Morgen Sonntag bleiben die Briefkästen der Abonnenten der "Schweiz am Sonntag" leer. Am Sonntag gibt es von AZ Medien keine Zeitung mehr. Wer am Sonntag weiterhin eine Zeitung will, muss wechseln. "NZZ am Sonntag" und die "SonntagsZeitung" sind bereit, in die Lücke zu springen. 

Ein Kommentar von Roman Jäggi, Inhaber der Internet-Zeitung soaktuell.ch

Gemäss Auflagebeglaubigung kam die "Schweiz am Sonntag" von AZ Medien auf eine Auflage von 163'000 Exemplare. Ab diesem Wochenende ist das Geschichte. AZ Medien gibt den begehrten Platz am Sonntag frei. Ihre Zeitung erscheint neu unter dem Namen "Schweiz am Wochenende" am Samstag, anstelle der Samstagsausgabe ihrer Tageszeitungen "Aargauer Zeitung", "Solothurner Zeitung", "Oltner Tagblatt", "Grenchner Tagblatt", "Zofinger Tagblatt", "Basellandschaftliche Zeitung" und wie sie alle heissen. Am Sonntag bleibt der Briefkasten in der Region Aargau-Solothurn definitiv leer. Das ist einer von vielen unternehmerischen Kapitalfehler, welchen sich das Medienhaus aus dem Aargau geleistet hat.

Doch es kommt noch dicker: AZ Medien verlangt für das neue 6-Tage-Abo gleichviel wie bisher für das 7-Tage-Abo. Das ärgert viele Leserinnen und Leser in der Region Aargau-Solothurn. Doch ärgern nützt nichts. Handeln ist angesagt. Schliesslich gibt es gute Alternativen.

Es gibt Konkurrenzpublikationen, die sich den Platz am Sonntag sichern wollen. Etwa die "NZZ am Sonntag": Sie hat in den letzten Tagen ihre Werbung in den entsprechenden Gebieten verstärkt, wie man an Bahnhöfen und in Social Media unschwer feststellen kann. 

Auch Tamedia dringt in die Region Aargau-Solothurn vor, indem der erfolgreiche Zürcher Verlag ihre "SonntagsZeitung" hier massiv pusht. In den Regionen, aus denen sich AZ Medien am Sonntag zurückziehe, würden alle Haushalte, die bisher die "SonntagsZeitung" nicht abonniert hatten, einen Flyer in den Briefkasten erhalten, der es ihnen ermögliche, die "SonntagsZeitung" näher kennen zu lernen und zu abonnieren, bestätigt Tamedia-Sprecher Christoph Zimmer gegenüber soaktuell.ch.

Den Sonntag lassen wir uns als Lesetag nicht nehmen

Wer es gewohnt ist, am Sonntag zum Frühstück eine Zeitung zu lesen, will keine Zeitung von gestern. Soviel steht fest. Er oder sie wird sein altes Abo ob kurz oder lang kündigen und eine der verbleibenden Sonntags-Zeitungen abonnieren sowie sich parallel dazu im Internet informieren. Denn der Sonntag ist und bleibt der wichtigste Lesetag der Schweizerinnen und Schweizer. Sie werden sich nicht "umerziehen" oder mit Lesestoff von vorgestern abspeisen lassen. Gut so. 

 

Grafik: Bildausschnitt vom Flyer der "SonntagsZeitung" (zum Vergrössern bitte anklicken)

 

04.03.2017 | 9125 Aufrufe

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