In rund 84'700 Fällen mussten Fahrzeuglenkerinnen oder Fahrzeuglenker letztes Jahr in der Schweiz ihren Schweizer Führerausweis oder andere Ausweise wie den Lernfahrausweis abgeben. Das ist etwas weniger als im Vorjahr. Die Hauptgründe für einen Ausweisentzug waren wie in den vorangegangenen Jahren überhöhte Geschwindigkeit und Fahren im angetrunkenen Zustand.

ASTRA

Im Vergleich zum Vorjahr ist im Jahr 2017 die Anzahl der Ausweisentzüge leicht um 534 Fälle auf 84'727 zurückgegangen. Bei 1'312 der im Jahr 2017 entzogenen Ausweise handelt es sich um Annullierungen von Führerausweisen auf Probe (- 8 Prozent). Im Jahr 2016 waren es noch 1'432 Annullierungen.

In den meisten Fällen wurde der Ausweis wegen überhöhter Geschwindigkeit entzogen. Die Anzahl dieser Entzüge beträgt insgesamt 28 449. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Rückgang von 2,7 Prozent. Damit setzt sich bei den Ausweisentzügen aufgrund von Geschwindigkeitsdelikten der rückläufige Trend seit 2010 fort.

In 13'620 Fällen wurde der Ausweis aufgrund von Fahren unter Alkoholeinfluss entzogen. Im Vergleich zum Jahr 2016 ist das ein Rückgang von rund 10 Prozent. Die Zahl der Entzüge aufgrund von Angetrunkenheit sinkt seit dem Jahr 2010 kontinuierlich. Das gegenteilige Bild zeigt sich bei den Ausweisentzügen aufgrund von Fahren unter Drogeneinfluss. Seit dem Jahr 2009 steigen diese Fälle stetig an und zählten 5'047 Fälle im Jahr 2017. Im Vergleich zum 2016 ist das ein Plus von 8 Prozent.

Bei jenen Fällen, in denen sich Personen aufgrund der Abhängigkeit von Alkohol oder Drogen nicht zur Teilnahme am Strassenverkehr eignen, ist hingegen ein Rückgang der Ausweisentzüge zu verzeichnen. Der Rückgang beläuft sich auf 21 Prozent bei Ausweisentzügen aufgrund von Alkoholabhängigkeit (1'721 Entzüge im Jahr 2017) und auf 6 Prozent bei Drogensucht (3'226 Entzüge im Jahr 2017).

Unaufmerksamkeit und Ablenkung

In 8'411 Fällen wurde der Ausweis aufgrund der Gefährdung Dritter durch Unaufmerksamkeit, in 1'662 Fällen aufgrund von Ablenkung (beispielsweise durch Telefonieren, Surfen am Smartphone oder Essen) entzogen. Dies entspricht in beiden Fällen einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr – bei Unaufmerksamkeit um 4 Prozent, bei Ablenkung um knapp 2 Prozent. Während sich bei der Anzahl der Ausweisentzüge aufgrund von Unaufmerksamkeit der rückläufige Trend seit 2012 weiter fortsetzt, findet der massive Anstieg der Ausweisentzüge aufgrund von Ablenkung seit 2013 (plus 88 Prozent zwischen 2013 und 2016) vorerst ein Ende.

Im Jahr 2017 wurde in 6'004 Fällen der Ausweis entzogen, weil sich die Fahrzeuglenkenden aufgrund von Krankheit und Gebrechen nicht zum Führen eines Fahrzeugs im Strassenverkehr eigneten. In 1'257 Fällen waren die betroffenen Personen in den Altersklassen 70 bis 74 Jahre; in 2157 Fällen 75 Jahre oder älter. In diesen beiden Altersklassen zeigt sich im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um knapp 12 bzw. um knapp 16 Prozent. Bei den unter 70-jährigen Personen ist die Zahl der Ausweisentzüge hingegen um rund 4 Prozent auf 2'590 gesunken.

Zunehmende Entzüge von ausländischen Führerausweisen

Neben den 84'727 Entzügen von Schweizer Ausweisen im Jahr 2017 wurden 20'816 ausländische Führerausweise aberkannt. Gegenüber dem Vorjahr mit 20'482 Aberkennungen ist das ein leichter Anstieg von knapp 2 Prozent. Häufigster Grund für die Aberkennung eines ausländischen Führerausweises waren im Jahr 2017 Geschwindigkeitsdelikte.

 

Archivbild Grosskontrolle der Kapo AG

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