Fast alle europäischen Länder, die in jüngster Zeit massiv in die Schuldenfalle geraten sind, gehören der Euro-Zone an, nämlich Griechenland, Irland, Portugal, Spanien und Zypern. Einzig Island bildet die Ausnahme. Es gehört der EU nicht an und verfügt somit weiterhin über eine eigene Währung. Dank einer massiver Abwertung seiner Landeswährung, der Isländischen Krone, gelang es dem nordischen Kleinstaat, sich weitgehend aus eigener Kraft von der schweren Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008/09 zu erholen. Innerhalb der Euro-Zone schaffte das vorläufig nur Irland, sowohl dank „Rettungsschirmen“ von EU und IWF, als auch dank grosser eigener Opfer. Ungelöst ist die Finanz- und Schuldenkrise aber weiterhin in den Euro-Südländern.

Maximilian Reimann

Deshalb bewahrheitet es sich immer mehr, dass die Übernahme des Euro für diese Länder zur Falle geworden ist. Ihre Wirtschaftsleistungen driften im Vergleich zum Norden je länger je mehr auseinander. Korrekturen, wie sie einst durch Abwertung der Landeswährung vorgenommen wurden, sind nicht mehr möglich. Austritte aus der Euro-Zone und Rückkehr zur eigenen Währung wird jedoch von der in Brüssel gemachten „hohen Politik“ aus Prestigegründen verhindert, zumindest bis auf Weiteres. Was für die finanz- und wirtschaftspolitisch disziplinierteren Nordländer offensichtlich gut ist, hat sich für den Süden als „Fehlgeburt“ erwiesen. Oder anders gesagt: Der Euro ist grundsätzlich eine gute Sache, aber nur für jene, die sich an die Stabilitätskriterien halten.

28.03.2013 | 2288 Aufrufe

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