Im Lauf der vergangenen zwölf Jahre verkaufte die Schweizerische Nationalbank zunächst 1‘300 Tonnen vorschnell als «überflüssig» erklärter Goldreserven – genau die Hälfte des früheren Bestandes. Dies zu einem geradezu lächerlich tiefen Preis von durchschnittlich Fr. 16‘000 pro Kilo. Heute kostet das Kilogramm Gold gegen 50‘000 Franken. Mit einer Volksinitiative wollen Politiker das Nationalbank-Gold retten.

von Ulrich Schlüer

Wo ist unser Gold? (Bild: Rike / pixelio.de)

Damit nicht genug. Nach den erfolgten Verkäufen angeblich «überflüssiger» Goldreserven begann der Goldpreis markant zu steigen – was der Nationalbank jährlich deftige Buchgewinne eintrug. Ihre Gewinne hatte sie zu einem grossen Teil den Kantonen auszuschütten – wozu sie die Buchgewinne «versilbern» musste. Dies geschah, indem sie weitere 250 Tonnen Gold verkaufte.

Wären diese insgesamt 1‘550 Tonnen leichtfertig verkauften Goldes heute noch im Besitz der Nationalbank, könnte diese eine um rund 55 Milliarden bessere Bilanz ausweisen. Mittel, auf die sie angesichts der heutigen Währungsturbulenzen in der Überschuldungskrise dringend angewiesen wäre.

Wieviel liegt in den USA?
Und ein weiterer gravierender Unsicherheitsfaktor lastet auf den Goldreserven der Nationalbank: Nach wie vor lagert ein bedeutender, in seinem genauen Umfang geheim gehaltener Teil der Schweizer Goldreserven im Ausland – vor allem in den USA. Angesichts der zunehmenden Unberechenbarkeit der von der Überschuldungskrise schwer heimgesuchten USA, angesichts der unverblümten Machtgelüste, mit denen Washington seine Währungsturbulenzen an allem geltenden Recht vorbei in den Griff zu bekommen sucht, scheint es mehr als bloss geraten, alle im Ausland, insbesondere die in den USA gelagerten Schweizer Goldreserven in die Schweiz zurückzuholen.

Diese Tatsachen, diese besorgniserregenden Umstände haben zur Gründung eines Komitees geführt, das die Gold-Initiative unter dem Titel «Rettet unser Schweizer Gold» lanciert hat. (>> www.goldinitiative.ch)

Die Forderungen der Gold-Initiative
Die Gold-Initiative formuliert drei Forderungen:

Erstens verbietet sie der Nationalbank jeglichen weiteren Verkauf von Goldreserven. Goldreserven als werthaltiges Fundament eines stabilen Schweizer Frankens sollen generell unverkäuflich werden: Der Franken braucht immer, was immer auch geschieht in dieser Welt, ein solides, seine Stabilität sicherndes Fundament.

Zweitens verlangt diese Initiative die Rückholung all jener Teile der Nationalbank-Goldreserven, die heute noch im Ausland eingelagert sind. Die Goldreserven sind der Schweiz nur dann wirklich dienstbar, wenn die Schweiz auch unzweifelhaft und nach ihrem eigenen Ermessen darüber verfügen kann – also dann, wenn all ihre Goldreserven in der Schweiz eingelagert sind.

Als dritte Forderung verlangt die Gold-Initiative von der Nationalbank, immer mindestens zwanzig Prozent ihrer Aktiven in Gold zu halten. Damit soll gewährleistet sein, dass der Schweizer Franken zu einem markanten Teil durch Gold abgesichert bleibt.

Volksvermögen
Goldreserven, Teil der Währungsreserven, sind nicht Manipuliermasse für Banker und Politiker. Goldreserven sind das Ergebnis des Fleisses, der Leistungsbereitschaft, des Erfindungsgeistes, der Produktivität eines ganzen Volkes – von Arbeitgebern wie Arbeitnehmern. Deshalb muss das letzte Wort zu den Goldreserven dem Volk reserviert sein. Denn Goldreserven sind Volksvermögen.

31.03.2012 | 3252 Aufrufe

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