Wenn man die Arbeitslosigkeit in der Schweiz gleich berechnet, wie es die EU tut, sieht es düster aus. Die Zahl der Erwerbstätigen in der Schweiz nahm zwischen dem 3. Quartal 2018 und dem 3. Quartal 2019 zwar um 0,3% zu. Im gleichen Zeitraum wuchs aber auch die Erwerbslosenquote gemäss Definition des Internationalen Arbeitsamtes (ILO) von 4,4% auf 4,6%. In der Europäischen Union (EU) sank die Erwerbslosenquote von 6,5% auf 6,2%. Die Frage ist berechtigt: Importiert die Schweiz die Arbeitslosigkeit aus der EU über den Weg der Personenfreizügigkeit? Denn die Arbeitslosigkeit unter Schweizer Staatsbürgern bleibt stabil, nicht aber unter den Ausländern in der Schweiz. 

BFS / red. 

In der Schweiz waren im 3. Quartal 2019 insgesamt 5,094 Millionen Personen erwerbstätig, das sind 0,3% mehr als im 3. Quartal 2018. Die Zahl der erwerbstätigen Männer stieg um 0,2%, jene der erwerbstätigen Frauen um 0,3%. In Vollzeitäquivalenten (VZÄ) war im Vergleich zum entsprechenden Vorjahresquartal ein Rückgang von 0,2% festzustellen (Männer: –0,2%; Frauen: –0,2%). Saisonbereinigt verringerten sich die Erwerbstätigenzahl und die Anzahl VZÄ zwischen dem 2. und dem 3. Quartal 2019 leicht um 0,1% bzw. 0,2%.

Schweizerische und ausländische Arbeitskräfte

Zwischen dem 3. Quartal 2018 und dem 3. Quartal 2019 nahm die Zahl der ausländischen Arbeitskräfte um 0,9% zu, während jene der schweizerischen Erwerbstätigen stabil blieb. Unter den ausländischen Erwerbstätigen war die Zunahme bei den Grenzgängerinnen und Grenzgängern (Ausweis G: +3,3%) am stärksten. Darauf folgen die Personen mit einer Niederlassungsbewilligung (Ausweis C: +0,3%) und die Personen mit einer Aufenthaltsbewilligung (Ausweis B oder L, seit mindestens zwölf Monaten in der Schweiz: +0,3%). Die Zahl der Erwerbstätigen mit Kurzaufenthaltsbewilligung (Ausweis L, seit weniger als zwölf Monaten in der Schweiz) ging hingegen zurück (–6,4%).

Erwerbslosigkeit in der Schweiz und in Europa

Im 3. Quartal 2019 waren in der Schweiz gemäss Definition des Internationalen Arbeitsamtes (ILO) 225 000 Personen erwerbslos. Dies sind rund 8000 mehr als ein Jahr zuvor. Der Anteil der Erwerbslosen an der Erwerbsbevölkerung lag bei 4,6% und damit höher als im 3. Quartal 2018 (4,4%). Saisonbereinigt blieb die Erwerbslosenquote im Vergleich zum vorangehenden Quartal stabil (4,4%).

Sowohl in der Europäischen Union als auch in der Eurozone ging die Erwerbslosenquote zwischen dem 3. Quartal 2018 und dem 3. Quartal 2019 zurück (EU28: von 6,5% auf 6,2%; EZ19: von 7,7% auf 7,3%).

Jugenderwerbslosigkeit

In der Schweiz stieg die Jugenderwerbslosenquote (15- bis 24-Jährige) gemäss ILO zwischen dem 3. Quartal 2018 und dem 3. Quartal 2019 von 9,2% auf 10,9% an. In der Europäischen Union und in der Eurozone nahm die Jugenderwerbslosenquote in diesem Zeitraum ab (EU28: von 15,2% auf 14,4%; EZ19: von 16,7% auf 15,8%).

Erwerbslosigkeit nach verschiedenen Merkmalen

Die Erwerbslosenquote gemäss ILO nahm zwischen dem 3. Quartal 2018 und dem 3. Quartal 2019 bei den 25- bis 49-Jährigen (von 3,9% auf 4,1%) zu, während sie sich bei den 50- bis 64-Jährigen verringerte (von 3,8% auf 3,2%). Sie stieg sowohl bei den Männern (von 4,2% auf 4,3%) als auch bei den Frauen (von 4,7% auf 4,9%) leicht an. Im gleichen Zeitraum blieb die Erwerbslosenquote bei den Schweizer Staatsangehörigen stabil (3,4%), während sie bei den Ausländerinnen und Ausländern anstieg (von 7,3% auf 7,8%).

Im 3. Quartal 2019 betrug die Erwerbslosenquote gemäss ILO bei den EU28-/EFTA-Staatsangehörigen 5,4% und bei den Staatsangehörigen aus Drittstaaten 13,8%. Dauer der Erwerbslosigkeit Zwischen dem 3. Quartal 2018 und dem 3. Quartal 2019 erhöhte sich die Zahl der Langzeiterwerbslosen gemäss ILO (ein Jahr oder länger erwerbslos) von 80 000 auf 86 000. Auch der Anteil der Langzeiterwerbslosen an allen Erwerbslosen nahm zu (von 37,1% auf 38,1%). 

 

Grafik: Bundesamt für Statistik (zum Vergrössern bitte anklicken)

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