Die SBB hat gestern Samstag gemeinsam mit den Blaulichtorganisationen des Kantons Aargau die Rettungsübung SISSLE 20 im neuen Bözbergtunnel durchgeführt. Die Einsatz- und Evakuationsprozesse konnten in einem simulierten Grossereignis mit 400 Einsatzkräften und 150 Figurantinnen und Figuranten unter Einhaltung der Schutzkonzepte gemäss Vorgaben des BAG und des Kantons Aargau erfolgreich überprüft werden.

Staatskanzlei AG

Mit der erfolgreichen Durchführung der Übung SISSLE 20 konnte die SBB als Betreiberin des 2,7 Kilometer langen Bözbergtunnels zeigen, dass sie die vorhandenen Einsatz- und Evakuationsprozesse beherrscht. Dies war notwendig, damit die SBB den Tunnel am 6. November 2020 in Betrieb nehmen kann.

Zweck der Übung

Mit SISSLE 20 wurden die Betriebs- und Interventionskonzepte sowie die Ereignisbewältigung als Ganzes überprüft. Getestet wurden dabei die Alarmierungsabläufe, die Zusammenarbeit der Interventionskräfte, die bestehenden Betriebs- und Interventionsprozesse sowie das Fluchtwegkonzept und das Verhalten des Instandhaltungspersonals im Ereignisfall. Wo notwendig, werden die Konzepte angepasst und die Zusammenarbeit der Interventionskräfte optimiert. Damit wird sichergestellt, dass im Ernstfall die Aargauer Blaulichtorganisationen und die SBB-Rettungsdienste zuverlässig funktionieren.

Im April 2022 ist eine zweite Übung SISSLE 22 geplant, bei welcher der alte Bözbergtunnel als Dienst- und Rettungsstollen dienen wird.

Zusätzliches Schutzkonzept wegen Covid-19 notwendig

Eine zusätzliche Herausforderung stellte das Schutzkonzept aufgrund Covid-19 dar. Die insgesamt rund 600 Beteiligten mussten die vom BAG vorgeschriebenen Hygienemassnahmen einhalten. Dafür wurden an den Tunneleingängen Handdesinfektionsstationen sowie Handwaschanlagen installiert. Zudem bestand eine Maskentragpflicht für alle und die Kontaktdaten wurden registriert. Die Übung war so angelegt, dass eine personelle Trennung zwischen den Seiten Effingen und Schinznach-Dorf bestand, sodass eine möglichst geringe Durchmischung der im Einsatz stehenden Personen gewährleistet werden konnte.

Zugskollision als Übungsszenario

Im simulierten Grossereignis kollidierte ein Personenzug mit einem im Tunnel stehenden Bauzug. Vom Unfall betroffen waren 150 Zugreisende, die evakuiert und versorgt werden mussten.

Zu den beteiligten Rettungskräften gehörten neben der SBB-Rettungsdienste auch die Kantonspolizei, mehrere Feuerwehren aus der Region, der medizinische Rettungsdienst, der Kantonsärztliche Dienst DGS, die Vollzugsstelle Störfallvorsorge, die Sanität Aargau und das Care Team Aargau. Rund 400 Rettungskräfte, 50 Übungsleitende, Betriebspersonal und Beobachtende sowie 150 Figurantinnen und Figuranten waren im Einsatz.

Europäisch-strategische Bedeutung des Bözbergtunnels

Dank der Rettungsübung SISSLE 20 im Eisenbahntunnel Bözberg kann die strategisch wichtige Verkehrsachse für den Nord-Süd-Verkehr in Betrieb genommen werden. Die Verlagerung des alpenquerenden Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene ist eines der Hauptziele der schweizerischen Verkehrspolitik. Mit dem Bau des neuen Bözbergtunnels entsteht eine Nord-Süd-Verbindung, die das Ziel der Verlagerung ermöglichen soll. Transporte von Sattelaufliegern mit einer Eckhöhe von bis zu vier Metern werden mit der neuen Tunnelröhre durch den Bözberg ermöglicht.

 

Foto: Copyright Kanton Aargau

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