Seit dem 1. August 2018 lebt die Welt ökologisch auf Pump. Die Menschheit hat seitdem alle Ressourcen für dieses Jahr bereits aufgebraucht. Was kann man tun, um dem Klimawandel entgegenzuwirken?

von Martina Gloor

Wissenschaftler der Forschungsorganisation Global Footprint rechnen jedes Jahr aus, wann die Ressourcen aufgebraucht sind, die normalerweise innerhalb eines Jahres nachwachsen könnten. So früh wie in diesem Jahr war dieser Zeitpunkt noch nie erreicht - die Menschen leben, als hätten sie 1,7 Erden zu Verfügung. Viele glauben, nur die Politik könne dem Klimawandel mit strengen Richtlinien entgegenwirken. Dabei kann schon jeder Einzelne etwas tun.

Weniger Fleisch essen

Schon ein fleischfreier Tag in der Woche wirkt sich positiv auf die CO2-Emissionen der Bevölkerung aus. Denn laut der UN-Landwirtschaftsorganisation FAO ist die Haltung und Verarbeitung von Tieren schädlicher für die Umwelt als der weltweite Verkehr. Die Fleischindustrie ist für 14,5 Prozent aller Treibhausgasemissionen verantwortlich.

Für Vielfleischesser kann das eine grosse Umstellung bedeuten, dabei ist es relativ leicht, auf Fleisch zu verzichten. Es muss nicht immer Spaghetti Bolognese sein - Pasta mit Käsesaucen, aus einer der vielen geschmacksintensiven Sorten wie Gorgonzola hergestellt - dafür gibt es eine Vielzahl an schmackhaften vegetarischen Rezepten.

Regional und saisonal einkaufen

Brokkoli im Februar, Erdbeeren im Dezember, Eisbergsalat im April - heutzutage gibt es alle Obst- und Gemüsesorten zu jeder Jahreszeit im Supermarkt. Doch die Umwelt zahlt einen hohen Preis. Damit die Menschen ganzjährig ihr Lieblingsobst oder -gemüse kaufen können, werden die Produkte in südlichen Ländern in riesigen Monokulturen angebaut. Die Transporte aus den verschiedensten Ländern weltweit belasten die Umwelt stark. Weiterhin verursachen Lebensmittel, die in Treibhäusern angebaut werden, durchschnittliche zehnmal mehr Emissionen als Produkte aus dem Freilandanbau. Saisonkalender helfen dabei den Überblick zu behalten, wann welche Lebensmittel in unserer Region Saison haben.

Weniger fliegen

Zwar ist fliegen meistens bequemer und vor allem schneller als eine Fahrt mit dem Zug oder mit dem Auto. Doch Fliegen belastet die Umwelt schwer - zählt zu den schädlichsten Reisearten. Daher empfiehlt das Umweltbundesamt, auf Kurzstreckenflüge zu verzichten und die Strecke lieber mit Bus oder Bahn zurückzulegen.

Falls es aus Zeitgründen oder anderen Gründen nicht möglich ist, auf das Flugzeug zu verzichten, haben Reisende die Möglichkeit, zusätzliche CO2-Kompensationsleistungen zu zahlen. Damit gleichen sie die durch den Flug entstandenen Emissionen mit einer Zahlung aus. Mit diesem Geld sorgen Organisationen dafür, dass Projekte unterstützt werden, die Treibhausgasemissionen vermeiden.

Produkt-Sharing

Nicht nur das falsche Konsumieren von Lebensmitteln schadet der Umwelt. Auch das Herstellen von Konsumgütern (Lebensmittel hier ausgeschlossen) kostet Energie und Rohstoffe. Es gibt viele Produkte wie Bohrmaschinen oder Papierschredder, die in einem normalen Haushalt nur selten zum Einsatz kommen.

Wer sich solche Produkte mit den Nachbarn teilt, spart nicht nur Geld und Platz, sondern schont damit auch natürliche Ressourcen. Wenn sich vier Nachbarn jeweils eine Bohrmaschine kaufen, werden viermal Ressourcen benötigt: für Betrieb, Produktion und Entsorgung. Teilen sich die Nachbarn untereinander die Bohrmaschine, spart das drei Viertel der Ressourcen ein. Wer selbst teilen und verleihen will, findet die verschiedensten Plattformen.


Symbolbild von Bernd Kasper / pixelio.de

Kommentare

Avatar
Sicherheitscode