Wer über Anlagen verfügt, die mit hohen Zinssätzen bzw. Coupons ausgestattet sind, muss damit rechnen, dass die Emittenten so früh als möglich von vorzeitigen Rückzahlungsmöglichkeiten Gebrauch machen. Das schmälert die Rendite und verursacht neue Wiederanlagekosten.

von Maximilian Reimann

Hier zwei Beispiele:

CHF-Obligation 4 % Raiffeisen Int. 2013-23

Dieses Raiffeisen-Institut hat seinen Sitz in Wien und seine Geschäftstätigkeit in Osteuropa sowie auf dem Balkan. Die Bonität ist zweitklassig, entsprechend hoch die Rendite, nämlich beim aktuellen Börsenkurs von 102,5 % rund 3,5 % bei Rückzahlung am 19.05.2023. Was Anleger aber meist übersehen oder gar nicht wissen ist die vorzeitige Rückzahlungsmöglichkeit schon im Mai 2018. Deshalb macht es keinen Sinn, diese Anleihe noch zu erwerben. Per saldo würde man nämlich drauflegen!

Callable und Autocallable „Strukis“

Wer noch nach hohen Anlagerenditen sucht, dem stechen natürlich die saftigen Coupons der strukturierten Produkte ins Auge, insbesondere der beliebten, auf soliden Aktienwerten basierenden Barrier Reverse Convertibles (BRC). Auf dem Vormarsch sind dabei BRC’s, die von den Emittentenhäusern wie UBS, CS, ZKB, Leonteq, Vontobel  usw. vorzeitig zurückbezahlt werden können (callable) oder müssen (autocallable), und zwar je nach Börsenkurs der unterliegenden Aktien. Das sollte der Anleger wissen, bevor er solche Produkte kauft, denn die Laufzeit könnte bloss noch 2 - 3 Quartale dauern. Ersichtlich sind die Bedingungen im Emissionsprospekt; aber wer schlägt den schon nach…

Ein Beispiel:  Der Callable BRC 9,1 % ZKB auf Roche, Zürich Vers., Adecco und Lafarge-Holcim (Valor 35‘046‘729) mit aktuellem Börsenkurs von 100,6 % und Barrieren bei 60 % läuft bis zum 5. April 2019. Das ergäbe, Transaktionskosten hin oder her, eine Superrendite, wenn keine dieser Aktien die Barriere touchiert. Doch beachte man, vorzeitige Rückzahlung ist schon ab 5. April 2018 möglich!

Kommentare

Avatar
Sicherheitscode