Diese Woche gab der Bundesrat seine Pläne bekannt, wie genau er Fernbusse in der Schweiz zulassen will. Das erste Schweizer Unternehmen, welches der SBB künftig Konkurrenz im inländischen Personentransport bieten will, ist das Reiseunternehmen "Domo" aus Glattbrugg, wie die NZZ am Sonntag schreibt. Über 40 Haltestellen seien in der Schweiz geplant - mit einem grossen Knotenpunkt in Rothrist.

von Martina Gloor

Das Wiggertal wird ein Stück attraktiver. Geht es nach den Plänen von "Domo" Reisen, soll in Rothrist der vorerst grösste Fernbus-Knotenpunkt der Schweiz entstehen. Wie aus dem Netzplan von "Domo" Reisen ersichtlich ist (s. Karte), können bald 40 Haltestellen ab Knoten Rothrist mit Fernbussen erreicht werden - und dies zu gut der Hälfte des normalen Ticketpreises der SBB.

Karte: Domo-Reisen

Interessant für Menschen aus der Region Rothrist dürfte vor allem die Verbindung Rothrist-Airport Basel sein, die mit dem Zug bekanntlich nur mit mühsamem Umsteigen in Basel zurückgelegt werden kann. 

Die Busse des Reiseunternehmens sollen, wie bei der SBB, über eine erste und eine zweite Klasse verfügen, schreibt die NZZ am Sonntag. Punkten will das Unternehmen aber besonderes beim Serviceangebot: So soll den Gästen Gratis-Internet zur Verfügung stehen. Ausserdem serviert eine Hostess kleine Imbisse und Getränke. 

Bereits ab dem 10. Dezember 2017 soll es losgehen. Ab diesem Tag will "Domo" 828 Sitze anbieten. Dies dürfte primär die SBB zu spüren bekommen. 23 Franken kostet eine Fahrt von Bern nach Zürich bei "Domo". Bei der SBB zahlt man ohne Halbtax-Abo 51 Franken, schreibt die NZZ am Sonntag. Bei der Reisezeit liegt die SBB aber klar vorne: Eine Reise von Bern nach Zürich dauert mit dem Zug 56 Minuten – mit dem "Domo"-Fernbus 1:45 Stunden.

Die Öffnung des schweizerischen Personentransports für Fernbusse war ein längst überfälliger Schritt. Zu den Kundinnen und Kunden werden nicht nur Menschen mit dünnem Portemonnaie und viel Zeit gehören, sondern vor allem solche, die über kein Halbtax- oder Generalabo verfügen und bislang für ihre ein bis zwei Fahrten mit der SBB pro Jahr dumm und dämlich bezahlt haben. Auch Reisende vom oder zum Flughafen Basel können künftig in Rothrist einsteigen und ohne umzusteigen direkt zum Airport Basel-Mulhouse fahren - und zurück. Gut möglich, dass Unternehmen spezielle Rabatte mit "Domo" aushandeln, wenn ihre Mitarbeitenden künftig mit Fernbussen reisen. Denn so können Reisespesen gesenkt werden. Und hier sind sie dank guter Internetverbindung erst noch während der Reisezeit produktiv, was in Zügen der SBB bekanntlich nur schlecht möglich ist.

 

Foto: Fernbus von "Domo"

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