Im Schweizer Stromnetz stecken grosse Systemrisiken in der Produktion von Solarstrom. Das berichtet die «Handelszeitung» mit Verweis auf eine Weisung, die von der Strom-Aufsichtsbehörde Elcom an die Regionalnetzbetreiber verschickt wurde. Es geht um Solaranlagen auf Hausdächern oder Ställen, die Strom ins Netz einspeisen. Und die sich im Krisenfall alle gleichzeitig abschalten könnten, weil sie falsch konfiguriert sind.

Handelszeitung / ots.

Die Netzbetreiberin Swissgrid schätzt, dass die Hälfte aller Solaranlagen in der Schweiz von diesem Problem betroffen ist. «Bei einer installierten Leistung von 1,6 Gigawatt gehen wir von einem nichtkonformen Anteil von 50 Prozent aus», sagt Swissgrid-Sprecherin Irene Fischbach. Damit entspricht der betroffene Solarpark der Leistung eines grossen Atomreaktors.

Zum Krisenfall könnte es kommen, wenn mehr Strom ins Schweizer Netz drückt, als gleichzeitig benötigt wird. In diesem Fall steigt die Netzfrequenz an, die normal bei 50 Hertz liegt. Überschreitet sie die Schwelle von 50,2 Hertz, schalten viele Solaranlagen ab, was im Extremfall zu einem Blackout führen könnte.

 

Symbolbild von TR / pixelio.de

 

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