Die Säule 3a gehört zu den besten Sparanlagen mit Blick auf die Altersvorsorge. Sie ist wirklich sicher und wird auch noch einigermassen attraktiv verzinst; vor allem aber reduziert sie die Einkommenssteuer.

von Maximilian Reimann

Die jährlichen Einlagen in die Säule 3a sind zwar beschränkt, aber sie können vollständig vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden. Das sei wieder einmal allen Sparern in Erinnerung gerufen, die erwerbstätig sind und das 70. Altersjahr noch nicht überschritten haben. Heuer beträgt der maximale Abzug 6‘682 Franken für unselbständig Erwerbende und 33‘408 Franken für Selbständige, die über keine 2. Säule verfügen. Die Einlagen können bekanntlich via Bank oder Versicherung getätigt werden.

Altersschranke 70 ist willkürlich
Gerade für selbständigerwerbende Personen erweist sich die Säule 3a faktisch als Ersatz für die 2. Säule, wenn sie sich nicht fakultativ einer Pensionskasse angeschlossen haben. Leute aus diesem Personenkreis, aber auch viele Angestellte, arbeiten aus unterschiedlichsten Gründen immer mehr über das ordentliche Pensionsalter hinaus, also 64 Jahren bei den Frauen und 65 Jahren bei den Männern. Deshalb hat der Bundesrat per 1. Januar 2008 die Säule 3a um 5 Jahre verlängert. Das war gut und recht, genügt aber nicht. Warum soll eine 70-jährige Gastwirtin oder ein 72-jähriger Rechtsanwalt nicht weiter von der steuerlichen Abzugsberechtigung der Säule 3a Gebrauch machen können, wenn sie im Erwerbsleben verbleiben?

Eine Altersschranke ist da doch reine Willkür. Deshalb hatte ich in der eben zu Ende gegangenen Frühjahrssession eine Motion eingereicht, die vom Bundesrat verlangt, diese individuelle Vorsorgeform bis zur endgültigen Aufgabe der Erwerbstätigkeit zuzulassen. Nicht weniger als 35 Ratsmitglieder haben die Motion mitunterzeichnet und mir versichert, das sei eine logische Konsequenz aus der zunehmenden Lebenserwartung. Hoffentlich sieht es der Bundesrat auch so. Das letzte Wort liegt aber beim Parlament.

Wann lohnt sich der AHV-Vorbezug?
In meinem letzten Geld-Artikel war die Rede vom Aufschub des Bezugs der AHV-Rente. Wer über das Rentenalter hinaus weiter arbeitet und sich guter Gesundheit erfreut, fährt in der Regel finanziell besser, wenn er vorderhand den Bezug der Rente aus Säule 1 aufschiebt. Das kann man maximal 5 Jahre tun. Schon deshalb wäre es sinnvoll und zweckmässig, die Nutzung der Säule 3a bis zur endgültigen Aufgabe der Erwerbstätigkeit zu verlängern.

Ein Leser, der nächstes Jahr 63-jährig wird und sein Arbeitspensum sukzessive reduzieren möchte, hat mich nun auf den Vorbezug der AHV-Rente angesprochen. Er hätte gerne meine Meinung dazu gehört. Ich gebe sie ihm gerne und er hat nun Zeit, bis einen Monat vor seinem 63. Geburtstag darüber nachzudenken. Verpasst er diese Frist, muss er ein Jahr lang auf die nächste Möglichkeit warten.

Der Vorbezug lohnt sich auf jeden Fall dann, wenn man im konkreten Einzelfall von einer unterdurchschnittlichen Lebenserwartung ausgeht. Bei einem Vorbezug von 2 Jahren wird die Rente um 13,6 % gekürzt, bei einjährigem Vorbezug um 6,8 %. Die Lebenserwartung eines 63-jährigen Mannes liegt bei 83 Jahren. Somit lässt sich mathematisch genau errechnen, dass man bis zum 78. Altersjahr vom Vorbezug profitiert. Wird man älter, was ich jedem noch so gerne wünsche, kippt allerdings die Rechnung und man fährt schlechter.

22.03.2012 | 3445 Aufrufe

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