Die Bundesfeier findet am 1. August statt - und der liegt nicht erst seit diesem Jahr mitten im Sommer. Alle paar Jahr fehlt in dieser Zeit mal wieder der üppige Regen. Doch in der jüngsten Zeit ist es in Mode gekommen, dass uns die Behörden mit Warnungen, Empfehlungen und Verboten regelrecht zudecken, was früher nicht der Fall war. Und dabei gibt es erst noch von Kanton zu Kanton abweichende Hinweise, was gerade in Regionen, in denen fast jede Gemeinde in einem anderen Kanton liegt, eine Zumutung ist. Ein unnötiges Theater?

Ein Kommentar von Martina Gloor

Schon in früheren Jahren ging mal ein Strauch oder ein Stoppelfeld in Flammen auf, wenn sich am 1. August eine Rakete darin verirrt hat. Das ist unschön, aber es kommt mit oder ohne Verbote vor, wenn im Hochsommer mit Feuer gespielt wird. Doch es sind Einzelfälle. Die überwiegend meisten Wald- und Flurbrände entstehen immer noch durch das Wegwerfen von glimmenden Zigaretten und unsachgemässem Feuern oder Grillieren. Die Glut wird nicht oder nicht vollständig gelöscht, die Menschen laufen davon und ein Windstoss sorgt für den Rest. Feuerwehreinsätze wegen Feuerwerk sind statistisch gesehen marginal. Das muss man sich immer bewusst sein. 

Das war aber immer schon so - auch in normalen Sommern. Bisher haben die Behörden viel mehr an die Eigenverantwortung der Menschen appelliert, die an der Bundesfeier Feuerwerk im privaten oder öffentlichen Rahmen gezündet haben. Das funktionierte, natürlich mit Ausnahmen, immer gut. Nun haben wir oberflächlich Trockenheit. Das sind sich die Menschen im Land durchaus bewusst. Doch das kann sich lokal mit einem oder zwei Gewittern markant entschärfen, wie Beispiele in den letzten Jahren zeigten. 

Unser Nationalfeiertag ist nun mal im Sommer. Die Behörden wären gut beraten, die Leute nicht völlig zu bevormunden. Wenn etwa der Kanton Solothurn in einer Medienmitteilung schreibt:

"Das Abbrennen von Feuerwerk ist unter Einhaltung eines Mindestabstandes von 200 Meter zum Wald und trockenen Felder zulässig."

und ein paar Zeilen weiter:

"Auf Feuerwerk sollte verzichtet werden, auch im Siedlungsgebiet."

dann ist das für den einzelnen Bürger keine Hilfe. Vor allem nicht im Schwarzbubenland, wo es überall ein bisschen Kantonsgrenzen gibt. Denn der Kanton Basel-Landschaft delegiert die Verantwortung gänzlich den Gemeinden mit dem Satz:

"Das Abbrennen von Feuerwerk ist unter dem Jahr grundsätzlich verboten. Ausnahmen wie zum Beispiel anlässlich von Bundesfeiern (31. Juli / 1. August) regeln die Gemeinden."

Auf den Webseiten der Gemeinden findet man dann freilich keine Hinweise.

Heute beginnt der Feuerwerksverkauf in den meisten Läden. Die Kunden wissen kaum, was gilt. Also kaufen sie ein wie jedes Jahr. Die Behörden sähen also mehr Verwirrung als Klarheit. Das muss sich ändern. 

Wichtig wären praktische Verhaltenshinweise - nicht juristisch formulierte Verbote und Anweisungen. Ein für den Normalbürger praktischer und verständlicher Hinweis könnte etwa sein, dass man aufgrund der grossen Trockenheit beim Abbrennen von privatem Feuerwerk einen Abstand von 200 Metern zu Wäldern und trockenen Feldern einhalten sowie keine Raketen verwenden soll, da diese unkontrollierbar sind und lange nachglühen. Besser geeignet sind Batterien, die auf einer feuerfesten Unterlage gezündet werden. Mit solchen Infos kann der Bürger etwas anfangen.

Es ist richtig, dass die Behörden und Einsatzdienste mehr Vorkehrungen treffen müssen, wenn die Bundesfeier in eine Trockenphase fällt. Die Feuerwehren müssen ihr Personal verfügbar haben und in höherer Bereitschaft sein, als üblich. Der Rest ist Eigenverantwortung. 

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