Vor rund fünf Wochen hat das Bundesgericht die Sanktion der Wettbewerbskommission gegen BMW in der Höhe von 157 Mio. CHF wegen Verhinderung von Parallelimporten bestätigt. Die Automobilhersteller sind davon scheinbar unbeeindruckt. Jetzt hat der Verband freier Autohandel Schweiz (VFAS) bei der WEKO gegen Hyundai eine Anzeige wegen Behinderung von Parallelimporten eingereicht. Der Hersteller versucht den Schweizer Markt abzuschotten.

VFAS

Schweizer Autokäufer werden von den Herstellern seit Jahren geschröpft. Die bereits 2002 von der Wettbewerbskommission (WEKO) erlassene „Bekanntmachung über die wettbewerbsrechtliche Behandlung von vertikalen Abreden im Kraftfahrzeughandel“ (KFZ-BM) soll Konsumentinnen und Konsumenten vor wettbewerbsverzerrenden und gebietsabschottenden Praktiken schützen. Und dennoch sind Schweizer Autokäufer sowie Händler tagtäglich mit neuen Marktbehinderungen konfrontiert.

Nur fünf Wochen nach der abgewiesenen Beschwerde der Bayerischen Motoren Werke AG (BMW) und der damit bestätigten Rekordbusse von 157 Millionen Franken wurde bei der WEKO eine Anzeige gegen Hyundai eingereicht. Anzeiger ist der Verband freier Autohandel Schweiz (VFAS), der Händler und Konsumenten vor Wettbewerbsbehinderungen und ungerechtfertigt hohen Preisen schützen will. „Der koreanische Autohersteller Hyundai torpediert mit gezielten Aktionen Importe aus dem Ausland“, begründet der VFAS-Präsident Roger Kunz die eingereichte Klage.

Vertragliche Importverhinderung: 
Hyundai klagt gegen Exporteure von Hyundai-Kraftfahrzeugen aus dem EWR-Raum und Importeure solcher Fahrzeuge aus der Schweiz. Die Klagen haben den Zweck, Händler zu zwingen, den  Ex-/Import von Hyundai Kfz zu unterlassen.

Importverhinderung durch missbräuchliche Nutzung von Marken- und Patentrechten: 
Hyundai versucht die Schweiz vom Ausland gestützt auf Immaterialgüterrechte abzuschotten. Das Immaterialgüterrecht erlaubt es aber nicht, die Schweiz vom Ausland zu isolieren.

Importverhinderung durch rechtswidrige Verweigerung von Garantieleistungen: Werden Hyundai-Kfz nicht über den Importmonopolisten des Herstellers an Schweizer Endkunden verkauft, verbietet der Hersteller im Ausland seinen Schweizer Händlern, die Garantie einzulösen.

„Die angezeigten Massnahmen erfolgen allein mit dem Ziel, den Wettbewerb auszuschalten und höhere Konsumentenpreise durchzusetzen. Die Hochpreisinsel Schweiz wird zementiert“, erklärt Kunz

Der VFAS wird sich auch weiterhin für die Interessen von Händlern und Konsumenten und gegen Marktbehinderungen jeglicher Art einsetzen.

Weitere Infos auf www.vfas.ch 

 

Archivbild Hyunda I40 von hyundai.ch

 

 

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