So genannte Tracker, also meist als Uhr ums Handgelenk getragene Schrittmesser, sind voll im Trend. Doch Vorsicht. Einige davon lassen sich nicht mit allen Smartphone koppeln - womit sie faktisch unbrauchbar sind. 

von Martina Gloor

Schritte zählen, sportliche Aktivitäten aufzeichnen, Herzfrequenz messen, den Schlaf auswerten usw. Fitness-Tracker können, via Bluetooth mit dem Smartphone verbunden, echt interessante Auswertungen über die Trägerin oder den Träger liefern. Doch Vorsicht: Wer nicht gerade über ein so genanntes Standard-Smartphone von Apple oder Samsung verfügt, muss aufpassen. Viele der Tracker sind mit zahlreichen Smartphones auf dem Markt nicht kompatibel. Selbst mit gängigsten Modellen, etwa von Huawei, nicht. Das ist ärgerlich. Denn so kann man die Nutzung aller Funktionen eines Trackers schlicht vergessen. 

Noch schlimmer ist aber, dass einige Verkäufer der Tracker nicht - oder nur versteckt - auf diese Kompatibilitätsprobleme hinweisen. So hat ein Leser von soaktuell.ch etwa bei pc-ostschweiz.ch einen Fitness-Tracker "charge 2" von fitbit gekauft. Als die Lieferung eintraf, versuchte der Käufer einen ganzen Abend lang, den Tracker mit dem Smartphone "Honor 6x" von Huawei zu koppeln. Ohne Erfolg. 

Auf der Website des Herstellers fitbit findet sich zwar eine Liste mit kompatiblen Geräten - darauf fehlt das "Honor 6x" denn auch prompt. Aber wer informiert sich vorgängig schon auf der Herstellerseite über ein Produkt, welches knapp über 130 Franken kostet? Relevant ist doch immer der Verkäufer und dessen Produktinformationen im Online-Shop. So ging es auch dem Käufer des fitbit charge 2. Er las die Detailinformationen des Produktes im Shop von pc-ostschweiz durch. Hier fand sich kein Link zum Hersteller fitbit.

Als Grafik aus einem Prospekt von fitbit gescannt, hat er dann doch einen Hinweis gefunden, den pc-ostschweiz.ch auf Anfrage als Warnung der Kunden vor Kompatibilitätsproblemen versteht. Doch seien wir ehrlich: Kann ein Käufer ohne jegliche Erfahrungen mit Fitness-Trackern aus den folgenden Zeilen entnehmen, dass ausgerechnet sein Smartphone nicht kompatibel sein soll? Da geht doch jeder davon aus, dass sein Gerät unter den "200 gängigen" ist:

Nach vergeblicher Mühe einer Koppelung setzte sich der Käufer am nächsten Morgen mit dem Support von fitbit in Verbindung. Hier wurden via Chat die verschiedenen Schritte der Koppelung noch einmal durchgespielt - 45 Minuten lang - ebenfalls ohne Erfolg. Das Huawei Honor 6x sei nicht kompatibel, hiess es zum Schluss. Damit war der Fitness-Tracker für den Käufer unbrauchbar - oder er müsste sein Smartphone wechseln, was er natürlich nicht tat.

Es ist wenig vertrauenserweckend, wenn ein Unternehmen wie fitbit nach Jahren immer noch nicht in der Lage ist, ein Produkt den meistverkauften Smartphones anzupassen. Schliesslich werden weltweit mehr Huawei-Smartphones verkauft, als solche von Apple. Und künftig wohl noch mehr. Doch da war nichts zu machen. 

Jetzt ging es also darum, den Tracker an pc-ostschweiz.ch zurück zu schicken. Der Käufer wäre durchaus bereits gewesen, das Gerät nicht nur zurück zu schicken, sondern auch auf ein anderes, kompatibles Gerät von pc-ostschweiz.ch umzusteigen. Doch die erste Antwort von pc-ostschweiz.ch liess jegliche Kundenfreundlichkeit und Kulanz vermissen, worauf der Käufer entschied, von pc-ostschweiz.ch lieber die Finger zu lassen.

PC-ostschweiz.ch schrieb: "Wir haben Sie nicht schlecht informiert, da wir auf unserer Webseite keine Information darüber geben, dass das Gerät mit dem Huawei Honor 6x gehen würde." Diese Logik muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Und dann kommt der Gipfel. pc-ostschweiz.ch traut den eigenen Angaben im Shop offensichtlich nicht. Sie schreiben: "Die nötigen Informationen sollten vor dem Kauf von den Kunden selbst überprüft werden..." Und weiter: "Gemäss den AGBs von PCO gibt es bei geöffneter Ware keine Rückgabe. Wir können eine Ausnahme machen, aber je nach Grad des Aussehens wird es Abzug geben. Die Höhe des Abzuges wird dann vor Ort von der zuständigen Abteilung entschieden."

Dieses "Urteil" wollte sich der Käufer ersparen. In der Zwischenzeit hat er einen neuen Fitness Tracker bestellt und zwar via Amazon. Dieser war innert 5 Sekunden mit dem Huawei Honor 6x gekoppelt, ist erst noch modischer und günstiger - und Amazon schenkte ein zusätzliches farbiges Armband dazu. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Für ihn ist klar: Nie wieder fitbit, nie wieder pc-ostschweiz.ch!

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