Wie die FMH-Ärztestatistik 2019 zeigt, waren im vergangenen Jahr insgesamt 37'882 Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz berufstätig. Das entspricht einer Zunahme von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr und ist die tiefste Zunahme seit 2015. Der Anteil der Ärztinnen und Ärzte mit einem ausländischen Arztdiplom hat weiter zugenommen und beträgt neu 36,3 Prozent, was einem Plus von 0,9 Prozent entspricht. Im Praxissektor sind rund 34 Prozent der Ärztinnen und Ärzte 60 Jahre alt oder älter.

FMH

2019 waren in der Schweiz 37 882 Ärztinnen und Ärzte berufstätig – bei einem Frauenanteil von inzwischen rund 43 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr hat die Gesamtzahl der Ärztinnen und Ärzte um 357 Personen zugenommen, was einem Plus von 1 Prozent entspricht. Damit fällt die Zunahme deutlich geringer aus als in den Vorjahren (2018: 625; 2017: 725; 2016: 850; 2015: 977).

52,1 Prozent der Ärztinnen und Ärzte waren 2019 hauptberuflich in einer Praxis tätig. Im Spitalsektor arbeiten 46,4 Prozent der Ärztinnen und Ärzte. 1,5 Prozent der Ärztinnen und Ärzte üben eine Tätigkeit ausserhalb des Praxis- und Spitalsektors (anderer Sektor) aus.

Im Praxissektor sind 50,3 Prozent der Ärztinnen und Ärzte in einer Einzelpraxis tätig. Dieser Anteil hat sich seit 2009 um 13 Prozent reduziert. Frauen arbeiten etwas seltener (42,4 %) in Einzel- als in Doppel- und Gruppenpraxen (57,6 %). Bei den Männern ist der Anteil der Einzelpraxen mit 55,3 Prozent leicht höher. In einer Gruppenpraxis arbeiten durchschnittlich 4,3 Ärztinnen und Ärzte.

Steigendes Durchschnittsalter im Praxissektor – hohe Arbeitszeiten im Spital
Das Durchschnittsalter der Ärztinnen (46,3) und Ärzte (52,6) liegt 2019 bei 49,8 Jahren. Im Praxissektor sind sie durchschnittlich fast elf Jahre älter als ihr Kollegium im Spitalsektor (54,9 Jahre gegenüber 44,0 Jahre). Dieser Unterschied im Durchschnittsalter ist hauptsächlich auf die Weiterbildung der assistierenden Ärzteschaft zurückzuführen, welche vorwiegend in Spitälern absolviert wird. Im Praxissektor steigt das Durchschnittsalter weiterhin leicht an. Während im Spitalsektor 10,1 Prozent der Ärztinnen (5,0 %) und Ärzte (14,7 %) 60 Jahre alt oder älter sind, sind es im Praxissektor rund 34,2 Prozent der Ärztinnen (21,9 %) und Ärzte (42,5 %).

Ein 100-Prozent-Äquivalent entspricht bei Ärztinnen und Ärzten in der Schweiz rund 55 Wochenarbeitsstunden. 2019 haben die Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz durchschnittlich rund 48 Stunden pro Woche gearbeitet.

Die Allgemeine Innere Medizin als häufigstes Fachgebiet
Die Allgemeine Innere Medizin ist in der berufstätigen Ärzteschaft das am häufigsten vertretene Fachgebiet (21,9 %). An zweiter Stelle liegt die Psychiatrie und Psychotherapie (10,2 %), gefolgt von Gynäkologie und Geburtshilfe (5,1 Prozent), Kinder- und Jugendmedizin (5,1 %) sowie Anästhesiologie (4,1 %).

Abhängigkeit von ausländischen Arztdiplomen nimmt weiter zu
13'755 (36,3 %) der berufstätigen Ärztinnen und Ärzte in der Schweiz stammen aus dem Ausland bzw. besitzen ein ausländisches Arztdiplom. Im Vergleich zum Vorjahr ist ihr Anteil um 0,9 Prozent von 35,4 auf 36,3 Prozent angestiegen. Im Praxissektor beträgt der Anteil der Ärztinnen und Ärzte aus dem Ausland 32,7 Prozent, im Spitalsektor 40,2 Prozent. Der Grossteil der ausländischen ärztlichen Fachkräfte stammt aus Deutschland (53,4 %), gefolgt von Italien (8,9 %), Frankreich (6,9 %) oder Österreich (6,0 %).

43,4 Prozent der Ärztinnen und Ärzte, die 2019 einen eidgenössischen Facharzttitel erworben haben, weisen ein ausländisches Ärztediplom aus. Sie haben folgende Herkunftsländer: Deutschland 45,9 Prozent, Österreich 14,2 Prozent, Italien 9,3 Prozent, Griechenland 7,1 Prozent, Frankreich 5,9 Prozent (weitere Länder: 17,6 %).

Funktionierendes Gesundheitswesen in der Schweiz nicht aufs Spiel setzen
Die Massnahmen, die der Bundesrat im Zusammenhang mit COVID-19 dieses Jahr getroffen hat, zeigen, welchen hohen Stellenwert die Gesundheit in der Schweiz einnimmt und zu welchen Anstrengungen die Bevölkerung – auch in finanzieller Hinsicht – bereit ist, wenn es darum geht, Leben zu retten und Gesundheit zu erhalten. Bundesrat und Parlament sollten daher die Versorgungssicherheit mit Ärztinnen und Ärzten im Inland nicht aufs Spiel setzen – weder mit Zielvorgaben noch mit degressiven Tarifen. Gerade die aktuelle Lage im Zusammenhang mit dem Coronavirus hat gezeigt, dass Massnahmen wie die Schaffung von Medizinstudienplätzen sowie der Erhalt von guten Arbeitsbedingungen für Ärztinnen und Ärzte – auch verglichen mit unseren Nachbarländern – für die Schweiz von grösster Bedeutung sind.

 

Symbolbild von sigrid rossmann / pixelio.de

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