Obwohl die Kreditkarte als bargeldloses Zahlungsmittel in vielen Ländern längst etabliert ist, wird sie je nach Land ganz unterschiedlich genutzt. Darüber hinaus wird die Wahl des Anbieters unter anderem durch das Einkommen beeinflusst.

Martina Gloor

Kreditkarten gelten weltweit als sicheres und flexibles Zahlungsmittel. Zweifelsohne sind die kleinen Plastikkarten auch in Europa angekommen. Die grossen Marken Visa und Mastercard, aber auch andere Anbieter, wie die Cornèrcard, sind führend und geniessen auch bei Verbrauchern höchste Anerkennung. Doch nicht überall werden Kreditkarten so intensiv in Anspruch genommen, wie es beispielsweise in der Schweiz der Fall ist. Paradebeispiel ist die Bundesrepublik Deutschland.

In Deutschland besitzt zwar statistisch mittlerweile jeder dritte Bundesbürger eine Kreditkarte, die Nutzungsintensität ist im Vergleich zu anderen Zahlungsmitteln aber geringer. So wird die Kreditkarte in der Bundesrepublik nur für jede 67. bargeldlose Bezahlung verwendet.

Fast 40 Prozent der Schweizer nutzen die Kreditkarte häufig

In der Schweiz sieht die Statistik dagegen besser aus als in Deutschland. Statista zufolge nutzen 39,5 Prozent der befragten Personen ihre Kreditkarte häufig. Auf eine sehr häufige Nutzung (mindestens einmal wöchentlich) kommen sogar 14,2 Prozent der Befragten.

Bereits als die erste Visa-Karte vor über 35 Jahren in Deutschland auf den Markt kam, war das Interesse an dem Zahlungsmittel längst nicht so gross wie von den Anbietern erwartet wurde. In mehr als drei Jahrzehnten haben Visa, American Express und Co hohe Summen in Werbung und Vermarktung investiert. Das Ziel war klar: Die Kreditkarte sollte in Deutschland ein so beliebtes Zahlungsmittel werden, wie beispielsweise in der Schweiz. Doch die Gesellschaften bissen sich an den Verbrauchern die Zähne aus.

Der Grund war simpel: In Deutschland war längst mit der Girocard eine Karte vorhanden, die das bargeldlose Zahlen ermöglichte und beinahe überall akzeptiert wurde. Für die Deutschen bleibt die Kreditkarte aber vor allem eine “Notlösung im Ausland”. Während die Girocard in Deutschland fast überall anerkannt wird, sieht das im Ausland schon anders aus. Hier haben Bundesbürger mit der eigenen Visakarte einfach viel weniger Probleme.

In der Schweiz nutzen 14,2 Prozent der Bürger die Kreditkarte ‚sehr häufig‘, 39,5 Prozent sogar ‚häufig‘. ‚Mässig‘ oft wird die praktische Karte von 36 Prozent der Befragten verwendet und nur ‚gelegentlich‘ von 10,2 Prozent.

Vorwiegend männliche Kunden stellen Kreditkartenantrag

Die Kreditkartenanträge werden heute vorwiegend von männlichen Kunden gestellt. Das ergab eine Studie der Unternehmensberatung A.T. Kearney. Verantwortlich ist hier jedoch weniger das Einkommen der Frauen als vielmehr die Position zu Finanzentscheidungen. Viele Frauen sind mit Blick auf Finanzprodukte eher unterversorgt. Entscheidungen, ob eine Kreditkarte von Nöten ist, werden deswegen eher den Männern überlassen. Besonders zurückhaltend zeigen sich hier die älteren Verbraucherinnen, während bei den unter 25-Jährigen kaum mehr geschlechterspezifische Unterschiede auszumachen sind.

Das zeigt sich auch in der Schweiz. Hier nutzen 16,4 Prozent der Befragten Männer eine Kreditkarte sehr häufig, wohingegen es nur 10,7 Prozent der Frauen sind, die sehr häufig angegeben haben. Bei der häufigen Nutzung liegt das Verhältnis ebenfalls ungleichmässig bei 41,2 Prozent (Männer) und 31,4 Prozent (Frauen).

 

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