Nach den markanten Börsengewinnen, die sich vor allem seit anfangs dieses Jahres noch besonders akzentuiert haben, stellt sich manchem Anleger die Frage, ob er nun aussteigen oder die Gewinne weiterlaufen lassen soll.

Maximilian Reimann

Die US-Börsen notieren mittlerweile auf Allzeithöchst. Der Dow Jones, berühmtester aller US-Aktienindizes, der sich aus den 30 grössten US-Unternehmen zusammensetzt, liegt im Moment, wo ich diese Zeilen schreibe, bei 14‘400 Punkten. Das ist klar über dem alten Höchststand vom 19. Juli 2007, als erstmals die 14‘000-er Marke knapp übertroffen worden war. Der deutsche DAX hat mit 8‘000 Punkten gerade die alte Höchstmarke von 2007 wieder erreicht. Nur in der Schweiz liegen wir noch weit darunter. Der führende Aktienindex SMI notiert bei 7‘750 Punkten. Das ist aber noch klar von den 9‘500 Punkten entfernt, die im Jahr 2007 erreicht worden waren.

Schweizer Finanzwerte drücken den Gesamtindex

Natürlich haben auch schweizerische Einzelwerte wie Nestlé, Syngenta, Swatch Group, Surveillance, Geberit oder Ems-Chemie ihre alten Höchststände aus dem Jahr 2007 bereits weit hinter sich gelassen. Das reicht aber längst nicht für einen neuen Gesamtrekord, denn allzu sehr lasten noch die markanten Kursverluste insbesondere aus dem Finanzbereich auf der Schweizer Börse. Man denke etwa an UBS, die einst 74 und heute noch 15 Franken wert sind; an Credit Suisse, die von 95 auf heute 25 Franken abstürzten; an Swiss Re, die schon einmal bei 200 Franken lagen und heute bei 77; oder an Zürich Versicherung, die von 775 auf 265 Franken herunter kamen. Das waren einmal Schwergewichte bei uns, die inzwischen gemessen an ihrer Börsenkapitalisierung von Nestlé, Novartis oder Roche weit hinter sich gelassen worden sind.

Alte Höchststände als Anlageziel?

Noch viele Anleger liegen mit diversen Aktien weiterhin markant im Minus. Eigentlich hätte es gar nie so weit kommen dürfen, denn zu einer gewieften Anlagestrategie gehört es, dass man sich Ziele nach oben und Verlustmarken nach unten setzt, nur geistig oder mit entsprechenden Verkaufslimiten! Das ist aber leichter gesagt als getan, denn manchem Anleger fällt es schwer, Aktien mit Verlust zu verkaufen. Viel eher setzt man auf das „Prinzip Hoffnung“ und geht davon aus, mit der Zeit würden selbst massive Verluste wieder wettgemacht. Da gibt man sich aber oft grosser Selbsttäuschung hin. Aktien wie die oben erwähnten Finanzwerte werden kaum je in der Lage sein, ihre alten Höchststände wieder zu erklimmen.

Aussteigen, absichern oder akkumulieren?

Verbleibt die Eingangsfrage, was man nach der saftigen jüngsten Börsen-Hausse nun machen soll. Nicht nachrennen würde ich Titeln, wo man im Minus liegt. Steigen sie weiter an, ist man ja dabei. Sie auf diesem Niveau zu verkaufen, würde ich aber auch nicht, sondern sie weiter halten. Und was tun mit Titeln, wo man kräftige Gewinne erzielt hat? Da würde ich nun etwas davon verkaufen und den Gewinn realisieren. Nur realisierte Gewinne sind schliesslich echte Gewinne! Abwarten würde ich auf alle Fälle aber noch die nächste Dividende, vor allem wenn sie wie bei Swiss Re oder Zürich Versicherung happig und einkommenssteuerfrei anfällt. Und was tun mit der anfallenden Liquidität? Darauf sollte man einfach mal sitzen bleiben. Börsen sind schliesslich keine Einbahnstrassen. Es geht auch wieder hinab und dann ist man für Käufe gerüstet.

14.03.2013 | 2394 Aufrufe

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