Wer in der Schweiz nicht selber über Wohneigentum verfügt, möge durchaus ein paar Prozent seines Anlagevermögens in Anteilen von schweizerischen Immobilienfonds halten. Diese haben teilweise historische Höchststände erreicht. Was tun?

von Maximilian Reimann

Rund zwei Dutzend Immobilienfonds sind an der Schweizer Börse kotiert. Wer solche besitzt, ich habe das übrigens seit eh und je empfohlen, darf sich glücklich wähnen. Denn ersten werfen sie ansprechende Renditen ab und zweitens bescherten sie seit Jahren Kursgewinne. Zwei Beispiele:

  • CS Interswiss: Dieser verbesserte sich in den letzten 12 Jahren von Fr. 165.00 auf Fr. 230.00. Die letzte Dividende betrug Fr. 8.40, was auf aktuellem Kursniveau einer Rendite von 3,65 % entspricht. Die Finanzkrise von 2009 bekam aber auch dieser Fonds zu verspüren, tauchte der Kurs doch kurz wieder unter 180 Franken ab.
  • La Fonçière: Dieser primär in der Westschweiz investierende Fonds verdoppelte in der gleichen Zeitspanne seinen Börsenkurs, nämlich von 400 auf derzeit 840 Franken. Die Finanzkrise von 2009 bekam er nur minim zu verspüren. Die letzte Dividende von Fr. 20.20 ergibt eine Rendite von immerhin noch 2,4 %.

Halten und mit Stopp-loss versehen!
Wer also solche Fonds im Depot hat, darf sie sehr wohl weiter laufen lassen. Aber ich würde sie mit nach unten gestaffelten Verkaufslimiten, sog. Stopp-loss-Aufträgen absichern. Wer gleich Kasse machen will, kann das natürlich auch tun. Die Frage stellt dann aber nach dem Verkauf, nämlich wie den Erlös wieder anlegen? In Betracht gezogen werden könnte die quellensteuerfreie CHF-Obligation, die ich im nächsten Abschnitt näher vorstelle. Wer hingegen noch keine Immobilienfonds besitzt, der soll mit Käufen nicht ins Kraut schiessen, sondern sich mal zwei, drei Werte aussuchen, ihre Kurse verfolgen und bei Kursschwankungen nach unten dann zugreifen.

Schweizerischen Immobilienfonds gegenüber bleibe ich aber grundsätzlich positiv eingestellt. Grundbesitz in der Schweiz ist nach wie vor sehr gefragt. Und die politischen Tendenzen, die Bauzonen auf Jahre hinaus nicht mehr erweitern zu lassen, wird unweigerlich die Bodenpreise weiter in die Höhe treiben.

CHF-Anleihe 3,25 % Banque PSA 2012-15
Nachdem das politische Lot in Frankreich eben total nach links ausgeschlagen hat, sollten vorsichtige Anleger  französische Investments an sich bis auf Weiteres meiden. Eine Ausnahme liesse sich allerdings mit dieser Anleihe machen. Sie läuft bis am 25.9.2015 und ist noch knapp unter 100 % zu haben. Magere 0,25 % auf einer gleich langen Kassenobligation einer Schweizer Bank oder 12-mal mehr Rendite mit dieser börsenkotierten Anleihe einer französischen Bank, geht das auf?

Wie steht es also mit der Bonität? Nun, die Banque PSA ist die Finanztochter des französischen Automobilkonzerns Peugeot-Citroën. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die neue französische Links-Regierung unter Staatspräsident Hollande diesen für Frankreich überlebenswichtigen Arbeitgeber in Konkurs gehen lassen könnte. Das aber wäre die Voraussetzung, dass diese CHF-Anleihe am Ende der Laufzeit notleidend werden könnte. Für mich wirklich unvorstellbar, obwohl auch mir klar ist, dass es in den nächsten 3 Jahren wegen der latenten Zusammenbruchsgefahr der Europ. Währungsunion erneut zu gewaltigen Turbulenzen an den Finanzmärkten kommen könnte.

28.06.2012 | 3195 Aufrufe

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