Die Hypothekarbank Lenzburg AG konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2017 sowohl den Geschäftsertrag als auch den Reingewinn steigern. Anlässlich des 150-Jahre-Jubliäums beantragt der Verwaltungsrat eine Sonderausschüttung für die Aktionäre.

HBL

Die Hypothekarbank Lenzburg AG hat im vergangenen Jahr den Geschäftsertrag um CHF 3.5 Mio. (+ 4.7 %) auf CHF 77.3 Mio. gesteigert. Sämtliche Ertragskomponenten aus dem Kerngeschäft haben zu dieser Verbesserung beigetragen. Der Erfolg aus dem Zinsdifferenzgeschäft der wichtigsten Ertragsquelle der Bank verzeichnet gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme um CHF 1.3 Mio. (+ 2.5 %) auf CHF 55.2 Mio. Zudem zeigen der im Rahmen der 2016 festgelegten Strategie beschlossene Ausbau des HBL Asset Management und die gezielte Positionierung der Bank im Bereich der Digitalisierung mit der Erbringung von IT- und Service-Leistungen an Dritte erfreuliche Auswirkungen. So haben sich die Erträge im Kommissionsgeschäft um CHF 1.7 Mio. (+ 15.9 %) auf CHF 12.6 Mio. erhöht und der übrige ordentliche Ertrag, der wesentlich von den Einnahmen aus den Lizenzen für das Kernbankensystem Finstar® und Dienstleistungen geprägt ist, die wir für Partnerinstitute erbringen, hat um CHF 0.3 Mio. (+ 9.5 %) auf CHF 4 Mio. zugenommen. Weiter positiv verändert haben sich die Handelserträge um CHF 0.8 Mio. (+ 27.8 %) auf CHF 3.7 Mio.

Umsetzung der Strategie und regulatorische Anforderungen
Die mit der Umsetzung unserer Strategie verbundenen Investitionen führten zu einer Zunahme des Geschäftsaufwandes. Zudem hatten die stetig umfassenderen regulatorischen Anforderungen entsprechende Auswirkungen auf die Kosten. Während der Personalaufwand um CHF 0.5 Mio. (+ 1.6 %) auf CHF 29.6 Mio. anstieg, nahm der Sachaufwand um CHF 1.6 Mio. (+ 13.9 %) auf CHF 13.5 Mio. zu. Darin enthalten sind höhere Informatikkosten sowie zusätzliche Kosten für Leistungen, die wir von Dritten beansprucht haben. Die Abschreibungen auf Bankliegenschaften betragen CHF 1.4 Mio. und die Aufwendungen für die Weiterentwicklung der Informatiklösung Finstar® belaufen sich auf CHF 4.9 Mio. Diese wurden vollumfänglich abgeschrieben. Schliesslich resultiert ein um CHF 0.5 Mio. (+ 2.1 %) gesteigerter Gewinn von CHF 22.1 Mio.

Nennwertreduktion als Jubiläumsgeschenk
Der Verwaltungsrat beantragt an der Generalversammlung vom 17. März 2018, eine unveränderte Dividende von CHF 110.00 pro Aktie auszurichten. Den freiwilligen Gewinnreserven sollen CHF 14.5 Mio. (Vorjahr CHF 13.5 Mio.) zugewiesen werden. Weiter beantragt der Verwaltungsrat, den Aktionären mit einer steuerbefreiten Nennwertreduktion einen zusätzlichen Betrag von CHF 40.00 pro Aktie auszuzahlen. Im Jahr des 150-jährigen Bestehens der Hypothekarbank Lenzburg AG kommen die Aktionäre damit in den Genuss einer Ausschüttung von insgesamt CHF 150.00 pro Aktie. Auf Basis des Jahresendkurses der Hypi-Aktie (HBLN) entspricht dies einer Rendite von 3.4 %. «Wir wollen uns mit der Sonderausschüttung bei unseren Aktionären für ihr Vertrauen und ihre Unterstützung bedanken 150 Franken im 150. Jahr Hypothekarbank Lenzburg», sagt Verwaltungsratspräsident Gerhard Hanhart.

Bilanz überschreitet 5-Milliarden-Franken-Marke
Die Bilanzsumme überschritt mit einer Steigerung von CHF 100 Mio. (+ 2 %) erstmals die Marke von CHF 5 Mia. Die Hypothekarforderungen konnten um weitere CHF 161 Mio. (+ 4.3 %) auf CHF 3874 Mio. gesteigert werden. Wie in den Vorjahren wurden hauptsächlich Wohnliegenschaften finanziert. Vor dem Hintergrund unverändert tiefer Zinsen blieb die Bautätigkeit weiter dynamisch, führt jedoch gebietsweise zu einer Zunahme des Leerwohnungsbestandes. Wir beobachten die Entwicklung aufmerksam und erachten eine gewisse Zurückhaltung als angezeigt. Die Forderungen gegenüber Kunden reduzierten sich um CHF 22 Mio. auf CHF 208 Mio. Viele Unternehmenskunden halten sich mit Investitionen trotz deutlich verbesserten Rahmenbedingungen weiterhin zurück. Die durchschnittliche Auslastung der offenen Kreditlimiten ist gering. Die Ausleihungen sind mit 92 % durch Kundengelder refinanziert.

Die Entwicklung der Kundengelder war im Berichtsjahr einerseits geprägt durch die gezielte Umplatzierung von Vorsorgegeldern im Umfang von CHF 136 Mio., die bis Anfang 2017 in der Bilanz geführt und anschliessend in Vermögensverwaltungsmandate ausserhalb der Bilanz investiert wurden. Andererseits konnte während des Berichtsjahres ein organisches Wachstum der Kundengelder von CHF 98 Mio. (+ 2.7 %) erzielt werden. Per Jahresende belaufen sich die Kundengelder auf CHF 3757 Mio. (- 1.0 %). Zur Refinanzierung des langfristigen Ausleihungsgeschäfts wurden die Pfandbriefdarlehen um CHF 33 Mio. auf CHF 598 Mio. erhöht.

Eigenmittelquote deutlich über gesetzlichem Minimum
Das ausgewiesene Eigenkapital beträgt unter Einrechnung der Reserven für allgemeine Bankrisiken und unter Berücksichtigung der vorgesehenen Gewinnverwendung und der Nennwertrückzahlung CHF 453 Mio. (+ CHF 11 Mio.). Dies entspricht unverändert 9 % der Bilanzsumme. Die Gesamtkapitalquote nach Basel III von rund 19 % übertrifft das gesetzliche Erfordernis von 12.2 % deutlich.

Anlageprozess der Hypothekarbank Lenzburg AG bewährt sich
In Kombination mit einem positiven Börsenumfeld vermochten sämtliche vom HBL Asset Management betreuten Anlagen überaus erfreuliche Renditen zu erzielen. Dabei konzentriert sich das HBL Asset Management auf das Erbringen von Dienstleistungen in den drei Bereichen der traditionellen Vermögensverwaltung, den institutionellen Vermögensverwaltungsmandaten und der Gestaltung neuer Produkte. Die verwalteten Vermögen konnten mehr als verdoppelt werden. Sie betragen insgesamt über CHF 550 Mio. Sämtliche vom HBL Asset Management betreuten Anlagen profitieren dabei vom klar definierten Anlageprozess, den die Hypothekarbank Lenzburg AG 2016 eingeführt hat und der sich auch im letzten Jahr bewährt hat.

«Euro-Finance-Tech Award» für Pionierprojekt
Die Hypothekarbank Lenzburg AG stösst mit der eigenen Kernbankenplattform Finstar® weiter in die Schweizer Bankenlandschaft vor und erbringt für zwei weitere Banken zusätzliche Service-Leistungen. Auf das Jahresende 2017 migrierte die Scobag Privatbank AG, Basel, erfolgreich auf die Kernbankenlösung Finstar®. Im vergangenen Mai wurde Finstar® mit einer offenen Programmierschnittstelle (engl. Open API oder Application Programming Interface) ergänzt und ist diesbezüglich die erste offene Bankenplattform in der Schweiz. Das Pionierprojekt wurde zusammen mit der deutschen Firma NDGIT realisiert und löste in der Schweiz und in Deutschland ein grosses Echo aus. Im November erhielten die Hypothekarbank Lenzburg AG und NDGIT für dieses Projekt den «Euro-Finance-Tech-Award 2017» in Frankfurt.

Im Laufe des Jahres wurde Finstar® um verschiedene Funktionen erweitert. Die Börsenaufträge werden neu über das Handelssystem GLOX abgewickelt. In Kooperation mit dem FinTech Unternehmen Edge Laboratories AG wurde eine Lösung im Bereich des Risikomanagements für Anlagekunden realisiert. Mit FinSign präsentiert die Bank eine Zwei-Faktor-Authentifizierung für sicheres und komfortables Online-Banking. Diese Authentifizierung wird auch für die neue E-Banking-Lösung eingesetzt, welche 2018 lanciert werden soll. Ein innovatives Konzept wird mit Beratungsräumen in Coworking-Spaces, beispielsweise AarauDigital, verfolgt.

Digitalisierungsexpertin für den Verwaltungsrat
Mit der Medienmitteilung vom 24. November 2017 konnte die Hypothekarbank Lenzburg AG die Nomination von Frau Prof. Dr. sc. ETH Doris Agotai zu Handen der Generalversammlung vom 17. März 2018 bekannt geben. Die gezielte Positionierung im Bereich der Digitalisierung im Banking ist Teil der Strategie der Hypothekarbank Lenzburg AG. Mit Frau Agotai konnte eine ausgewiesene Fachperson gewonnen werden, welche das Gremium in diesen Themen auf strategischer Ebene optimal ergänzen wird.

Unter Vorbehalt der Zustimmung der Generalversammlung vom 17. März 2018 wird sich der Verwaltungsrat der Hypothekarbank Lenzburg AG aus folgenden Personen zusammensetzen:

  • Gerhard Hanhart, Präsident
  • Prof. Dr. sc. ETH Doris Agotai
  • René Brülhart
  • Kaspar Hemmeler
  • Marco Killer
  • Josef Lingg
  • Ursula McCreight-Ernst
  • Christoph Schwarz
  • Therese Suter
  • Dr. Thomas Wietlisbach

 

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