-Dollar steigern, der Gewinn legte von 52 Millionen auf 130 Millionen US-Dollar zu.

Und der Boom im Streaming-TV scheint ungebremst weiterzugehen. Jedenfalls rechnet Netflix für das laufende Quartal mit einem noch stärkeren Kundenzuwachs: Bis Ende Jahr will das Unternehmen 6,3 Millionen neue Mitglieder in seinen Reihen begrüssen, wie es im Quartalsbericht vorrechnet.

Doch auch die Konkurrenz wittert die Chancen. Neben Disney und Amazon will auch Apple stärker mit Streaming punkten. Um sich unersetzbar zu machen, setzt Netflix seit Längerem auf Eigenproduktionen, die exklusiv im eigenen Programm zu sehen sind. Darunter ziehen vor allem die Serien wie zum Beispiel «Narcos» oder «Stranger Things».

Fürs nächste Jahr hat der Streamer erneut 7 bis 8 Milliarden US-Dollar an weiteren Investitionen angekündigt.

Branchen-Insider gehen davon aus, dass mittelfristig die TV-Angebote von Swisscom, UPC (Cablecom) oder Sunrise etc. wegen Netflix & Co. unter Druck kommen. Dies, weil die Schweizer TV-Verbreiter vergleichsweise doch recht hohe monatliche Abo-Kosten für fixe Mindestabonnements verlangen, vor allem für so genannte Replay-TV und HD-TV-Angebote.

Doch gerade jüngere Generationen gehen immer weniger Abo-Verpflichtungen mit Mindestabonnementsdauer ein. 

Auf der anderen Seite beklagen sich die Netzanbieter in der Schweiz immer häufiger über die hohen Bandbreiten, die für die Übertragung der Datenmengen beim Konsum von Netflix & Co. belegt werden. Doch Swisscom, Sunrise und UPC sind als Netzanbieter und Anbieter von TV-Diensten in der Zwickmühle. Verlangen sie nämlich mehr Geld von den Endkunden für die Bereitstellung der Infrastruktur zum Konsum von Netflix usw., müssen sie mit Kündigungen ihrer eigenen TV-Abonnements durch die Kunden rechnen. Denn doppelt werden die Kunden kaum bezahlen. Sie schauen dann nur noch Serien und Spielfilme auf netflix.com und etwa News-Sendungen auf Anbietern wie zattoo.com

 

Grafik: Screenshot von netflix.com

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