Vor 2 Jahren schloss in Nennigkofen bei Solothurn die letzte Curlinghalle des Kantons. Ein Projektteam arbeitet daran, ein neues Curlingkompetenzzentrum im Raum Solothurn zu verwirklichen. Standort soll Derendingen werden, die Eröffnung wird auf Winter 2021 angestrebt.

Interessengemeinschaft Curlinghalle Region Solothurn / Patrick Linder

Wer kennt es nicht: Regelmässig bei den Winterspielen schaut man in den Berichterstattungen fasziniert den Curlingspielerinnen und -spielern zu, wie sie ihre Steine mit viel Strategie und Geschicklichkeit auf dem Eis platzieren. Die Schweiz ist weltweit eine der Topnationen mit etlichen Weltmeisterinnen und Weltmeistern und immer für Spitzenplätze gut. Etliche dieser hervorragenden Sportlerinnen und Sportler haben Solothurner Wurzeln und in der ehemaligen Halle in Nennigkofen ihre erfolgreiche Karriere gestartet.

Der ehemals stolze Curlingkanton steht also seit 2018 ohne Halle da. Die Aktiven müssen gezwungenermassen in die Nachbarkantone ausweichen. Etliche hoffnungsvolle Juniorinnen und Junioren mussten ihr Hobby aufgeben: Die nächste Halle ist mit dem öffentlichen Verkehr schlicht nicht in vernünftiger Zeit erreichbar.

Das Projektteam möchte mit der Erstellung einer neuen Halle nun die Voraussetzungen schaffen, die Curling-Geschichte im Kanton Solothurn weiterzuführen und den aktiven und - den Umständen geschuldet – derzeit nicht mehr aktiven Curlern und auch Junior*Innen die Möglichkeit zurückzugeben, ihren Sport in der Region ausüben zu können.

Die IGCRS hat sich mit der Schliessung der Halle gebildet und suchte seither mit Gemeinden und Privaten mögliche Lösungsmöglichkeiten für einen Standort. Fündig wurde man auf der Anlage der Tennishalle Derendingen AG. Auf dem Areal der Tennishalle könnte eine erweiterbare 3-Rink-Halle entstehen. Die IG Curlinghalle Region Solothurn und der Verwaltungsrat der Tennishalle Derendingen AG erwarten in verschiedenen Bereichen Synergien. Durch die gute Anbindung an das ÖV-Netz und die Nähe zu Solothurn würde die Curlinghalle in Derendingen kommenden Juniorinnen und Junioren beste Voraussetzungen bieten.

Die projektierte Curlinghalle mit einer Investitionssumme von 3,5 Millionen Franken orientiert sich massgeblich an der bestehenden Curlinghalle in Zollbrück BE und soll nach modernsten Energiestandards – Solaranlage inklusive - gebaut werden.

Um die Investitions- und Betriebskosten decken zu können, ist die IGCRS momentan in Gesprächen mit möglichen Sponsoren. Dies ist in Coronazeiten nicht einfach, die spürbare Unterstützung von verschiedenen Seiten stimmt allerdings optimistisch. Angefragte Banken haben Interesse am Projekt bekundet und eine Finanzierung offeriert.

Unterstützung bekommt das Projekt auch aus höchsten Sportkreisen: Die World Curling Federation WCF, der Curling Weltverband mit Sitz in Perth, Schottland, unterstützt das Projekt ideell und konkret mit einer namhaften Summe.

Interessengemeinschaft Curlinghalle Region Solothurn

Die Interessengemeinschaft konstituiert sich aus ehemaligen Spielern der ehemaligen Curlinghalle Nennigkofen und externen Fachspezialisten. Die Curlinghalle Nennigkofen (Teil des ehemaligen Gasthof Rössli) musste aufgegeben werden, da nach dem Auslauf des Baurechtsvertrages die Liegenschaft veräussert und die Halle für den Eigenbedarf der neuen Besitzer umgenutzt wurde. Ziel ist es, im Kanton Solothurn und insbesondere im Raum Solothurn ein Curlingkompetenzzentrum zu installieren, welches Curlinginteressierten jeden Alters die Möglichkeit geben soll, ihren Sport auf jedem Niveau oder als Hobby betreiben zu können.

 

Projekt-Abbildung zVg. IGCRS

 

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