Mit dem Voyager hatte Chrysler vor über 30 Jahren den richtigen Riecher. Als Schweizer Familien noch auf einen sperrigen VW-Bus sparen mussten, haben die Amis mit dem geräumigen Voyager (mit Schiebetüren) den hiesigen Familienauto-Markt aufgemischt. Wer es sich leisten konnte, fuhr einen Voyager. Jetzt geht die Geschichte weiter, mit dem neuen Chrysler PACIFICA. soaktuell.ch hat den Familiengleiter gefahren.

Roman Jäggi

Für grosse Familien mit fünf Personen und mehr (mit mehreren Kindersitzen an Bord und allenfalls sogar einem Kinderwagen) sind die drei wichtigsten Kriterien beim Autokauf: Platz, Platz und noch mehr Platz. Hinzu kommt der Wunsch nach hoher Sicherheit, praktischen Schiebetüren, Komfort und das ganze zu einem attraktiven Preis. Der Chrysler PACIFICA erfüllt diese Voraussetzungen. Und - es ist der schönste "Familien-Van", den es derzeit wohl gibt.

Wer könnte den Chrysler PACIFICA besser vorstellen, als die Frau, die ihn gebaut hat. Jessica LaFond ist Chef-Ingenieurin bei Chrysler und verantwortlich für das neue Auto-Konzept PACIFICA.

Video: FCA North America / youtube.com

 

Mit dem Voyager hatte Chrysler vor über 30 Jahren den richtigen Riecher. Als Schweizer Familien noch auf einen sperrigen VW-Bus sparen mussten, haben die Amis mit dem geräumigen Voyager den hiesigen Familienauto-Markt aufgemischt. Wer es sich leisten konnte, fuhr damals einen Voyager.

Dann hat die Konkurrenz nachgezogen. Von Renault Espace über Toyota Previa, Ford S-Max, Opel Zafira bis Mazda 5 usw., wurde der Schweizer Automarkt mit den praktischen "Familien-Vans" geflutet. Und im oberen Preissegment zog Mercedes mit der V-Klasse nach.

Es wurde höchste Zeit, denn mit der Einführung des Kindersitz-Obligatoriums herrschte in Schweizer Familienautos plötzlich wieder akuter Platzmangel. Oder versuchen Sie mal, vier Kinder mit Kindersitzen in einen Kombi zu quetschen. In vielen Kombis macht das schon bei drei Kindern ernsthafte Probleme. "Familien-Vans" mit dritter Sitzreihe und Schiebetüren boomen.  

Nach dem Voyager jetzt der PACIFICA

Mit der "Autokrise" im Jahr 2008 und der aufkommenden Diskussion über Treibstoffverbrauch oder CO2-Ausstoss, verschwanden viele Amerikaner von unseren Strassen. Doch Chrysler ist wieder da. Mit dem PACIFICA. Gerde zur richtigen Zeit. Denn die europäischen und japanischen Autohersteller machen derzeit den Fehler, ihre neuen Modelle zulasten des Raumangebots immer kompakter und leichter zu bauen. Parallel dazu gibt es in der Schweiz immer mehr Familien mit drei oder mehr Kindern. Diese Entwicklungen beissen sich. Es entsteht in der oberen Mittelklasse also wieder ein Markt für grosse, komfortable aber bezahlbare "Familien-Vans".

Leider sind mit dem PACIFICA vergleichbar grosse Modelle, wie etwa der Toyota Sienna oder die Mercedes V-Klasse - mit ähnlichem Komfort oder technischen Features - für die meisten Familien immer noch unerschwinglich. Selbst Gebrauchtwagen kosten noch weit über 50'000 Franken. Hier kann der Chrysler PACIFICA eine echte Alternative sein, denn Amerikaner sind oftmals günstiger zu kaufen als vergleichbare Europäer oder Japaner. Mit in die Kaufentscheidung einbeziehen sollte man ihn auf alle Fälle, denn das Fahrzeug ist etwas vom Besten, was es derzeit auf den Strassen gibt. 

Erster "Familien-Van" mit 3.6 Liter V6-Motor und Plug-in-Hybrid

Die Amerikaner nennen den PACIFICA liebevoll "Minivan". Das ist Ansichtssache. Wir sagen ihm respektvoll "Familien-Van", denn das Ding ist alles andere als "mini". Beim PACIFICA stehen Sicherheit, Raum, Komfort, Variabilität und Freude am Fahren im Vordergrund. Dafür sorgt die 9-Stufen-Automatik. Bis der Wagen 80 km/h erreicht hat, schaltete der Motor bereits fünfmal, was den Treibstoffverbrauch senkt. Und es gibt den 3.6 Liter V6 Pentastar-Motor auch mit Plug-in-Hybrid. Mit seinen 287 PS gehört der PACIFICA zu den stärksten Minivans auf unseren Strassen. Der Treibstoffverbrauch ist beim Chrysler PACIFICA in der Realität (nicht auf dem Papier) etwa gleich, wie bei vergleichbaren japanischen oder europäischen Vans mit einem Gewicht von über 2200 Kilogramm.

Das Familien-Konzept auf Rädern

Das ganze Auto wurde eigentlich für grosse und fortschrittliche Familien konzipiert - und zwar von einer Frau, Jessica LaFond, Chef-Ingenieurin bei Chrysler (siehe Video oben) und verantwortlich für den PACIFICA. Gerade Mütter, die neben ihren Kindern immer noch alle Hände voll Taschen usw. tragen, schätzen die elektrischen Schiebetüren und Heckklappe. Bei einer Länge von mehr als fünf Metern bietet das Familienschiff auch in der dritten Reihe selbst Erwachsenen genug Platz und bequeme Sitze. Der Einstieg in die letzte Reihe, ist dank der nach vorne schnellenden Sitze sowie den Schiebetüren auf beiden Seiten kein Problem.

Je nach Modell gibt es Platz für sieben oder acht Passagiere. Und selbst wenn alle Plätze besetzt sind, ist im Kofferraum noch genug Platz für Handgepäck, einen Kinderwagen oder die Einkäufe. Dazu hat der PACIFICA noch eine Vielzahl an Ablagen, in denen man den restlichen Krimskrams unterbringen kann. Die Passagiere auf den Rückbänken freuen sich über eine eigene Klimaanlage sowie über den Harman Kardon Premium Surround Sound im ganzen Fahrzeug. Je nach Modellvariante gibt es zudem ein Entertainment-System mit zehn Zoll-Bildschirmen, zahlreichen USB-Steckern zum Anschliessen von Tablets oder Smartphones auf langen Fahrten und ein Glasdach. Der Fahrer geniesst die Vorteile einer Rückfahrkamera, eines adaptiven Tempomaten und, je nach Modellvariante, über eine Surround-View-Kamera sowie einen Parkassistenten.

Seit 2017 wieder da

Den neuen Chrysler PACIFICA gibts erst seit 2017. Entsprechend beginnt er erst jetzt so langsam die Schweizer Strassen zu erobern. Nur schade, dass dieser Familiengleiter zunächst nicht nach Europa kommt, sondern bis auf weiteres aktiv importiert werden muss. Aber das ist kein Problem. Dafür gibt es Profis wie etwa die Zollgarage in Neuhausen (SH), welche sich um Import, Verzollung, CO2-Abgabe und Zulassung kümmert. 

Selbst Google setzt auf den selbstfahrenden PACIFICA

Video: DPCcars / youtube.com

Bis zu 62'000 Minivans vom Typ Pacifica Hybrid hat die Google-Tochter Waymo im Juni 2018 für ihre automatisierte Testflotte von Chrysler im Einsatz. Die ersten Tests mit der autonomen Pacifica-Flotte unternahm Waymo bereits im November 2017. Seither haben die bisherigen 600 selbstfahrenden PACIFICA von Waymo über sechs Millionen Meilen auf der Strasse absolviert. Die Hybrid-Minivans fahren ohne Fahrer auf öffentlichen Strassen. Das Technologieunternehmen hat seine autonomen Fahrzeuge offiziell in 25 Städten in den USA getestet, darunter Atlanta, San Francisco, Metro Detroit, Phoenix und Kirkland, Washington. 

 

Foto: soaktuell.ch Archiv