2018 war für die Kantonsspital Aarau AG (KSA AG) ein anspruchsvolles Jahr in einem herausfordernden Umfeld. Tarifreduktionen im ambulanten Bereich zeigten substanzielle Auswirkungen auf den Ertrag. Diese konnten aber durch Optimierungen weitgehend kompensiert werden, sodass die KSA AG ihr Geschäftsjahr 2018 ausgeglichen abschliessen konnte. Die EBITDA-Marge liegt bei 5.8 % und ist damit im Schweizer Mittel, aber unter den Vorgaben des Eigentümers.  

KSA AG

Die KSA AG weist für 2018 ein Betriebsergebnis von 661.2 Mio. Franken (+2.1 %) und einen Gewinn von 0.3 Mio. Franken aus. Die EBITDA-Marge liegt mit 5.8 % leicht unter jener des Vorjahres (-0.3 %). Im schweizweiten Branchenvergleich liegt die KSA AG damit im Mittel, dennoch aber unter den in der Eigentümerstrategie festgehaltenen 10 %. Die KSA AG strebt selber eine klar höhere EBITDA-Marge an und arbeitet mit konkreten Massnahmen darauf hin.

Hoher Ambulantisierungsgrad

Die KSA AG weist mit 34.1 % einen der höchsten Ambulantisierungsgrade der Schweiz auf. «Dies hat einen bedeutenden Einfluss auf die Ertragskraft, zeigt aber gleichzeitig, dass die KSA AG in diesem Bereich eine Vorreiterrolle einnimmt», erläutert Felix Schönle, Vizepräsident des Verwaltungsrats. Der Bundesrat hat die ambulanten Ärztetarife angepasst, was im Berichtsjahr zu substanziellen Mindereinnahmen von rund 12 Mio. Franken führte. Diese Tarifanpassung wirkte nicht nur auf den Ertrag, sondern auch direkt auf den EBITDA und auf den Gewinn. Dank Optimierungen gelang es der KSA AG trotzdem, ein positives Resultat auszuweisen.

Im Berichtsjahr hat das Kantonsspital Aarau 28‘803 Patientinnen und Patienten stationär behandelt (+1.7 %) und erbrachte 520‘779 ambulante Behandlungen (+1.6 %). Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer sank 2018 um rund 2 % auf 5,5 Tage. Der CMI, die durchschnittliche Fallschwere, ist gegenüber dem Vorjahr um 0.9 % auf 1,137 leicht zurückgegangen. Grund ist die Verschiebung hin zu Fällen mit tieferem Fallgewicht infolge des starken Wachstums in der Frauen- und der Kinderklinik  (+6.6 %). 2018 kamen im KSA 2048 (+12.9 %) Kinder auf die Welt.

Nachhaltig finanzielle Gesundung steht im Vordergrund

Das vergangene Geschäftsjahr konnte zwar trotz herausforderndem Umfeld mit einem leichten Gewinn abgeschlossen werden. Für die KSA AG bedeutet dies aber keine Entspannung. Deshalb wurden schon 2018 erste wichtige Weichen gestellt (z. B. Reorganisation Geschäftsleitung, neues Lohnmodell für Kaderärzte). Um die finanziellen Ziele zu erreichen, wird die KSA AG weitere Ertragsverbesserungs-Projekte (wie Prozessver-besserungen oder Kostenreduktionsprogramme für Material und Medikamente) in den Organisationseinheiten konsequent ermitteln und zügig umsetzen. «Daneben werden wir die Punkte Schärfung der Strategie, Stabilität in der Führung sowie Infrastrukturerneuerung angehen», erklärt Peter Suter, Verwaltungsratspräsident.

Langfristig wird auch der Neubau mit seiner Ausrichtung auf die Ansprüche der heutigen Medizin und Pflege einen wesentlichen Teil zur nachhaltig finanziellen Gesundung beitragen. Mit dem Neubau entfallen einerseits bedeutende Unterhalts- und Betriebskosten für die Gebäude. Andererseits wird es möglich sein, die Abläufe und Prozesse wesentlich besser zu gestalten, was die Wirtschaftlichkeit spürbar erhöhen wird. Dies hielt auch der von PricewaterhouseCoopers AG erstellte Bericht fest. Diesen hat der Verwaltungsrat gemeinsam mit dem Eigentümer, dem Aargauer Regierungsrat, 2018 in Auftrag gegeben. Der Regierungsrat veröffentlichte den Bericht am 22. Januar 2019 und teilte damals auch mit, dass er am Endversorgerstatus des KSA festhält, weil es für die Gesundheitsversorgung der Aargauer Bevölkerung und die Zukunft des KSA wichtig ist. «Damit anerkennt der Kanton die Leistung und Bedeutung des KSA für den Kanton Aargau», bemerkt CEO Dr. Robert Rhiner.

Den Jahresbericht finden Sie online unter www.ksa.ch/2018.

 

Archivbild KSA

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