Der Strukturwandel im Handelsmarkt spiegelt sich auch im Jahresergebnis 2017 von Ex Libris wider. Die Online-Umsätze stiegen um +8% und erreichten einen neuen Höchstwert. Auf der anderen Seite vermochten sie die Einbussen im stationären Geschäft, welches in den vergangenen drei Jahren umsatzmässig und flächenbereinigt um einen Drittel zurückgegangen ist, nicht zu kompensieren. Deshalb ist die Migros-Tochter gezwungen, ihre Filialstruktur anzupassen.

Migros / ots.

Ex Libris reduziert im laufenden Jahr die Zahl der stationären Verkaufsstellen von 57 auf 14 Filialen, wodurch 114 Stellen verloren gehen. Gemeinsam mit dem Kaufmännischen Verband (kfmv) und der Personalkommission als Sozialpartner konnte Ex Libris einen Sozialplan mit flankierenden Massnahmen erarbeiten, um die mit dem Abbau verbundenen Auswirkungen für die betroffenen Mitarbeitenden abzufedern.

Schmerzliche Eingriffe unvermeidlich

Bücher, Musik, Filme oder Games werden immer mehr online eingekauft, häufig auch bei internationalen Anbietern. «Diese Entwicklung bekommen unsere Ladengeschäfte in aller Härte zu spüren. Um weiterhin in Wachstumsbereiche investieren und als starkes Unternehmen in die Zukunft gehen zu können, müssen wir deshalb unser Filialnetz gesund aufstellen», sagt Daniel Röthlin, Unternehmensleiter von Ex Libris. «Das ist leider nicht ohne schmerzliche Eingriffe möglich.»

Dazu wurde das Marktpotenzial aller Standorte sorgfältig evaluiert. Aufgrund der Standortfaktoren wie Kundennachfrage, Lage und Entwicklungsmöglichkeiten wurde eine Gesamtbewertung vorgenommen. Im Ergebnis sieht sich Ex Libris gezwungen, das stationäre Verkaufsnetz von heute 57 auf 14 Filialen zu reduzieren. Künftig wird die Medienanbieterin noch an folgenden Standorten stationär präsent sein:

  • Aarau
  • Basel Centralbahnplatz
  • Bern Bahnhof
  • Glattzentrum, Wallisellen
  • Lenzopark, Lenzburg
  • Lyss
  • Pizolpark, Mels
  • Rapperswil
  • Sursee
  • Illuster, Uster
  • Wil SG
  • Zürich Bahnhofplatz
  • Zürich Limmatplatz
  • Zürich Oerlikon

Sozialpartner einigen sich auf Sozialplan

Die unvermeidlichen Filialschliessungen haben erhebliche personelle Auswirkungen. 114 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlieren ihren bisherigen Arbeitsplatz. «Wir sind uns bewusst, dass damit für die Betroffenen eine sehr belastende Zeit beginnt», sagt Daniel Röthlin. «Der Entscheid ist uns sehr schwer gefallen. Er schafft jedoch Klarheit und ist leider für die gesunde Zukunft von Ex Libris notwendig.» Die Geschäftsleitung werde alles daransetzen, für alle Betroffenen eine möglichst gute Lösung zu finden.

Ein erster Schritt dazu ist bereits erfolgt: Gemeinsam mit der Personalkommission und dem Kaufmännischen Verband (kfmv) als Sozialpartner konnte im Rahmen des Konsultationsverfahrens ein Sozialplan verabschiedet werden. Dieser sieht zahlreiche Massnahmen vor, um die Auswirkungen für die Betroffenen abzufedern. Zunächst soll möglichst vielen Betroffenen innerhalb oder ausserhalb der Migros-Gruppe eine Stelle vermittelt werden. Ex Libris bietet dazu eigens eine interne Anlaufstelle, welche die Mitarbeitenden hierbei unterstützt. Weiter verlängert Ex Libris beispielsweise die vertraglichen Kündigungsfristen. Für Mitarbeitende, die nach Ablauf der Kündigungsfrist keine neue Stelle haben, zahlt Ex Libris zusätzlich eine Abgangsentschädigung.

 

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