Wenn Kryptowährungen dazu bestimmt sind, die Finanzwelt durch wesentliche Verbesserungen wie Transaktionsgeschwindigkeit, Datenschutz, Kosten und Komfort neu zu gestalten, dann sind Kreditkarten eine hilfreiche Brücke zwischen Alt und Neu. Die überwiegende Mehrheit der Krypto-Kreditkarten beinhaltet inzwischen die Option, tauschbare Fiat-Währungen mit einem einzigen Klick auf einen Button zu handeln. Lassen Sie uns 13 davon näher anschauen.

Martina Gloor

Krypto-Kreditkarten in Europa

Plutus ist eine der ältesten Krypto-Card-Services und wurde 2015 errichtet. Das Start-up aus London hat seinen eigenen Treue-Token (PLU), der bei jeder Nutzung der Kreditkarte an seine Kunden ausgegeben wird. Bemerkenswert dabei ist, dass es sich um eine Non-Custodial-Plattform handelt, die den Kunden weiterhin die Kontrolle über ihre Private Keys verleiht. Die Karte funktioniert in nahezu 200 Ländern und kann mit GBP oder EUR aufgeladen werden, ETH und PLU sind die einzigen Kryptowährungen, die zurzeit unterstützt werden. Plutus gibt es auch als virtuelles Bankkonto, das Bewohnern des gesamten Europäischen Wirtschaftsraumes (EEA) kostenlos zur Verfügung steht.

Wirex ist eine weitere bekannte Option für Europäer. Das 2014 gegründete Londoner Fintech-Unternehmen war das erste, das eine kontaktlose Visa-Card für Multi-Währungen herausgebracht hat. Das Unternehmen rühmt sich mit mehr als drei Millionen Kunden in 130 Ländern und einem Transaktionsvolumen von zwei Milliarden US-Dollar. Die glatte hell-grüne Kreditkarte von Wirex unterstützt die Konvertierung der wichtigsten Kryptowährungen, verfügt über einen hauseigenen Utility-Token (WXT) und gewährt seinen Kunden 0,5% BTC auf Einkäufe im Laden durch das Cryptoback-Programm, die sich beim Besitz von 500.000 WXT-Token auf 1,5% erhöhen. Die Kontoführungsgebühren der Karte sind mit 1,00 GBP/1,50 EUR/1,50 US-Dollar relativ moderat, eine genaue Aufschlüsselung der Gebühren und Limits finden Sie hier. Nach seinem Erfolg in Europa und der Asien-Pazifik-Region strebt Wirex 2020 die Expansion nach Kanada, Japan und in die USA an.

Monolith ist ein Non-Custodial-Angebot, dass ETH und auf Ethereum basierende Tokens in seinem mobilen Wallet aufbewahrt, bevor diese konvertiert und auf der Monolith-Visa-Card gutgeschrieben werden. Als „dezentralisierte Bank“ reiht sich Monolith eng in die sogenannte DeFi-Bewegung (Decentralized Finance Movement) ein, die zur Einführung von Ethereum geführt hat. Die Integration von DEX soll demnächst hinzugefügt werden, genauso wie die Unterstützung des Ethereum Name Service.

Seit 2017 bietet die britische Digitalbank Revolut ihren Kunden aus der EEA den Kauf, Besitz und Tausch von Kryptowährungen an, inklusive der Möglichkeit, jede der 30 Fiat-Währungen unverzüglich zu einem guten Bitcoin- oder Litecoin-Kurs sowie gegen Ethereum, Bitcoin Cash oder XRP einzutauschen (und vice-versa). Revolut erhält dafür eine Gebühr von 1,5%, es ist aber auch möglich, Kryptowährungen mit anderen Revolut-Mitgliedern innerhalb von Sekunden ohne Zahlung einer Gebühr zu tauschen. Wenn Sie Ware in einem Geschäft oder online mit Ihrer Revolut-Kreditkarte oder App kaufen möchten und ausschließlich Kryptowährungen auf Ihrem Konto haben, tauscht Revolut diese zum Zeitpunkt des Einkaufs gegen die lokale Fiat-Währung des Einzelhändlers. Kryptowährungen sind bei Revolut nur mit einem monatlichen Vertrag von 6,99 GBP für eine Premium-Karte oder 12,99 GBP für eine Metal-Card erhältlich.

Cryptopay ist eine der ersten Bitcoin-Kreditkarten, es gibt sie als Prepaid-Karte aus Plastik (zur Auszahlung an Geldautomaten und zum Offline-Shopping für 15 US-Dollar) oder als virtuelle Variante (online für 2,50 US-Dollar). Erhältlich in Großbritannien, Russland und bald auch in Singapur unterstützt Cryptopay ausschließlich Fiat-Währungen, die mit dem Bitcoin handelbar sind, wie GBP, US-Dollar und Euro. Eine Übersicht aller relevanten Gebühren beider Karten finden Sie hier.

Man kann wohl sagen, dass Europa eine der besten Gegenden ist, um Krypto-Fiat-Kreditkarten zu nutzen. Neben den bereits erwähnten Möglichkeiten gibt es weitere Karten von Bitnovo, Coinbase, Uquid (die 89 Kryptowährungen unterstützt) und 2gether.

Krypto-Kreditkarten in Nordamerika

Dank Unterstützung der Währungen BTC, ETH, XRP, GUSD, USDC, PAX und BCH bleibt die Bitpay-Kreditkarte eine der besten Optionen für US-Bürgerinnen und -Bürger. Die Karte kostet 9,95 US-Dollar und kann durch das Bitpay-Wallet mit acht Fiat-Währungen aufgeladen und dann überall dort genutzt werden, wo Visa-Karten akzeptiert werden. Bei Konvertierung der Währung fällt seitens Bitpay eine Gebühr in Höhe von 3% des Transaktionsvolumens an, für jede Nutzung an einem Geldautomaten außerhalb der USA wird eine Gebühr von 3 US-Dollar erhoben. Das Transaktionsvolumen ist auf 10.000 US-Dollar pro Tag begrenzt und man kann nicht mehr als 1.500 US-Dollar pro Tag bzw. 5.000 US-Dollar pro Monat abheben.

Wirex plant seinen Markteintritt in den USA für den kommenden Monat, so dass amerikanische Bürgerinnen und -Bürger bald noch eine weitere Möglichkeit zum Tausch ihrer Kryptowährungen in Fiat-Währungen haben.

Krypto-Kreditkarten weltweit

Die in Singapur ansässige Finanzplattform Paycent gibt an, seit ihrer Gründung im April 2018 bereits 94.000 Kunden von der Nutzung ihrer Krypto-Fiat-Kreditkarte überzeugt zu haben. Während Paycent ursprünglich nur Bitcoin unterstützt hat, bietet sie inzwischen eine große Auswahl an Kryptowährungen – darunter ETH, BNB, LTC, XRP und DASH – und setzt auf eine globale Lösung, die bei mehr als 36 Millionen Händlern in 200 Ländern akzeptiert wird. Mit der Paycent-Card können Sie Ihre virtuelle Währung in eine Fiat-Währung konvertieren und dann online oder im Geschäft ausgeben; Sie können auch Bargeld an Geldautomaten der lokalen Anbieter auf der ganzen Welt abheben.

Es gibt drei verschiedene Paycent-Karten: Ruby, das von China Union Pay betrieben wird, hat einen täglichen Verfügungsrahmen und ein Abhebelimit von je 5.000 US-Dollar; Sapphire, das von Union Pay International betrieben wird, hat einen täglichen Verfügungsrahmen von 5.600 US-Dollar und ein Abhebelimit von 1.650 US-Dollar; und Solitaire, das von Mastercard betrieben wird, hat einen täglichen Verfügungsrahmen von 13.000 US-Dollar und ein Abhebelimit von 10.000 US-Dollar. Die Karten kosten jeweils 49 US-Dollar und während bei Ruby keine monatlichen Beiträge anfallen, kosten die anderen beiden je 2 US-Dollar pro Monat.

Die 2019 eingeführte Crypterium-Karte ermöglicht Ihnen die Zahlung mit Kryptowährungen bei mehr als 50 Millionen Händlern in 178 Ländern sowie die Auszahlung in Fiat-Währung an 2,5 Millionen Geldautomaten. Die Plastikkarte und virtuelle Karte werden gemeinsam für 25 US-Dollar herausgegeben und es gibt keine monatlichen Beiträge, sofern Sie nicht ein Plus- oder Premium-Abo abschließen, das weitere Vorteile wie ein höheres Krypto-zu-Fiat-Transaktionslimit, bevorzugten Kundensupport, ein Sparkonto, eine Versicherung und sogar einen individuellen Manager beinhaltet. Die zurzeit unterstützten Kryptowährungen sind Bitcoin, Ethereum, Litecoin und der eigene CRPT-Token, die Transaktionsgrenzen betragen 10.000 US-Dollar (pro Tag) bzw. 60.000 US-Dollar (pro Monat).

Die MCO Visa-Card von Crypto.com (ehemals Monaco-Card) ist quasi-global, in dem Sinne, dass sie in den USA, Europa und vielen Ländern der Asien-Pazifik-Region erhältlich ist. Es gibt fünf verschiedene Karten mit einem MCO-Cashback, der bei jedem Einkauf in gestaffelter Weise (1-5%) gewährt wird. Mit der MCO-Card können jedes Jahr bis zu 120.000 US-Dollar an Geldautomaten abgehoben werden und Besitzer der höchstrangigen MCO-Card können jeden Monat 1.000 US-Dollar gebührenfrei abheben.

Krypto-Kreditkarten erleichtern die Ausgabe von Digitalvermögen. Letzten Endes möchte sich niemand ein Bein ausreißen, um seinen Bitcoin an einer Wechselstube einzutauschen und damit sein Mittagessen oder den Kaffee zu bezahlen. Wenn Sie Ihre Tokens für tägliche Besorgungen nutzen möchten, besorgen Sie sich eine Kreditkarte, mit der Sie Ihre Satoshis ausgeben können.

 

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