Skandinavische Forscher haben eine Jacke entwickelt, die eine Kommunikation via Facebook ermöglicht. Diese ist aber nicht einfach dazu gedacht, unterwegs Statusupdates absetzen zu können, sondern hat einen viel ernsteren Hintergrund. Die Jacke soll es Rettungskräften ermöglichen, in Notfällen effizient kommunizieren zu können, ohne dazu mit unhandlich kleinen Mobiltelefonen hantieren zu müssen.

(pte)

Facebook am Arm: praktisches Tool für Einsatzkräfte (Foto: Gry Karin Stimo)

So praktisch Handys als Kommunikationstool auch sein mögen, für Rettungskräfte sind sie nach Ansicht der Forscher eher ungeeignet. Das liegt zum einen daran, dass ein Display den Großteil der Aufmerksamkeit des Nutzers auf sich zieht. Zum anderen braucht ein Notfallhelfer beide Hände, wenn er zum Ablesen und Versenden von Nachrichten ein Smartphone verwenden muss. Außerdem müssen beispielsweise Feuerwehrleute sich sehr schnell einsatzfertig machen. Daher ist es naheliegend, die Jacke zum getragenen Kommunikationstool zu machen.

Daher haben sich Informatikstudenten an der Technisch-Naturwissenschaftliche Universität Norwegens http://ntnu.edu daran gemacht, einen Jacken-Prototyp zu entwickeln, der eine Kommunikation via Facebook erlaubt. Das Team hat in den Ärmel einer herkömmlich gefütterten Jacke ein Display verbaut, das einfach scrollenden Text anzeigt. Im Kragen wiederum ist ein Vibrationsgeber verbaut. Dieser informiert den Träger per Vibration über eingehende Nachrichten, der Nutzer braucht dann nur noch den Arm heben, um diese auf dem Display abzulesen. Auch nutzt die Jacke ein Mikrofon, damit sich der Träger mitteilen kann.

Einfacher Zugang von Vorteil

Die Grundidee hinter der Jacke ist, Rettungsarbeiten mit vielen Beteiligten aus unterschiedlichen Organisationen und Einheiten zu erleichtern. "Durch die Nutzung von Social-Media-Technologie können wir diesen Gruppen die Kommunikation ermöglichen. Diese Jacke mit einem angepassten Nutzerinterface macht es leicht und praktisch, fortgeschrittene Informations- und Kommunikationstechnologie in herausfordernden Rettungseinsätzen zu nutzen", ist Farshchian überzeugt.

Ein derart vereinfachter Zugang zu sozialen Medien hat laut SINTEF aber auch Potenzial in anderen Bereichen. Interessant könne der Ansatz beispielsweise für Sehbehinderte sein, die mit normalen Displays Probleme haben. Die Möglichkeit, Nachrichten einfach anzusagen beziehungsweise zu hören, würde nicht nur nutzerfreundlicher sein, sondern entspräche auch den Anforderungen dieser Personen besser.

06.10.2012 | 1261 Aufrufe

Kommentare

Avatar
Sicherheitscode