Verheimlichte die Nationalbank Fremdwährungstransaktionen, die über das Konto von Hildebrands Frau Kaysha liefen? Diesen Eindruck könnte man bekommen. Deshalb stellt Nationalrat Christoph Mörgeli (SVP/ZH) heute in einer Interpellation, die soeben den Medien verteilt wurde, kritische Fragen.

von Melanie Jäggi

Nationalrat Mörgeli stellt heikle Fragen zur Nationalbank (Bild: soaktuell.ch)

Im Rahmen der verfassungsmässigen „Mitwirkung und Aufsicht des Bundes“ über die Schweizerische Nationalbank und deren Bankrat will Mörgeli vom Bundesrat wissen:

  1. Warum wurde zur „Compliance Review“ der Nationalbank ausgerechnet Daniel Senn von der Revisionsgesellschaft KPMG beauftragt, der gleichzeitig als Lead Audit Partner der Bank Sarasin arbeitet und damit im Fall Philipp Hildebrand einen offensichtlichen Interessenkonflikt hat? 
  2. Warum wurden die angeblich „jederzeit zur Verfügung stehenden“ Geschäftskonti von Kashya Hildebrand nicht untersucht, obwohl diese gemäss den öffentlichen Erklärungen von Philipp Hildebrand eine Rolle bei seinen Devisentransaktionen spielten? 
  3. Warum nahm sich Daniel Senn von der KPMG das Recht heraus, zu entscheiden, dass die Untersuchung der Geschäftskonti von Kashya Hildebrand zu zeitraubend und zu aufwendig sei? 
  4. Warum wurde erst und ausgerechnet am Tag der parlamentarischen Sondersession über die Nationalbank bekanntgegeben, dass nachträglich auch die Geschäftskonti von Kashya Hildebrand untersucht werden sollen?
  5. Warum sollen dabei nur Beträge über 100‘000 Franken untersucht werden, obwohl allenfalls gesetzlich problematische Beträge weit darunter liegen können? 
  6. Warum werden die Geschäftskonti von Kashya Hildebrand nicht seit dem Jahr 2003 und damit dem Eintritt ihres Gatten ins Nationalbankdirektorium untersucht? 
  7. Wie beurteilt der Bundesrat die Tatsache, dass Philipp Hildebrand und dessen Anwalt erfolgreich verhinderten, dass die KPMG-Revisoren mit Hildbrands Kundenberater von der Bank Sarasin sprechen konnten? 

Diese Fragen stellen die Bemühungen der um Transparenz und Ansehen ringenden Nationalbank in ein neues Licht. Lief in der Causa Hildebrand bis zum Schluss eine koordinierte Vertuschungsaktion? Der Bundesrat und die Nationalbank wäre wohl gut beraten, endlich Licht ins Dunkel zu bringen. Bleibt hier auch nur ein Hauch von Absprachen, Mauscheleien oder möglichen Vertuschungsversuchen hängen, dürfte die Nationalbank kaum je zur altgewohnten Tagesordnung übergehen können.

 

16.03.2012 | 1689 Aufrufe

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