Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat am 12. Juni 2018 die Konzessionsverfügung für den Betrieb des Eisenbahn-Fernverkehrs ab Ende 2019 erlassen. Der grösste Teil der Linien und das ganze Intercity-Netz gehen an die SBB. Die BLS erhält die Konzession für zwei Interregio-Linien (gekämpft hat die BLS für fünf Linien). Einmal mehr verpasst es der Bund, Konkurrenz zur SBB zu schaffen. Ziel wären nicht nur günstigere Ticketpreise, sondern vor allem Druck auf die explodierenden Kosten der SBB durch Mitbewerber. Bis zur nächsten Konzessionierung kann die SBB nun weiter wursteln wie bisher. Ein mutloser Entscheid. 

BAV / red.

Vom 20. April bis zum 23. Mai 2018 hat das BAV die betroffenen Kantone, Verkehrsverbünde, Transportunternehmen und Infrastrukturbetreiberinnen zum geplanten Konzessionsentscheid angehört. Während sich die SBB und rund die Hälfte der Kantone kritisch zur geplanten Vergabe von Konzessionen an zwei Bahnen äusserten, unterstützen die BLS, die andere Hälfte der Kantone und die grosse Mehrheit der übrigen Transportunternehmen die vorgesehene Vergabe.

In der nun erlassenen Verfügung hält das BAV deshalb wegen der positiven Effekte des Mehrbahnenmodells daran fest, der BLS die Konzession für die beiden Interregio-Linien Bern–Biel und Bern–Burgdorf–Olten zu erteilen. Die Konzession für die übrigen Linien und damit auch für das ganze Intercity-Netz geht erneut an die SBB. Damit wird den guten Erfahrungen und der hohen Qualität der bisherigen Leistungserbringung Rechnung getragen. 

BLS übergangen

Die Verfügung bleibt deutlich hinter dem zurück, was die BLS als Gesuch eingereicht hat. Entsprechend enttäuscht ist die BLS. Der Verwaltungsrat der BLS werde abschliessend entscheiden, ob die BLS die beiden vorgesehenen Fernverkehrslinien ab Dezember 2019 bedienen werde. Er halte sich ausserdem die Möglichkeit offen, innerhalb der gesetzlich festgelegten Frist von 30 Tagen Beschwerde gegen den vorliegenden Verfügungsumfang einzureichen, teilt die BLS nach bekannt werden der Konzessionsverfügung mit.

Nächste Gelegenheit kommt erst in zehn Jahren

Damit in absehbarer Zeit eine Weiterentwicklung möglich ist, werden die neuen Konzessionen für je 10 Jahre erteilt. Das BAV wird die rechtlichen Vorgaben für die Vergabe von Fernverkehrskonzessionen überprüfen und Vorschläge dazu unterbreiten, wie das Verfahren angepasst werden kann.

Bis zum Fahrplanwechsel Ende 2019 gilt die bestehende Fernverkehrskonzession der SBB.

 

Symbolbild von muensterpoint.de / pixelio.de

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