2017 war ein hervorragendes Börsenjahr. Mit Aktien und mit auf Aktien basierenden Fonds und Strukturierten Produkten liessen sich namhafte Gewinne erzielen. Geht es weiter so?

 

von Maximilian Reimann

Eben haben wir die neuen Depot- und Kontoauszüge über unsere Vermögensanlagen erhalten. Sie zeigen ein weiteres Mal auf: Mit festverzinslichen Werten, Spargeldern oder Anleihen war keine Rendite mehr zu holen. Höchstens Jugendsparkonten und Vorsorgegelder der Säulen 2 und 3a werfen noch einen minimalen Ertrag ab. Trotzdem konstatieren die meisten Anleger mit Genugtuung deutlich höhere Depotwerte, vor allem dank der anhaltenden Aktienhausse, aber auch dank der fälligen Korrektur des Euro im Verhältnis zum Schweizerfranken um fast 10 % nach oben.

Wie geht es weiter?

Diese Frage interessiert natürlich noch mehr als der Blick zurück. Sicher ist aber nur, dass nichts und damit auch keine Aktienmärkte in den Himmel wachsen. Doch niemand weiss, wann der aktuelle Aufwärtstrend verflacht oder gar steil nach unten dreht. Im Moment deutet nichts darauf hin. Noch geht die Nullzinspolitik der Zentralbanken weiter und das ist Dünger für die Börsen. Erst in den USA ist die Zinswende eingeläutet, aber die Aktienmärkte haben überhaupt noch nicht darauf reagiert. Im Gegenteil, die USA verzeichnen seit einem vollen Jahrzehnt nur steigende Aktienindizes. So hatte die globale Finanzkrise von 2008 den wichtigsten Börsenindex der Welt, den Dow Jones Industrial, auf 6‘700 Punkte abstürzen lassen. Seither ging es aber non-stop nach oben, auf das neue Allzeit-Höchst von fast 25‘000 Punkten. Das ist eine glatte Vervierfachung innert 10 Jahren und am steilsten nach oben ging es seit der Amtsübernahme von Donald Trump. Dieser US-Präsident, so sehr er auch in Europa und der Schweiz verteufelt wird, geniesst also Vertrauen seitens von Wirtschaft und Anlegerschaft. Aber weil der US-Leitzins innert Jahresfrist bereits um 1 %  angehoben wurde, werden die Aktienkurse eher über kurz denn lang darauf reagieren, nicht nur in Amerika, sondern auch in der übrigen Welt. Daraus schliesse ich, dass das Anlagejahr 2018 weniger rosig ausfallen wird als das letzte.

Vergleich mit der Schweiz

Bei uns in der Schweiz verlief die Börsenentwicklung etwas moderater. Erst 2011 und damit zwei Jahre später kam die Hausse in Fahrt. Der am meisten beachtete Schweizer Blue-Chip-Aktienindex SMI startete bei 4‘600 Punkten und vermochte sich bis Ende 2017 immerhin auf 9‘380 zu verdoppeln. Aber schon im Herbst 2016 verzeichnete er einen satten Einbruch auf unter 7‘500 Punkte, doch zog ihn die „Trump-Hausse“ wieder mit nach oben. An das Allzeit-Höchst von 9‘531 Punkten anfangs Juni 2007 kam der SMI aber nicht ganz heran, im Gegensatz zum alle börsenkotierten Aktien umfassenden SPI, der das Jahr 2017 mit einem neuen Rekord-Hoch abschloss. Daraus ist ersichtlich, dass sich viele mittelgrosse Unternehmen wie etwa Bucher Landmaschinen, SIKA, Ems-Chemie, Schindler, der Schokolade-Produzent Barry Callebaut, Emmi oder die Waadtländer Kantonalbank an hervorragenden Geschäftsjahren erfreuen. Solche SPI-Unternehmen geben dem Schweizer Aktienmarkt zusätzlich Halt, auch wenn die Kurse von Grosskonzernen auf absehbare Zeit etwas ins Wanken geraten sollten. Vorsichtigen Anlegern, die etwas von ihren Buchgewinnen im Aktiensektor realisieren und ins Trockene bringen möchten, würde ich somit empfehlen, eher mit Teilverkäufen bei den grossen SMI-Kalibern zu beginnen als bei SPI-Werten. Aber das ist natürlich nur meine eigene Meinung!

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