Die an „modernes Raubrittertum“ erinnernden, masslos übertriebenen Bonus-Zahlungen in den Chefetagen namentlich der Grossbanken werden weitherum als Ärgernis empfunden. In der Tat ist es nicht einzusehen, warum beispielsweise in der Schweiz der CEO einer Grossbank allein an „leistungsabhängigem“ Bonus pro Jahr das Zwanzigfache der Gesamtentschädigung eines Bundesrates einstreicht.

von Maximilian Reimann, Gipf-Oberfrick

Einen Lichtblick registriert man in Deutschland. Da streicht die Deutsche Bank, die Nr. 1 in der Branche, für das abgelaufene Geschäftsjahr sämtlichen Vorstandsmitgliedern den Bonus, während die Führungskräfte auf den Etagen darunter deutliche Kürzungen hinnehmen müssen. Damit soll das oberste Management für die massiven Verluste, Abschreibungen und Strafzahlungen der letzten Jahre in die Pflicht genommen werden. Selbst den vormaligen CEO’s der Grossbank, die das Debakel primär zu verantworten hatten, werden Boni früherer Jahre zurückbehalten. So warten der Schweizer Josef Ackermann weiterhin auf die Freigabe von 3,5 Mio. Euro und 96‘600 Aktien, der Inder Anshu Jain gar auf 5,3 Mio. Euro und 125‘000 Aktien.

Und wie sieht der Quervergleich zur grössten Schweizer Bank, der UBS, aus? Wirft man einen Blick auf den Kursverlauf der Aktien, dann präsentieren sich die Wertverluste beider Banken seit den Höchstständen vor der Finanzkrise vom Herbst 2007 ziemlich ähnlich. Die Aktien der Deutsche Bank sackten von 115 auf 18 Euro ab, diejenigen der UBS von 77 auf 16 Franken. Anders sieht es bei den Boni aus. Da verblieb man bei der UBS stets auf hohem Ross. Laut neustem Vergütungsbericht bezog CEO Sergio Ermotti für 2016 ein Grundsalär von 2,8 Mio. und an leistungsabhängigem Bonus weitere 10,9 Mio. Franken, insgesamt also 13,7 Mio. gegenüber 14,3 Mio. im Vorjahr. VR-Präsident Axel Weber bekam hingegen noch leicht mehr als im Vorjahr, nämlich 6,1 Mio. Franken.

16.03.2017 | 8297 Aufrufe

Kommentare

Avatar
Sicherheitscode