Die Schweiz hat Haftbefehl gegen drei deutsche Finanzbeamte erlassen. Sie sollen 2010 beim Kauf einer CD mit Daten von Kunden der Credit Suisse (CS) durch das Bundesland Nordrhein-Westfalen geholfen haben. Ein ganz krasser Fall von Wirtschaftsspionage gegen die Schweiz, der von der linken deutschen Presse sogar noch gedeckt wird. Und ein sehr unfreundlicher Akt unseres Nachbarn. Es gilt jetzt, die Spione hart zu bestrafen. Bis zur Erledigung der Angelegenheit ist der geplante Steuerdeal mit Deutschland auf Eis zu legen.

von Barbara Kaufmann

Symbolbild von Thorben Wengert / pixelio.de

Laut der Sprecherin der Bundesanwaltschaft, Jeannette Balmer, besteht der Verdacht, dass "von Deutschland aus konkrete Aufträge zum Ausspionieren von Informationen der CS erteilt wurden". Also Spionage. Das Bundesland Nordrhein-Westfalen hatte 2010 die CD mit Daten deutscher Kunden der Schweizer Grossbank Credit Suisse für 2,5 Millionen Euro von einem Informanten gekauft.

Unter diesen Umständen ist für immer mehr Politiker in der Schweiz klar, dass es weder Nachverhandlungen noch einen eigentlichen Steuerdeal mit einem Staat geben soll, der in der Schweiz wirtschaftliche Unternehmen ausspionieren lässt. Der Steuerdeal steht auch in der Schweiz also zunehmend auf des Messers Schneide und könnte platzen. Letztlich wäre dieser ja nur zum Vorteil der Deutschen.

Die Schweiz soll sich ab sofort auf die laufenden Verhandlungen über Steuerabkommen mit anderen Staaten konzentrieren, die der Schweiz gegenüber "freundlicher" eingestellt sind. Der erfolgreiche Vertragsabschluss mit Grossbritannien weist da den Weg.

 

01.04.2012 | 1606 Aufrufe

Kommentare

Avatar
Sicherheitscode